Bildungsreform

Alle reden über die Bildungsreform, doch ist sie wirklich nötig? Ja, sicher ist eine Reform des Bildungssystems nötig. Allerdings ist die Reform vermutlich weniger in der diskutierten Form nötig. Denn wirklich wichtig und entscheidend zur Verbesserung zur Verbesserung der Bildung würde ein Mentalitätswandel beitragen.

Das heißt, dass Bildung als etwas betrachtet werden muss, dass man sich erarbeitet, man bekommt sie nicht am Kiosk ohne Gegenleistung. Die Währung ist Anstrengung und Schweiß. Jeder, der glaubt, dass eine Reform dazu dienen könne, dass plötzlich alle die, die jetzt nichts für ihre Aus-Bildung tun, Bildung atmen und viel wissen und dies dann auch anwenden, haben nicht verstanden, worum es bei Bildung geht.

Das deutsche Bildungssystem ist sicher nicht perfekt, es gibt zahlreiche Schwachstellen, die man mit Sicherheit beheben sollte und auch Reformen sind nötig. Doch das heißt nicht, dass das derzeitige System Bildung verhindert oder unmöglich machen würde. Ein Hauptproblem ist, dass Bildung als Aufgabe der Schulen angesehen wird. Das ist so völlig haltlos! Bildung ist die Aufgabe eines jeden einzelnen Individuums. Klar, kann man von Kindern bis zu einem bestimmten Alter und Entwicklungsgrad nicht erwarten, dass sie sich dessen bewusst sind oder dass sie die Aufgabe allein meistern. Aber diese Kinder haben Eltern und Erziehungsberechtigte, die mit dem Kind genau diese Verantwortung haben. Wer also Kinder in die Welt setzt, der hat die Verantwortung sie soweit zu erziehen, dass sie Bildung aufnehmen können. Das heißt vor allem, dass die Kinder die Bildungsangebote der Schule nutzen können.

Außerdem sollten Eltern ihre Kinder auch in der Schule unterstützen, indem sie beispielsweise ein Ambiente schaffen, in dem das Kind lernen kann. Das ist nicht schwer und kostet im Allgemeinen nichts bis sehr wenig. Denn Arbeitshaltung und Wertschätzung von Bildung sind Sachen, die man nicht kauft, sondern durch Vorbilder erlernt. Die Fähigkeit mit verschiedenen Medien umzugehen, ist mit Sicherheit genausowenig käuflich, Bibliotheken verleihen Bücher, CDs und Filme und haben meist ein großes Angebot an Zeitungen und Zeitschriften, wie sie auch freien Internetzugang für ihre Kunden anbieten, sodass an jedem Medium partizipiert werden kann, ohne es gleich kaufen zu müssen. Ein weiteres Plus der Bibliotheken ist der Raum, den sie zur Verfügung stellen, den man als Begegnungsraum mit Gleichgesinnten und Raum der Ruhe und Bildung nutzen kann.

Genausowenig kostet es mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, zu vergleichen, sich eine Meinung zu bilden, aber man muss es selbst tun, das kann einem niemand abnehmen oder vorkauen.

Wer diese Fähigkeiten nicht im Elternhaus erfährt oder sich selbst erarbeitet, wird es in jedem Schulsystem schwer haben und an Grenzen stoßen. Bildung ist mehr als nur in die Schule zu gehen und dort Zeit abzusitzen. Ein gutes Schulsystem kann sicher viel ausgleichen und Möglichkeiten eröffnen, aber es kann nicht die Aufgaben der Familie und der Lernenden übernehmen.

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