HomBuch in Homburg

Der Friedrich-Maerker-Verlag ist auch dieses Jahr wieder gerne zur HomBuch nach Homburg gefahren, um seine Bücher zu präsentieren. Diese Buchmesse bietet Raum für einzigartige Leseerlebnisse für die ganze Familie nicht nur Saarländer. Tolle Lesungen, zwei Tage im Zeichen von Literatur, Autoren und unendlich viele Bücher, das macht Spaß.

Es herrscht Aufbruchsstimmung. Der Sommer ist fast vorbei, auch wenn es noch warme Tage gibt, und der Herbst kündigt sich schon so langsam an und dazu gibt es tolle Lektüre, es ist einfach toll. Wer im Sommer auf Reisen festgestellt hat, dass die Fremdsprachenkenntnisse aus der Schule zwar toll sind, aber noch nicht so richtig gut sitzen oder es bei der Anwendung noch hakelt, der kann mit einem zweisprachigen Wendebuch seine Fähigkeiten vertiefen oder aufbessern. Die Auswahl an Sprachen ist groß und wächst ständig. Daneben gibt es Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten für Kinder und Jugendliche, genauso wie für jung gebliebene Erwachsene.

HomBuch 2018

Falls Ihr es nicht zur HomBuch geschafft haben solltet, dann findet Ihr alle Bücher und Informationen auf der Webseite vom Friedrich-Maerker-Verlag, schaut doch einfach mal vorbei. Gerne ist das Verlagsteam für Euch da.

Buchvorstellung in Bad Rappenau

Hallo Ihr Lieben, ich möchte Euch auf eine Veranstaltung hinweisen, nein, es sind gleich zwei Veranstaltungen und die finden beide morgen am 24. August 2018 in der Stadt Bad Rappenau statt. Es handelt sich um Buchvorstellungen mit Aktivitäten zum Mitmachen. Es werden zwei Bücher vom Friedrich-Marker-Verlag vorgestellt. Die Buchvorstellung übernimmt die Verlegerin persönlich!

Zu den Büchern, um 10 Uhr wird Leckeres aus Pflanzen von A bis Z vorgestellt, nach der Präsentation könnt Ihr dann mit der Autorin zusammen Kürbis-Brotaufstrich selber kochen und anschließend auch mit nachhause nehmen.

Das zweite buch wird 14.00 präsentiert, das Buch handelt von Gerechtigkeit und hat den schönen Titel: Nein, wie ungerecht. Auch hier wird es eine passende Aktivität zum Buch im Anschluss geben.

Die Verlegerin freut sich schon auf Euch … und Euer Buchstabenspiel wünscht viel Spaß!

Zukunft zwischen Optimismus und Angst

Klar, Bücher sind etwas Besonderes. Ich persönlich mag Bücher, aber ich sehe, höre und lese auch über die Schwierigkeiten von Autoren, Verlagen, Buchhandel und nicht zuletzt Buchläden. Darüber denke ich immer wieder nach, einerseits, weil ich es nicht verstehe und andererseits weil ich es zu verstehen versuche.

Heute ereilte mich die Nachricht, dass der Buchladen in der Uni Bielefeld schließen muss. Als ehemalige Studentin bin ich geschockt. Das hat etwas Fantastisches oder Unwirkliches, denn der Buchladen gehört für mich schlicht dorthin. Eine kurze Recherche hat ein Video zusagegebracht, das Reaktionen von derzeitigen Studenten zeigt. Ganz ehrlich, sie haben kein Interesse am Buchladen vielleicht noch nicht einmal an Büchern.

Was mache ich nun mit dieser Information? Ein Blick in die Zeitungen zeigt, dass einerseits dem Smartphone mehr Bedeutung zugeschrieben wird, dann wird das Buch wieder als einzige Lebenshilfe und als Therapeutenersatz herangezogen. Andererseits gibt es auch die besten Bücher für den Sommer, man beschäftigt sich erneut mit den Märchen der Gebrüder Grimm, oder es werden gute Gründe genannt, warum man vor dem Schlafengehen lesen sollte. Nicht zu vergessen alle Artikel, die sich mit Bildung, Integration und Chancengleichheit befassen, in Hamburg ist es das Ziel allen Kindern das Lesen beizubringen… Es ist verwirrend und ich muss gestehen, dass ich vermute, dass es die Gesellschaft auch ist.

Auf ARTE hat man sich dem Thema auch angenommen und verschiedene Aspekte der Probleme beleuchtet. Auch wenn keine Lösungen aufgezeigt werden, so wird doch deutlich, dass es weitergeht und damit bin ich schon einmal beruhigt. Es liegt in unseren Händen, was wir mit der aktuellen Situation machen. Ich gehe dann mal lesen.

Bücher sind cool

Bücher sind cool. Klar, das sage ich, Euer Buchstabenspiel, ich bin eine Vielleserin, habe immer Bücher um mich, natürlich finde ich sie cool. Mir ist auch bewusst, dass nicht alle so denken. Das muss ja auch nicht sein, jeder hat eben so seine Vorlieben.

Eigentlich halte ich es für unnötig mich zu erklären oder zu rechtfertigen, aber derzeit gibt es wieder vermehrt Artikel, die den Untergang des Buches und Lesens verkünden und aus diesem Grund habe ich beschlossen heute doch einmal zu erklären, was mir persönlich an Büchern so gefällt. Also, es ist einfach unglaublich, wie jemand aus farbigen Zeichen auf Papier Geschichten und somit neue Welten entstehen lassen kann, die dann auch immer wieder in einem neuen Umfeld oder Kontext abrufbar sind. Die Fantasie steckt in diesen Zeichen, Buchstaben, Worten und Sätzen mit all dem, was wir denkend und lesend daraus machen. Das st einfach irre! Jede Geschichte schreiben wir beim Lesen neu, fügen ihr eine Erfahrung, Wissen oder Stimmungen hinzu. Deshalb lese ich so gerne und auch viel.

Das ist auch ein Grund, weshalb Euer Buchstabenspiel derartige negative Artikel zum Buch und Lesen nicht mag. Klar, ich bin der Meinung, dass das Lesen eine wichtige Kulturfähigkeit ist und zum westlichen Leben in Europa gehört. Genauso bin ich der festen Überzeugung, dass wir Europäer nie zu dem geworden wären, wenn wir diese Fähigkeit nicht genutzt hätten.

Aber ich bin mir auch der Tatsache bewusst, dass es viele Menschen gibt, die nicht lesen, die eben keine Lesekompetenz haben oder keinen Spaß daran haben. Das kann ich akzeptieren. Was mich jedoch stört, ist das Gejammer der Buchindustrie, deren Interesse nur am Verkauf besteht, es sollen bitte die Bücher vom Verlag xy gekauft werden. Es ist sicher verständlich, dass Autoren und Verlage sich erhoffen möglichst viele Bücher zu verkaufen, da spielen Inhalte und Texte aber eine untergeordnete Rolle. Neben den Verlagen und der Buchindustrie gibt es dann noch diejenigen, die zwischen guten und schlechten Büchern unterscheiden, der Leser solle doch bitte keinen Schund lesen. Aha, und wer bestimmt, was ein gutes Buch ist? Es wird klar, der Diskurs ist nicht einfach oder klar, die Interessen sind unterschiedlich, je nachdem, wen man fragt, bekommt man die eine oder andere Perspektive präsentiert.

Wie gesagt, ich bin ein Leser, ich bin aber auch Autorin und möchte, dass meine Bücher gelesen und verkauft werden. Wo lässt uns das? Am Anfang…

 

Sprache, Freiheit und Räuber

Aktuell wird viel über Sprache und deren Verwendung in Bezug auf die Sexismus-Debatte rund um #metoo oder die Migration- und Zuwanderungsdebatte #metwo gesprochen. Ein Aspekt wird dabei gerne vergessen, dass wir Alle das Recht zur freien Meinungsäußerung haben.

Die Räuber © Nero 2014
Die Räuber © Nero 2014

Freiheit und Redefreiheit sind zwei wichtige Aspekte unserer europäischen Kultur, die meiner Meinung nach geschützt werden müssen. Leider bedeutet das auch immer wieder, dass ich mir Dinge anhören muss, die ich nicht mag, die schlicht falsch, einseitig oder ideologisch gefärbt sind. Aber Zuhören ist wichtig, ohne das kann es keine Diskussion oder Debatte, die eine Möglichkeit zum Diskurs geben.

Aber zurück zur Sprache, Sprache ist immer auch Handeln. Doch damit Sprache und die Handlung gelingt, müssen Sprecher und Adressat verstehen und das auch wollen. Momentan werden viele Begriffe in einem neuen und veränderten Assoziations- und Deutungsrahmen benutzt. Auffällig ist hierbei besonders, dass der Rahmen häufig auf Emotionen und weniger Tatsachen beruht, aber wie eine Tatsache präsentiert wird, was dann gerne zu Totschlag-Argumenten führt. Das ist fatal, denn Totschlag-Argumente verhindern Diskussionen und somit auch die kritische und produktive Auseinandersetzung mit einem Thema. Redefreiheit ist wichtig und dementsprechend muss ich es verkraften, dass es Menschen gibt, die sich anders, ungeschickt oder falsch ausdrücken, nicht jeder ist redegewandt und viele können Argumente nicht entwickeln.

Sprachkompetenz kann man lernen und muss man üben. Lesen bietet hierbei eine ausgezeichnete Möglichkeit sich mit verschiedenen Gedanken, Ideen und Konzepten auseinanderzusetzen. Sehr empfehlenswert sind in diesem Zusammenhang auch die Klassiker, die Auseinandersetzung mit den Büchern von Goethe, Schiller und Kollegen sollte verstärkt stattfinden, da sie universale Probleme in verschiedenem Licht betrachten.

Ein Beispiel sind Die Räuber von Schiller, jeder hat von ihnen gehört, aber wer hat sie wirklich gelesen? Richtig. Im Friedrich-Maerker-Verlag ist eine Nacherzählung der Räuber erschienen, die den Text auch für Kinder ab 12 Jahren verständlich wiedergibt. Außerdem gibt es verschiedene Anregungen und Informationen im Buch, lesen Sie es mit Ihrem Kindern, Schülern und diskutieren Sie den Freiheitsbegriff. Die Nacherzählungen können überall im Buchhandel und direkt beim Verlag bestellt werden, es gibt auch digitale Fassungen.

Wissen oder Lernen

In der Bildungsdebatte geht es of darum, was die Schüler wissen sollen, was sie lernen sollen und dann auch um das Wie. Dabei handelt es sich um drei verschiedene Aspekte von Bildung. Alle drei Aspekte sind wichtig, denn es geht darum als derzeitiger Schüler in der Zukunft seinen Platz auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Damit geht es gleichzeitig aber auch darum die eigene Zukunft zu gestalten.

So gesehen ist die Aussage, wir lernen fürs Leben wahr. Da wir die Zukunft aber nur bedingt voraussagen können und nicht wissen, welchen Weg wir nehmen werden und wohin wir gelangen wollen, sollten wir großen Wert auf Neugier und lebenslanges Lernen legen. Wissen zu haben, ist richtig und wichtig. Aber wichtiger ist es die Fähigkeit zu erlangen Wissen zu vergrößern, das heißt zu lernen. Jeder sollte sich und seine Fähigkeiten kennenlernen und erfahren, wie und mit welchen Techniken oder Methoden er persönlich am besten lernt. Die Fähigkeit wirklich Lesen und schreiben zu können, ist dabei entscheidend.

Lernen, Lerntechniken, Lernstrategien im Zusammenhang mit Neugier können uns als Menschen befähigen, einen selbstbestimmten und kreativen Weg zu gehen, der unserer, der von kritisch denkenden Menschen, ist. 

Buch – Literatur oder Kunde?

In letzter Zeit habe ich in den verschiedenen Medien wieder und wieder gehört, dass nicht gelesen wird, was man daran festmachte, dass Bücher sich nicht verkaufen. Natürlich stand auch immer die Frage im Raum, warum die Leute keine Bücher kaufen. Momentmal, da stimmt doch etwas nicht!

Also, noch mal genau hingeschaut, die Buchtage haben stattgefunden und da wurde über die Zukunft des Buches diskutiert, das klingt soweit normal und völlig in Ordnung. Doch wenn man den Gesprächen lauschte, wurde eins immer deutlicher, es ging immer nur um den zahlenden Kunden. Das Buch als Produkt, dass gekauft werden soll.

Nun gut, das muss ich jetzt aber mal neu formulieren, dann heißt das, es ging bei den Buchtagen nicht um Themen der Literatur, es ging auch nicht um Autoren, genauso wenig ging es um Ideen und die Wechselwirkung mit oder auf die Gesellschaft. Warum steht der Verkauf im Mittelpunkt und nicht die geistige Leistung und Anregung? Warum ist das Buch nur ein materieller Wert, der sich aus Papierpreis, Druck, Werbung, Serviceleistungen von Lektoren und Co und ein kleines Trostpflaster für den Autoren. Sollte es nicht vielmehr um Ideen, Themen und Erzählweisen im Dialog mit dem Leser gehen?

Als Autorin möchte ich natürlich meine Bücher verkaufen, aber ich möchte noch viel dringender, dass sie gelesen werden. Es wäre natürlich fantastisch, wenn ich eine Art Einkommen durch die Bücher hätte. Aber ich weiß auch, dass ich kaum von den Büchern allein, werde leben können, toll wäre es zwar, allerdings auch illusorisch. Ich bin der Meinung, dass es wichtig wäre die Themen und die Literatur mehr in den Vordergrund zu stellen und das den Lesern oder möglichen Lesern zu vermitteln. Deshalb gibt es auch diesen Buchstabenspiel Blog und den vom Friedrich-Maerker-Verlag.

Ist das Buch kaputt?

Lesen und Bücher gehören zusammen, aber irgendwas scheint nicht zu funktionieren. Ist das Buch kaputt? Ist der Leser kaputt? Was ist das Problem? Kann das repariert werden? 

Wenn man sich anhört, wie Verlage und die Buchbranche über das Buch reden, muss man den Eindruck gewinnen, es handelt sich um einen schwer kranken Patienten. Was hat der Patient, nun, die Verkäufe sind nicht zufriedenstellend: Autoren und Illustratoren können von der Arbeit am Buch nur in den seltensten Fällen leben. Verlage sehen sich von der Existenz bedroht und alle, die am Schaffungsprozess beteiligt sind, sehen kein Fortkommen. 

Hat das Buch keine Zukunft? Nun, in der Zeit seitdem es Bücher gibt, haben sich diese ziemlich verändert, auch das, was zwischen zwei Buchdeckel kommt, hat sich gewandelt. Das Buch geht also doch mit der Zeit. So schlimm kann es dann doch nicht sein, oder? Die Herausforderung an Bücher ist heute scheinbar extrem. 

Es gibt zahlreiche Initiativen zur Leseförderung, da sind gemeinnützige Einrichtungen, Spender, Spenden und Engagement von bekannten Persönlichkeiten, wie durch die Autorin Cornelia Funke, die in den USA einen BookTruck unterstützt. Daneben gibt es auch Stiftungen, wie die Stiftung Lesen, die vielfältige Aktionen plant, unterstützt und organisiert. Oder denken wir an die vielen Lesepaten, die sich aktiv in ganz Deutschland dafür einsetzen Leser und Bücher zusammenzubringen. Online gibt es Communities und Apps, die Leser vernetzen und immer auf dem Laufenden halten. Und ganz klar sind da auch die Buchhändler, Bibliothekare, Lehrer und viele weitere Personen, die mit Empfehlungen, Beratung und Lesungen Bücher anpreisen, verschenken und bewerben, dass es jedem zweifelsohne klar scheint, das Buch ist wichtig, es soll leben. Lesen ist so vielen Menschen wichtig, sodass sie viel tun, um Bücher zu Lesern zu bringen, jeder, der in Deutschland etwas mit Büchern macht, kennt den Namen Karla Paul, sie ist die beste Botschafterin für Bücher. In Zeitungen, online Plattformen und Radio wird darüber berichtet. Doch was ist es, das da nicht funktioniert? 

Warum gibt es nach wie vor Leser und Nicht-Leser? Eine Antwort ist, dass es heute mehr Menschen denn je gibt, die das Lesen beherrschen, eine entsprechende Bildung haben. Aber das heißt nicht, dass diese Menschen auch lesen wollen. Vielleicht haben sie ganz andere Vorlieben. Viele Bücher, die nicht gekauft werden, sind nicht schlecht oder weniger gut als andere, sie sind schlicht nie zum Leser gekommen, weil es so irre viele tolle Bücher gibt. Ganz abgesehen von all den andern tollen Sachen, die man machen kann. Persönlich muss ich mir und euch eingestehen, auf viele tolle Bücher bin ich durch Zufall gestoßen, ich habe sie nie gesucht, ich wusste ja gar nicht, dass es sie gibt oder dass sie mich interessieren. Andere Bücher habe ich entdeckt, weil mich etwas angesprochen oder interessiert hat, vielleicht habe ich auch etwas gesucht, aber für jedes Buch, das ich gelesen und gefunden habe, gibt es unzählige Bücher und Medien, die ich eben nicht konsumiert habe. 

Weder Leser noch Buch ist nicht kaputt, es trägt auch keiner die Schuld. Jeder muss für sich entscheiden, welche Medien er oder sie konsumiert und dann aus dem jeweiligen Angebot wählen. Als Verlag, Autor oder Leseförderer kann man nur auf sein Angebot aufmerksam machen, aber die Entscheidung liegt beim Konsumenten. Als Autorin freue ich mich über jeden, der meine Bücher liest, aber ich nehme es niemandem übel, sie nicht entdeckt zu haben. 

Vorhaben, Projekte und Neues

Als Autorin freue ich mich immer ein Projekt abzuschließen, aber eigentlich ist es viel aufregender und spannender, wenn ich mit einem neuen Projekt beginne. Nachdem ich einige deutsche Klassiker nacherzählt habe, ist mir aufgefallen, dass nicht nur die Klassiker, sondern auch viele Märchen neu erzählt werden sollten.

Klar, das macht Disney schon die ganze Zeit, sie nehmen ein Märchen oder mehrere von einem oder mehreren Autoren aus verschiedenen Regionen und Ländern und passen es an die heutige Zeit an. Dabei arbeiten sie hauptsächlich mit Bildern, um die Geschichten neu zu positionieren. Eigentlich mache ich das gleiche, ich arbeite nicht anders, als andere Künstler auch. Es gibt Themen, die immer gültig sind und ihre Aktualität nicht verlieren, das ist eine Erkenntnis, die alle Künstler machen. Allerdings ist meine Ausdrucksform als Autorin, die in und mittels Worten.

Oft wird heute davon ausgegangen, dass Märchen für Kinder sind, aber das stimmt bei weitem nicht, es gibt weit mehr Märchen für Erwachsene als für Kinder. Dabei sind Märchen heute Bücher, früher waren es mündliche Überlieferungen, die eine „göttliche“ Weisheit wiedergaben. Märchen wurden immer erzählt, um in einer bildhaften Sprache die innere Entwicklung von Menschen, seinen Schwierigkeiten und Mühen zu reflektieren. Das heißt, diese Erzählungen bieten Lebenshilfe für Alltagsprobleme und sie lehren uns, dass ein ehrfurchtsvoller Umgang mit der Schöpfung, also auch Fremden, eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Leben ist.

Ein immer wiederkehrendes Thema in Märchen ist das Erwachsenwerden, nachdem viele Abenteuer bestanden sind und alle noch so unmöglichen Aufgaben erfüllt sind, darf geheiratet werden. Die Hochzeit ist dann das Ende der Geschichte und ein rauschendes Fest, das in einem glücklichen und erfüllten Leben mündet. Unter anderen diese Überlegungen haben mich dazu bewogen selbst auch Märchen zu schreiben bzw. zu erzählen. In naher Zukunft werden deshalb Nacherzählungen von Grimm’s, Hauff’s und anderen Märchen erscheinen.

Aktuelle Klassiker – Nacherzählungen

Oft werde ich gefragt, warum ich mich mit den Klassikern beschäftige. Die Antwort fällt mir leicht, sie sind zwar in der Vergangenheit entstanden, aber die Autoren haben es geschafft, Themen zu bearbeiten, die noch heute wichtig sind und nichts an ihrer Aktualität verloren haben. Manchmal ist es nicht ganz einfach das auf den ersten Blick zu sehen, aber es gibt Probleme, mit denen wir uns immer und immer wieder beschäftigen.

Um meinen Standpunkt zu verdeutlichen, möchte ich kurz auf Kleider machen Leute von Gottfried Keller eingehen. Von diesem Buch habe ich D.S. Felix eine Nacherzählung geschrieben, die dieses Jahr im Friedrich-Maerker-Verlag erschienen ist. Die Novelle ist nach wie vor aktuell, weil es immer noch Menschen gibt, die ihr Gegenüber nach dem Aussehen und der Kleidung beurteilen. Aber damit noch nicht genug, Kleidung entscheidet darüber, wie jemand geachtet oder wertgeschätzt oder eben verachtet und unberücksichtigt wird. Wer nicht die entsprechende Kleidung trägt und die erwünschten äußeren Zeichen zur Schau trägt, wird bei der Bank keinen Kredit bekommen, im Vorstellungsgespräch keinen Erfolg haben und auch bei seinen Mitmenschen wenig Freunde finden. Das sagt aber über die Person als solche noch nichts weiter aus, als dass sie bestimmte oberflächliche Kriterien nicht erfüllt. Das Warum spielt dabei keine Rolle.

Aussehen und somit Oberflächlichkeit ist, wie zu sehen ist, ein großes Thema. Das bestätigt jeder Blick in die Zeitschriften, das Fernsehen und natürlich auch die Geschäfte. Muss man sich dem beugen, nun, genau das ist hier die Frage. Verbiege ich mich? Passe ich mich an? Also, in anderen Worten: Bin ich, wer ich bin? Oder, erfinde ich mich neu?

Dieses Thema behandelte Gottfried Keller in seiner Novelle und jetzt gibt es diese Novelle Kleider machen Leute als Nacherzählung von D.S. Felix. Die Nacherzählung eignet sich für Kinder ab 9 Jahre, es gibt Erklärungen, Zusatzinformationen und Anregungen zum Text. Die Illustrationen sind von der englischen Malerin Sue Meynell und spiegeln das zugrundeliegende romantische Motiv. Das heißt, die Geschichte, die Keller erzählt, handelt von einem Schneidergesellen, der nach höherem strebt, sich in eine reiche Bürgerin verliebt und diese gegen alle Wahrscheinlichkeiten heiratet, den Aufstieg schafft und somit alle seine Ziele erreicht.

Eine schöne Geschichte, die Mut macht. Vermutlich war es genau das, was mir daran so gut gefallen hat, der fast märchenhafte Charakter der Novelle. Aber lest selbst und entscheidet dann, was ihr davon haltet. Keller’s Kleider machen Leute, nacherzählt gibt es direkt beim Friedrich-Maerker-Verlag oder es kann überall im deutschen Buchhandel bestellt werden.