Lesen, Vorlesen und Leseförderung

Es ist eine Frage, die viele Autoren, Lehrer, Verleger und Eltern umtreibt ist, wie man es schaffen kann, dass Nichtleser zum Lesen angeregt werden. Damit setze ich mich auch immer wieder auseinander, hier ein paar Gedanken. Wie können Geschichten und Themen verpackt oder präsentiert werden, dass sie für möglichst viele Rezipienten interessant und lesenswert oder hörenswert werden?

Tolle Geschichten gibt es viele, einige gibt es in vielen Kulturen, unzählige werden und wurden immer wieder aufgegriffen und neu erzählt. Wovon ich spreche, hier ein Beispiel: Jeder kennt die Geschichte von den Zwei Königskindern, die einander liebten. Aber, es war eine verbotene Liebe, die im Tod des Einen mündet und mit dem Tod der beiden endete. Das Licht, welches ihm den Weg weisen sollte, war erloschen und er ertrank im See. Sie ließ daraufhin seinen Leichnam aus dem See fischen und vereinte sich mit ihm im Freitod.  Ein See trennt sie und ein Licht soll den Weg durch die Nacht weisen, aber durch das Eingreifen einer „Autorität“ stirbt erst der eine und das verursacht der zurückgeblieben Person solches Leiden, dass sie sich das Leben nimmt. Im Tod sind sie in ihrer Liebe auf ewig vereint.

Die Geschichte der Zwei Königskinder ist alt und ist uns aus der griechischen Mythologie als Hero und Leander bekannt. Friedrich Schiller hat sie wieder aufgegriffen und nochmals erzählt. Die Geschichte der Liebenden war also schon im alten Griechenland bekannt. Hero und Leander leben am Hellespont, Hero auf europäischer Seite in einem Turm in Sestos, während Leander aus dem asiatischen Abystos kommt, ihre Liebe ist eine verbotene, ihre Treffen sind heimlich und auch Leander stirbt, weil das Licht erlöscht ertrinkend im Meer. Hero stürzt sich vom Turm, nachdem sie seinen toten Körper am Strand findet.

Nun gut, wenn man noch ein Stück weiter Richtung Orient oder Asien guckt, dann gibt es noch eine weitere Geschichte, die als Wiederholung des Themas gelten muss, die Legende von Akh-Tamar. Diese armenische Legende spielt an am Van See in der heutigen Türkei und erzählt die Geschichte der Prinzessin Tamar, die sich in einen gemeinen Mann aus dem Volk verliebt. Natürlich ist es unmöglich ihre Liebe zu leben, so schwimmt er jede Nacht vom Festland auf die Insel zu Ihr und eine Nacht lischt ein Sturm das Licht und er ertrinkt Tamar’s Namen rufend. Es heißt, dass man ihn noch heute in stürmischen Nächten ihren Namen rufend hören kann.

Das sind drei Geschichten auf der Basis von einer, sicher haben wir davon gehört, aber wie kann man sie so präsentieren, dass Leser und aktuelle Nichtleser daran Spaß haben? Die Zwei Königskinder wurden als Volkslied wiederholt vertont und als Gedicht vorgetragen, auf YouTube kann sich jeder davon überzeugen. Doch taugen sie zur Leseförderung, unter uns gesagt, ehr weniger. Das gleiche kann man über Hero und Leander wie auch über Akh-Tamar sagen. Die Rezeptionen der Texte scheinen problematisch zu sein für die Leseförderung, doch woran liegt es?

Das Thema ist nach wie vor aktuell und es gibt zum Beispiel von Akh-Tamar eine Verfilmung, die richtig gut und aktuell ist. Doch, was heißt das für den Text, gehört Lesen der Vergangenheit an oder kann die Geschichte neu erzählt, neue Leser finden? Meiner Meinung nach können alte Themen nacherzählt und in neuem Kontext eingeordnet wieder spannend für Leser sein und vielleicht auch Nichtleser zum Lesen motivieren.

Leseförderung für Nichtleser

Lesen ist… Ja, was ist Lesen eigentlich? Eltern und Lehrer möchten, dass ihre Kinder oder Schüler viel lesen. Sie sehen es als eine entscheidende Fähigkeit, um erfolgreich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Aber viele Kinder lesen nicht gerne, besonders Jungen scheinen wenig Interesse am Lesen zu haben.

Was ist an der Fähigkeit des Lesens denn so wichtig? Was können Eltern und Lehrer tun, um zum Lesen zu motivieren? Gibt es ein Geheimrezept?

Gleich vorweg, nein, es gibt keinen Trick und schon gar kein Geheimrezept, die für alle Nichtleser gleichermaßen funktionieren. Das ist schade. Aber wir sind nun einmal Individuen und oft sind es gerade die Individualisten, die entweder sehr viel oder gar nicht lesen. Als, was tun? Ganz wichtig ist es eine Vorbildfunktion einzunehmen. Wen Eltern und Lehrer lesend gesehen werden, vielleicht sogar offensichtlich ist, dass diese Tätigkeit Spaß bereitet und irgendwas mit den Lesern tut, dann wird zumindest Neugier geweckt. Dann ist Lesen klar eine Tätigkeit, die mit einem Ziel unternommen wird. Machen Sie das deutlich, zeigen Sie Erkenntnisse, zu denen Sie durch das Lesen gekommen sind.

Lesen muss aber auch trainiert werden, nur wer gut und sicher liest, wird daran Freude haben oder die gewünschten Informationen finden. Deshalb sollte Kinder immer auch Lesestrategien und Techniken gezeigt werden, das bringt Erfolge und motiviert. Eine Hilfe kann ein Lesetagebuch sein, es hilft dem Leser gezielt zu lesen. Und klar, nur gezieltes Lesen bringt Wissen, Erkenntnisse und alle Vorteile, von denen Eltern und Lehrer die ganze Zeit sprechen. Eine weitere Strategie zur Leseförderung kann gemeinsames Lesen sein. Wenn es bestimmte Zeiten gibt, zu denen die ganze Familie liest. Dazu kann auch gemeinsam ein Buch gelesen oder vorgelesen werden, das ist ein schönes Ritual, das besonders in der Vorweihnachtszeit oder im Winter funktioniert, aber auch während des ganzen Jahres ausgelebt werden kann.

Wir alle sollten uns immer wieder vor Augen führen, dass wir das Privileg haben lesen zu dürfen, und lesen zu können, was wir möchten. Das war nicht immer so, lange Zeit war Lesen ein Privileg der wenigen Mächtigen, und die haben die Macht über die Nichtleser ausgeübt. Aber dank der Tatsache, dass Wissen und damit verbunden die Fähigkeiten Lesen und Schreiben nur Würdenträgern möglich war, hat das die Kultur der Meritokratie geschaffen. Das heißt, eine Leistungsgesellschaft, die denjenigen aufsteigen lässt, der es sich erarbeitet und durch Bildung abhebt. In diesem Sinne: Lest, lest mehr, lest gezielt…

Schimmelreiter, Umwelt und Vorlesetag

Der Schimmelreiter von Theodor Storm ist ein deutscher Klassiker, der nach wie vor die Leser begeistert. Der Autor wäre diese Jahr am 14. September 200 Jahre alt geworden, das ist ganz schön alt und der Text ist dementsprechend nicht ganz leicht. Damit auch jüngere Leser und Personen, die Deutsch als Fremdsprache lernen, sich dem Werk des Autors nähern können, gibt es von Dorothea S. Felix eine Nacherzählung des Schimmelreiters, die im Friedrich-Maerker-Verlag.

Das Thema des Schimmelreiters ist absolut aktuell, es geht darum wie Naturgewalten, wie das Wetter bezwungen werden können. Hauke Haien ist der Protagonist und er baut Deiche und erfindet und entwickelt neue Bauweisen. Aber lest das Buch doch selbst, wie gesagt, es gibt das Original von Theodor Storm und auch eine Nacherzählung von Dorothea S. Felix und verschiedene weitere Fassungen.

Am 17. November diesen Jahres findet wieder der bundesweite Vorlesetag statt und in diesem Kontext wird der Schimmelreiter im Schwarzwald vorgelesen. Informationen dazu findet Ihr beim Literaturcafe.de es wir auf der Webseite auch ein Lifestream angeboten. Der Vorlesetag ist eine schöne Aktion zur Leseförderung.

 

Zweisprachige Bücher zum Deutsch lernen

Sprachen sind mein Steckenpferd, viele meiner Bücher sind zumindest zweisprachig, einige sind in vielen verschiedenen Sprachen erschienen, um all diese Bücher soll es hier gehen. Es gibt verschiedene zweisprachige Bücher, die sich an unterschiedliche Leser richten. Einerseits sind da die zweisprachigen Wendebücher David, der kleine Ritter aus Hassmersheim und Mariechen und die Süßigkeiten für Kinder und andererseits gibt es für Jugendliche und junge Erwachsene zweisprachige Lektüren Schwedter Strasse Sieben oder auch Berliner WG-Geschichten. Gemeinsam haben diese Bücher, dass sie dem Leser helfen die deutsche Sprache zu erlernen und viele alltägliche Situationen sicher zu beherrschen.

Schwedter Strasse Sieben

Um Deutsch als Fremdsprache zu lernen, gibt es für Jugendliche und junge Erwachsene habe ich die Schwedter Strasse Sieben geschrieben. Dabei handelt es sich um eine Buchreihe, in der kurze und einfache Texte in Deutsch und Spanisch sind, zusätzlich zu den Texten enthalten die Bücher Vokabelangaben, Grammatik, Erläuterungen, Übungen und Aufgaben, die eine Auseinandersetzung mit dem Thema und dem Text unterstützen und lenken.

Auf diese Art und Weise profitiert der lernende Leser gleich mehrfach, er erhält Bestätigung und Lernerfolge gezeigt, weil die Texte leicht sind und gut verstanden werden können. Andererseits werde die Leser auch gefordert, was zum Lernen anregt und motiviert. Wichtig ist, dass die Lektüre der Schwedter Strasse Sieben Selbstvertrauen vermittelt, der Leser sieht, er kann das meistern.

In den Geschichten wird deutsche Alltagskultur vermittelt und beispielhaft am Studentenleben von Studenten in Berlin gezeigt. Die verwendete Methode hinter der Buchreihe ist kontextualisierend lernendes Lesen. Entstanden sind die Texte beim Unterrichten mit dem Lehrwerk Studio D, weil mir als Lehrendem aufgefallen ist, dass den Lernern etwas fehlt, das ihnen die eigenen Lernerfolge zeigt ohne einer Prüfung ausgesetzt zu sein. Und wer freut sich nicht über den ersten Text, der ohne fremde Hilfe in einer Fremdsprache gelesen und verstanden wird. Lesend lernen, sei es im Selbststudium oder zur Vertiefung, ist mit den zweisprachigen Texten von Schwedter Strasse Sieben möglich.

Jeder Text ist in sich geschlossen und kann einzeln gelesen werden, aber sie können auch aufeinander aufbauend als Fortsetzungsgeschichte gelesen werden. Es gibt verschiedene Arten mit den Texten und dem enthaltenen Zusatzmaterial, wie Vokabelangaben, Grammatikangaben, Aufgaben, Übungen und Erläuterungen umzugehen oder zu arbeiten. Die Texte können direkt bei mir der Autorin, D.S. Felix angefordert werden oder bei Amazon und Xinxii bestellt werden.

 

David – Der kleine Ritter von Hassmersheim

David, der kleine Ritter aus Hassmersheim bildet den Auftakt zu einer Buchreihe, die im Friedrich-Marker-Verlag erscheint. Sie richtet sich an Kinder ab 8 Jahren. Jedes Buch der Reihe ist in sich geschlossen und kann ohne vorherige Lektüre der anderen Bücher gelesen werden. Die Geschichten um David gibt es in verschiedensten Sprachkombinationen, jeder Text ist in Deutsch und einer weiteren Sprache in den Wendebüchern enthalten, an Sprachen gibt es einerseits europäische Sprachen, als da wären Englisch, Französisch, Spanisch, aber auch Portugiesisch, Italienisch, Ungarisch und Polnisch beispielsweise. Außerdem gibt es eine Reihe an Fremdsprachen, die sich ehr an integrationswillige Leser richtet, wie zum Beispiel Russisch, Türkisch und Arabisch. Andererseits können die Sprachen auch anders sortieren werden, zum Beispiel nach Sprachgruppen, da wären dann nicht die europäischen Sprachen, sondern die romanischen Sprachen klar in der Überzahl, Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Italienisch gefolgt von den osteuropäischen Sprachen Russisch, Ungarisch und Polnisch, den Germanischen Sprachen Deutsch und Englisch. Das Türkische und das Arabische würden aus dem Rahmen fallen und für sich allein stehen.

Der Protagonist dieser Reihe von zweisprachigen Wendebüchern ist David, ein Junge aus Hassmersheim, dessen Hobby Ritter und Burgen sind. Er erlebt viele Abenteuer mit seinem besten Freund Tim. Er besucht Burgen, geht Angeln und streitet sich mit seinen Klassenkameraden oder auch seiner jüngeren Schwester. Sein großes Vorbild ist der Ritter Götz von Berlichingen, dessen Burg er immer auf der gegenüberliegenden Neckarseite sieht.

Mariechen und die Süßigkeiten

Mariechen und die Süßigkeiten ist eine weitere Reihe zweisprachiger Wendebücher, auch diese Reihe ist im Friedrich-Marker-Verlag erschienen und für Kinder ab 8 Jahren geeignet. Diese Buchreihe folgt dem gleichen Prinzip wie David, der kleine Ritter aus Hassmersheim. Das heißt, dass es einen in sich geschlossenen Text gibt, der mit Vokabelangaben versehen ist und zu dem es Fragen zum Textverständnis, Aufgaben und Illustrationen gibt. Die Geschichten um Mariechen gibt es in verschiedensten Sprachkombinationen, jeder Text ist in Deutsch und einer weiteren Sprache in den Wendebüchern. Ein entscheidender Unterschied ist, dass Mariechen und die Süßigkeiten immer auch ein Rezept enthält, das einfach ist und problemlos nachgekocht werden kann. Klar, Marie ist ein Mädchen aus Gundelsheim, das sich für Schokolade, Backen und Basteln interessiert, in den Büchern wird ihr Alltag thematisiert.

Erhältlich sind die Bücher der Reihe David – Der kleine Ritter aus Hassmersheim und auch aus der Reihe Mariechen und die Süßigkeiten im Buchhandel. Die Bücher dieser Reihen können auch direkt bei mir der Autorin bestellt werden, dann kann ich sie auch signieren oder mit einer persönlichen Widmung versenden. Auch beim Friedrich-Maerker-Verlag können die Bücher direkt gekauft werden. Natürlich gibt es auch elektronische Fassungen, die dann als iBook im Download erhältlich sind.

 

DaF, Zweisprachigkeit und Gedanken zum Spracherwerb

Deutsch als Fremdsprache + Deutsch als Zweitsprache

Deutsch wird immer als schwierige Sprache dargestellt, aber Deutsch zu lernen, muss nicht schwierig sein. Als Autorin habe ich zweisprachige Kinderbücher, bilinguale Fortsetzungsgeschichten und Kurzgeschichten geschrieben, die das Ziel haben mit Spaß Deutschkenntnisse zu vermitteln. Lernen ist ein Prozeß, Motivation und regelmäßige Bestätigung helfen am Ball zu bleiben und kontinuierlich die Fähigkeiten zu verbessern, zu festigen und so persönliche Ziele zu erreichen.

Der DaF oder DaZ Unterricht verfolgt das Ziel Fremdsprachenkenntnisse zu vermitteln und vielleicht sogar Zweisprachigkeit zu erreichen. Dazu muss der Lernende einerseits klar die Sprache mit der dahinterstehenden Kultur erlernen, um Kommunikationsfähigkeit erlangen. Entsprechende Bücher von mir werden unter Bücher + Veröffentlichungen vorgestellt.

Ein Exkurs zur Zweisprachigkeit

Zweisprachigkeit steht in einem Wechselverhältnis zu Identität und Kultur einer Person. Das heißt, eine Person, die zweisprachig ist und in zwei Sprachen kommunizieren kann, muss verschiedene Grundvoraussetzungen erfüllen, damit die Kommunikation in den zwei Sprachen gelingt und die Person wirklich als zweisprachig gelten kann.

Um dies zu verdeutlichen muss als erstes definiert werden, was Sprache ist. Sprache ist ein sich stetig wandelndes kulturelles Konstrukt. Worte bedeuten an sich nichts, erst durch den Kontext erhalten sie von uns eine Bedeutung zugewiesen. In anderen Worten das Wort Tisch ist bedeutungslos, erst die Übereinkunft, dass wir mit Tisch einen bestimmten Gegenstand beschreiben, macht ihn zu dem uns bekannten Ding. Bei Gegenständen ist die Situation relativ einfach, aber es gibt viele andere Phänomene in unserer Sprache, die wir als gegeben hinnehmen, die aber kulturelle Übereinkünfte sind. Wir erlernen viele Aspekte in unserer Muttersprache unreflektiert, beim Fremdsprachenerwerb ist das anders, hier suchen wir plötzlich nach dem warum… „Sprachigkeit“ bzw. Sprachfähigkeit ist dementsprechend die Gesamtheit der Fähigkeiten, die uns ermöglichen eine Sprache so zu sprechen, dass sie der erfolgreichen Kommunikation dient.

Selbstverständlich ist es möglich diese kulturellen Fähigkeiten in mehreren Sprachen zu erlernen. Manche Menschen wachsen in einem Haushalt mit unterschiedlichen Sprachen auf, oder eine Familie lebt im Ausland und die Sprache in der Familie unterscheidet sich von der bei der Arbeit, in der Schule und den Mitmenschen. Die Gründe für eine Mehrsprachigkeit können unterschiedlich sein, es ist auch nicht notwendig, dass von der Geburt an zwei Sprachen erlernt werden. Die Anforderungen an den Sprecher bleiben aber immer die gleichen, das Ziel der erfolgreichen Kommunikation.

Zweisprachigkeit beinhaltet das Verstehen und Leben von zwei Kulturen, Ausdrucksweisen, Denkweisen und das hat Auswirkungen auf die Identität der Person. Das Erleben unterschiedlicher Kulturen erweitert einerseits den Horizont, zeigt Dinge, Perspektiven und Aspekte, die von der anderen Sprache aus ganz anders aussehen. Andererseits sehen manche Menschen ehr die Gemeinsamkeiten und weniger die Unterschiede. Die Perspektive mag sich ändern, aber wir sind und bleiben Individuen, ganz gleich wie viele Sprachen wir sprechen, deshalb ist es immer eine Bereicherung Zweisprachigkeit zu erlernen.

Leseförderung ist Teil der Bildung

Ganz allgemein wird in immer neuen Studien festgestellt, dass es enorme Mängel bei der Kernkompetenz Leseverstehen gibt. Das heißt, es gibt viele Menschen, die nicht richtig lesen können. Das trifft auf Grundschüler und Schüler der weiterführenden Schulen genauso zu, wie auf Erwachsene. Erwachsene werden in diesem Zusammenhang, je nach Mangel als funktionale Analphabeten bezeichnet.

Lese- und Schreibfähigkeit wird heute stillschweigend vorausgesetzt, sie gelten als Basisbildung und Grundlage für Kulturfähigkeit. Alphabetisierung weiter Teile der Bevölkerung war schon im Römischen Reich und seinen Provinzen weitgehend verwirklicht. Es gab ein staatliches Schulsystem, das auch Bauern und Sklaven eine schulische Ausbildung ermöglichte und sie Lesen   und Schreiben lehrte. Zudem gab es im Römischen Reich ein funktionierendes Verlags- und Bibliothekswesen, doch leider ging all das mit dem Zerfall des Reiches verloren. In Teilen Europas wurde erst im 18.Jhd. erneut ein ähnliches Niveau erreicht, wichtige Impulse waren damals der Buchdruck und die Reformation. Stichworthaft zusammengefasst heißt das, Aufklärung, Zivilisierung, Moderne, Integration und Demokratisierung sind Dinge, die es ohne Alphabetisierung nicht gäbe. Schreib- und Lesefähigkeit ermöglichen Bildung und diese wiederum ist Macht und ermöglicht Freiheit. Hört sich gut an, oder? Sicher, aber im Umkehrschluss heißt das auch, dass die Verweigerung von Bildung und dem Erlernen des Lesens und Schreibens eine Art der Diskriminierung darstellt. Wer möchte sich das antun lassen?

Der Begriff des Analphabeten mag zunächst böse klingen, trifft das Problem jedoch auf den Kopf. Mit Analphabetismus bezeichnet man kulturell und bildungsbedingt individuelle Defizite beim Lesen und Schreiben, sowie völliges Unvermögen. Das hat für die Betroffenen weitreichende Folgen, meist geht es mit Abhängigkeiten, Versagen im Beruf und der Arbeitswelt und vielen weiteren Bereichen des alltäglichen Lebens einher. Kurz und gut, es gibt gute Gründe, das Lesen zu erlernen. Teilhabe in der Gesellschaft ist nur ein Grund, wichtiger sollte die persönliche Motivation sein.

Aktuell wird bei Alphabetisierung immer an Integrationskurse für Migranten und Flüchtlinge gedacht. Diese Gruppe der Analphabeten gibt es natürlich auch, aber sie hat derzeit große Aufmerksamkeit und soll hier deshalb weniger berücksichtigt werden. Hier geht es um Schüler von Grundschulen und weiterführenden Schulen, sowie Erwachsenen, die aus dem einen oder anderen Grund nie richtig Lesen und Schreiben gelernt haben. Bei der Alphabetisierung ist das Verständnis für Vorgeschichte wichtig, aber es darf nicht als Ausrede für das Versagen herangezogen werden. Wichtig ist das Ziel eine Fähigkeit zu erlernen. An Bekanntes anzuknüpfen hilft dem Lernenden besonders am Anfang. Viele Erwachsene mit Leseschwäche müssen zudem zunächst eine Lernstrategie entwickeln, dazu ist es hilfreich ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, welche Materialien und Methoden es wo gibt, wer helfen kann und wie sie sich eben auch selbst helfen können.

Motivation ist sicher schon gegeben, wenn ein Erwachsener sich dazu entscheidet, sich seiner Leseschwäche zu stellen, trotzdem wirkt sich ein positives Feedback und Unterstützung.

Nacherzählung von Nathan der Weise

Heute möchte ich kurz kundtun, dass die Nacherzählung von Nathan der Weise (Original von Gotthold Ephraim Lessing) von D.S. Felix veröffentlicht wurde. Nathan der Weise ist der letzte deutsche Klassiker, den D.S. Felix nacherzählt hat. Die Nacherzählung ist mit Illustrationen des walisischen Künstlers Nero 2017 im Friedrich-Maerker-Verlag erschienen.

Der Autor des Originals, Gotthold Ephraim Lessing hat sich in dem Buch mit dem Thema der Wahrheit auseinandergesetzt. Alle Personen sind an der Wahrheitsfindung interessiert, aber ganz so einfach ist sie nicht zu finden. Richtig aktuell ist das Buch nach wie vor, das in Jerusalem spielt und Kulturunterschiede von Judentum, Christentum und Islam thematisiert. Nathan gilt als Weise, weil er sich ohne anzuecken zwischen den Kulturen und in den religiösen Gruppen bewegt. Er ist ein großer Diplomat dank seines umfassenden Wissens und seiner Erfahrungen. Sehr schön ist auch, wie Lessing in der Ringparabel das Thema noch einmal komprimiert präsentiert und in die Zukunft wirken lässt. Alle Personen werden durch ihre Handlungen beschrieben und charakterisiert. Oder in anderen Worten, das was wirklich zählt sind die Taten.

Auch diese Nacherzählung von D.S. Felix enthält neben dem nacherzählten Text verschiedene zusätzliche Informationen, zum Original, zu G.E. Lessing, der Zeit und der Entstehung des Werkes, sowie Denkanregungen. Das Buch wird für Lesern ab etwa 10 Jahren empfohlen, es kann im Schulunterricht genauso wie privat gelesen werden. Bei Fragen, wendet Euch einfach an mich, die Autorin, ich beantworte gerne alle Fragen.

Zweisprachige Lerngeschichte DaF

Schwedter Strasse Sieben

Um Deutsch als Fremdsprache zu lernen, gibt es für Jugendliche und junge Erwachsene habe ich die Schwedter Strasse Sieben geschrieben. Dabei handelt es sich um eine Buchreihe, in der kurze und einfache Texte in Deutsch und Spanisch sind, zusätzlich zu den Texten enthalten die Bücher Vokabelangaben, Grammatik, Erläuterungen, Übungen und Aufgaben, die eine Auseinandersetzung mit dem Thema und dem Text unterstützen und lenken.

Auf diese Art und Weise profitiert der lernende Leser gleich mehrfach, er erhält Bestätigung und Lernerfolge gezeigt, weil die Texte leicht sind und gut verstanden werden können. Andererseits werde die Leser auch gefordert, was zum Lernen anregt und motiviert. Wichtig ist, dass die Lektüre der Schwedter Strasse Sieben Selbstvertrauen vermittelt, der Leser sieht, er kann das meistern.

In den Geschichten wird deutsche Alltagskultur vermittelt und beispielhaft am Studentenleben von Studenten in Berlin gezeigt. Die verwendete Methode hinter der Buchreihe ist kontextualisierend lernendes Lesen. Entstanden sind die Texte beim Unterrichten mit dem Lehrwerk Studio D, weil mir als Lehrendem aufgefallen ist, dass den Lernern etwas fehlt, das ihnen die eigenen Lernerfolge zeigt ohne einer Prüfung ausgesetzt zu sein. Und wer freut sich nicht über den ersten Text, der ohne fremde Hilfe in einer Fremdsprache gelesen und verstanden wird. Lesend lernen, sei es im Selbststudium oder zur Vertiefung, ist mit den zweisprachigen Texten von Schwedter Strasse Sieben möglich.

Jeder Text ist in sich geschlossen und kann einzeln gelesen werden, aber sie können auch aufeinander aufbauend als Fortsetzungsgeschichte gelesen werden. Es gibt verschiedene Arten mit den Texten und dem enthaltenen Zusatzmaterial, wie Vokabelangaben, Grammatikangaben, Aufgaben, Übungen und Erläuterungen umzugehen oder zu arbeiten. Die Texte können direkt bei mir der Autorin, D.S. Felix angefordert werden oder bei Amazon und Xinxii bestellt werden.

Buchmesse in Frankfurt

Jeden Herbst findet in Frankfurt am Main die große und internationale Buchmesse statt, so auch dieses Jahr wieder. Alles dreht sich um Bücher und Gastland ist diesmal Frankreich. Eine schöne Gelegenheit sich mal wieder mit französischer Literatur und aktuellen Autoren des Landes auseinanderzusetzen.

Doch dieses Jahr ist die Messe recht leise, klar es gibt wie immer verschiedene Höhepunkte, Michel Houellebecq war da, er hat über Literatur und seine Bücher gesprochen. Natürlich gibt es ein entsprechendes Rahmenprogramm. Aber irgendetwas fehlt.

Es gibt unzählige Verlage, die ihre Autoren und neue Bücher präsentieren. Es wird über Bücher und eBooks gesprochen, aber die Zukunft des Buches bleibt seit Jahren ungewiss. Es ist allen bewusst, dass es unzählige Bücher gibt, die nie zum Leser finden. Das ist eine Tatsache, aber es ist nicht so, weil die Bücher nicht gut wären, sondern weil … Ja, warum eigentlich genau? Man weiß es nicht. Man hat Vermutungen, Ideen und vielleicht auch eine Ahnung, aber man weiß es nicht mit Sicherheit. Parallel dazu scheinen die Menschen immer weniger zu lesen, auch dafür kann man keine konkreten Gründe nennen, sondern darüber nur Vermutungen anstellen.

Genauso wie man die Ursachen nicht kennt, weiß man, wie die Situation zu ändern wäre. Wie können Menschen motiviert werden zu lesen und Bücher zu kaufen?

Jeder, der an dem Prozess der Buchherstellung teil hat, macht seinen Job richtig gut, die Autoren schreiben gute Texte, die Lektoren korrigieren diese, eventuell übersetzen Übersetzer diese, dann findet Layout, Gestaltung und Druck statt und dieser ganze Prozess sollte und wird sicher auch von einer ausgeklügelten Werbekampagne begleitet. Und trotz all der Anstrengungen verkaufen sich viele Bücher nicht so gut. Die Autoren, von wenigen Ausnahmen abgesehen, können von ihrer Arbeit nicht leben. Potentielle Leser wissen meist noch nicht einmal, welcher Autor für einen Buchpreis vorgeschlagen wird oder für welches Buch. Und auf die Frage, welche aktuellen Autoren es gibt, haben die wenigsten eine Antwort.

Hat das Buch in dieser Situation eine Zukunft? Wie kann das Buch der Zukunft aussehen? Viele Fragen, die bis zum Sonntag noch in Frankfurt diskutiert werden.

HÄ – ein Fragewort mit zwei Buchstaben

Sprache dient der Kommunikation, aber nicht immer läuft alles nach Plan. Gut, oft geht so einiges schief, deshalb ist das Fragen so wichtig. Im Deutschen gibt es viele Frageworte und fast alle beginnen mit einem W. Die große Ausnahme bildet das HÄ. Manchester wird jetzt abwertend sagen, dass man dieses Wort besser nicht benutzt, es klänge unfreundlich, sei umgangssprachlich und einfach kein gutes Deutsch. Sicher, alle diese Aussagen stimmen, nichts desto trotz ist es das vielseitigste Fragewort der deutschen Sprache. Mit einem HÄ kann man schlicht alles erfragen.

Das einzige Fragewort, das dem HÄ nahe kommt, ist das WAS. Wer jetzt fragt: Hä was? Der weiß wovon ich spreche…

Gestattet mir die Frage, wie sagt man in anderen Sprachen oder Eurer Muttersprache –  HÄ?