Homeschooling und digitaler Unterricht

Homeschooling und digitaler Unterricht scheinen eine natürliche Lösung für ein drängendes Problem, zu Beginn der Corona-Pandemie wurden viele Lösungen schnell gefunden und verwirklicht, doch jetzt werden Stimmen laut, die eine klare und rechtlich sichere Lösung fordern. Das heißt, es müssen Standards gefunden und Regeln eingehalten werden. Es müssen Lizenzen gekauft und Datenschutz eingehalten werden, daneben muss das System sicher, stabil und für alle Schüler funktionieren. 

Homeschooling hört sich nach einer guten Möglichkeit an, um den Präsenzunterricht in Zeiten der Corona-Pandemie abzulösen, doch es gibt auch Schwierigkeiten. Ein großes Problem sind der Zugang und die technischen Voraussetzungen für die Schüler und Lehrer, aber natürlich müssen Programme und Apps eingesetzt werden, für die die Schulen Lizenzen kaufen müssen. 

Digitaler Unterricht ist für viele Schüler, ihre Eltern, aber auch Lehrer eine große Herausforderung. Die meisten Menschen sind nicht ganz so flexibel und technisch versiert, wie sie es meinen und wir es alle gerne wären. Hier ist individuelle und professionelle Hilfe nötig. Programme und Apps, die Schüler, Eltern und Lehrer kennen und nutzen können sind dazu genauso wichtig, wie die Sicherheit, dass diese Programme und Apps auch in Zukunft noch funktionieren und benutzt werden können. 

Aber, nachdem viele Schulen zunächst nur zeitlich beschränkt gültige Lizenzen erworben haben, muss nun neu verhandelt. Es werden datenschutzkonforme Lösungen für Schulen, Lehrer und Schüler benötigt und das zu einem erschwinglichen Preis. Das ist nicht leicht. Denn auch viele der Anbieter dieser Software haben wegen der plötzlichen Krise Sonderkonditionen gewährt, doch nun möchten sie natürlich entsprechend entlohnt werden. Die Bildungsinstitutionen unterstehen den Bundesländern, die müssen nun handeln, bevor es zu einer Situation kommt, in der der Schulunterricht nicht mehr sichergestellt werden kann. Es ist eine große Verantwortung, denn an der Bildung hängt unsere persönliche Zukunft genauso wie die der Gemeinschaft, also des Landes, der Europäischen Union und der westlichen Zivilisation. 

Doch zurück zum Problem mit dem Datenschutz, Fakt ist, dass der Europäische Gerichtshof im Juli das Datenschutzschild zwischen der EU und den USA für ungültig erklärt und angeordnet hat, zu überprüfen, ob Microsoft mit seinen Standardvertragsklauseln einen Datenschutz auf EU-Niveau bieten kann. Es gibt in dieser Frage noch keine Lösung. Wir sind von den IT-Lösungen aus den USA abhängig, haben keine eigenen Systeme und damit sind wir die Bittsteller, und unsere Daten sind das Zahlungsmittel, das widerspricht dem europäischen Datenschutz. Ein Nutzungsverbot wäre sehr schwierig, denn neben den Programmen und Apps fiele auch die Nutzung von YouTube, Office und vielen weiteren Diensten weg, die in der Arbeitswelt und im Alltag viel Raum haben. Es ist eine sehr komplizierte Situation. Beispielsweise in Bayern wird versucht Schullösungen zu finden, die datenschutzkonform werden. Aber das dauert alles. home

Corona-Pandemie und Schulen

Hoffen ist keine Lösung. Vorsorge kann helfen. Handeln ist immer gefragt.

Wie kann geregelter Schulunterricht stattfinden? Nachdem das letzte Schuljahr chaotisch verlaufen ist und viel Unterricht ausgefallen ist, scheint das neue Schuljahr nicht viel besser zu werden. Es gibt nach wie vor keine einheitlichen Regelungen und auch keine Vision für die Zukunft eines Regelunterrichtes durch die Schulen. Alle hoffen nach wie vor, dass die Corona-Pandemie ein böser Traum ist, aus dem wir bestimmt gleich aufwachen. So ist nun fast ein ganzes Schuljahr verloren. 

Es scheint, dass keines der Bundesländer einen wirklichen Plan hat, wie mit der neuen Situation umgegangen werden kann. Warum wurde in den Sommerferien nur halbherzig hier und da eine kleine Veränderung oder Modifikation vorgenommen statt ein Konzept zu erarbeiten, das Bildung und Erziehung trotz Corona-Pandemie ermöglicht? Diese Frage müssen sich Schulen, Lehrer, genauso wie Bundesländer und auch das Ministerium in Berlin gefallen lassen. Natürlich wäre es besser, wenn es Antworten und Taten gäbe. Aber auch die Eltern müssen sich an die Nase greifen, sie hätten mehr fordern müssen. 

Jetzt hat das Schuljahr schon längst wieder begonnen, die Herbstferien enden hier und beginnen dort, Angst und Unsicherheit steigen, während Lösungen weiter fehlen. Einige besorgte Eltern schicken Ihre Kinder vorsorglich nicht in die Schule, andere sehen kein Gesundheitsrisiko. Die Gefahr aber ist, dass die schulische Ausbildung die Zukunft nachhaltig beeinträchtigt und schädigt. Es geht um die Zukunft. Bildung ist entscheidend für Erfolg, Glück und ein selbstbestimmtes Leben des Individuums in einer freien Gesellschaft, aber es ist auch wichtig für die Gemeinschaft, auch sie ist abhängig vom Einzelnen. 

Bildung ist Aufgabe des Bundeslandes, der Bund hilft und unterstützt, derzeit scheint es aber so, als ob versucht würde die neue Situation zu ignorieren. Nötig sind Visionen, ein klares Konzept, dass es jedem Schüler ermöglicht all die Dinge zu lernen, zu erfahren und auch zu erleben, die die Person und Persönlichkeit fördert und zu einem selbstständigen Individuum macht. Ein Individuum, dem alle Möglichkeiten an die Hand gegeben werden, um die Zukunft für sich und die Gesellschaft allein und in der Gemeinschaft zu gestalten. Diesen Auftrag muss die Schule als Institution ernst nehmen und die Schulen und Lehrer müssen all das wieder umsetzen. 

Wie das trotz und während der Corona-Pandemie realisiert werden kann, daran müssen alle mitarbeiten. Es ist sicher richtig und wichtig Präsenzunterricht anzubieten, aber auch online können viele Inhalte und Lektionen erteil werden. Es ist sicher auch die Möglichkeiten des Selbststudiums zu nutzen, Gruppenarbeit über die unterschiedlichen Medien zu fördern. Die Mittel haben wir, wir müssen sie nur zu nutzen wissen und dieses Wissen teilen. Am Ende ist es die richtige Mischung, die über den Erfolg entscheidet. 

Die Verantwortung liegt bei den Schulen und Lehrern gemeinsam mit den Institutionen allen Schülern Bildung anzubieten. Wenn sie diese Verantwortung nicht übernehmen, werden viele Menschen abgehängt, es kommt zu Fehlinformationen, außerdem werden Tür und Tor für Demagogen geöffnet. Das hätte weit größere Probleme zur Folge. 

Statt zu hoffen, muss entschieden gehandelt werden.  

Buchmesse ohne Besucher

Frankfurter 2020 online

Nachdem die Frankfurter Buchmesse 2020 online stattgefunden hat, kann nun darüber nachgedacht werden, was diese Veränderung mit uns und dem Buch macht. 

Klar ist, dass dieses Jahr Autoren und Bücher großer Verlage verstärkt Aufmerksamkeit erhalten haben. Das überrascht nicht, Werbung und Aufmerksamkeit, wie auch ein Netzwerk an Möglichkeiten Aufmerksamkeit zu erzeugen, stehen für Erfolg. Das heißt nicht, dass die anderen Bücher, Autoren, Illustrationen, Übersetzer und Verlage schlechter oder uninteressanter sind, ihnen fehlt die Aufmerksamkeit. Aber auch das ist in Bezug auf die Frankfurter Buchmesse weder neu noch überraschend. Die Messe ist groß und für die Großen. 

Nischen-Verlage oder kleine Verlage im Aufbau hatten es dort immer schwer und viele waren nie oder nur in einem Gruppenauftritt vertreten. 

Das Event als solches hat dieses Jahr nun also nicht stattgefunden, das Geschäft hat sich aber nicht groß verändert. Die Verlagerung ins Internet hat allerdings die Aufmerksamkeit in den herkömmlichen Medien geschmälert. Das ist für den Kunden schwierig, denn der Kontakt zum Buch und der Buchbranche ist für viele Leser und auch Nichtleser wichtig. Die Besuchertage, an denen Schüler und Gruppen durch die Hallen strömen, haben einen indirekten Einfluß auf das Leseverhalten zahlreicher Menschen. 

Messe ohne Besucher

Eine Messe ohne Besucher, das geht doch nicht! Oder doch? Nun, die Antwort fällt sicher nicht leicht. 

Die Diskussion um Bücher, Inhalte und Autoren, die sich auf Debatten und die aktuelle Lage der Menschen ganz allgemein bezieht, kann in eingeschränkter Art und Weise stattfinden. Allerdings kann hier eine Chance geöffnet werden, die die Beteiligung von anderen bisher schweigsamen Personen ermöglicht. Die Verlagerung ins Internet bietet Chancen und Möglichkeiten, aber es birgt auch die Gefahr einer weiteren Trennung. Eine Lösung wird erst die Zeit bringen, wenn sich die Neuorientierung zu einem neuen Standard etabliert hat. Derzeit können Verlierer und Gewinner, wie eine breite verunsicherte Masse gefunden werden. Es ist offen, wie es weiter geht und wohin es führt. 

Es gibt trotzdem klare Verlierer und das sind diejenigen, die eine Messe ermöglichen, Logistik, Transport, genauso wie Gastronomie und Hotellerie haben empfindliche Einbussen hinnehmen müssen. Hinter einer Messe steckt einfach ein riesiger Apparat. 

Lesen ist sicher nicht out

Jedes Jahr erscheinen seit je her unzählige Bücher, die ohne Aufmerksamkeit gefunden zu haben wieder verschwinden. Es gibt auch zahlreiche Verlage, denen es ähnlich geht. Autoren leben oft nicht vom Verkauf ihrer Bücher, sondern von den Lesungen, die sie halten, ihnen fehlt diese Messe mit Ihren Events genauso, wie all die anderen Messen und kulturellen Veranstaltungen. 

Lesen ist sicher nicht out und viele Wenig-Leser haben in Zeiten der Corona-Pandemie zurück zum Buch gefunden. Viele Verleger haben die Möglichkeit der Öffentlichkeit genutzt, um vorsichtigen Optimismus zu äußern, das ist sicher eine positive Auswirkung der Corona-Pandemie, die so niemand erwartet hatte. Dieses Jahr wurde nicht der Tod des Buches angekündigt, aber vieles ist anders und muss neu gedacht werden. 

Bitte nicht vergessen, dass das Buch ein kultureller Wert unserer Gesellschaft und als solcher schützenswert ist. Das Buch steht für Freiheit, ganz besonders Meinungsfreiheit, aber es steht auch für Wissen und die Wissensgesellschaft, das ist die Grundlage einer zukunftsorientierten Meritokratie. Bisher zeichneten diese Eigenschaften Europa und die so genannte westliche Welt und Lebensweise aus. Natürlich ist das Buch auch ein Wirtschaftsgegenstand, der dementsprechend gehandelt wird und pecuniären Eigenschaften und Richtlinien unterliegt; aber das ist eben nur ein Aspekt. 

Jugendwort 2020: Lost

Jedes Jahr wird das Jugendwort des Jahres in einem Langenscheidt-Wettbewerb gewählt. Dieses Jahr ist „Lost“ der Gewinner des Online-Voting. 

Es gab drei Finalisten, Wild, Lost und Cringe. Aber knapp die Hälfte der Stimmen ging an das englische Wort „lost“, es wird in verschiedenen Situationen eingesetzt. Es bringt zum Ausdruck: „Eine Person, die lost ist, ist ahnungslos, verloren oder hat einfach keinen Plan, was eigentlich gerade abgeht.“ (https://www.boersenblatt.net/news/verlage-news/lost-ist-das-jugendwort-des-jahres-2020-151359 (16.10.2020)) 

Oft führt das Jugendwort zu Diskussionen und einer Auseinandersetzung mit Sprache. Das ist gut und gewollt. Sprache befindet sich in einem stetigen Wandel, nicht nur die Worte auch ihre Bedeutung ändert sich kontinuierlich. Das ist soweit bekannt und normal. Das Gute an dem Jugendwort ist, dass es ein Bewusstsein für Sprache und deren Nutzung schafft und fördert. Es ist gut, dass wir uns mit diesen Veränderungen und dem Wandel auseinandersetzen, darüber nachdenken und vor allem auch darüber zu sprechen. 

Das diesjährige Jugendwort ist ein Anglizismus, das mag viele Menschen stören, allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass das Englische aktuell die Weltsprache ist. Als lingua franca prägt das Englische unseren Alltag und somit auch unsere Sprache. Natürlich hat das einen Einfluss auf unseren Sprachgebrauch und unser Sprachgefühl in der Muttersprache. 

Zudem sollte man bedenken, dass wir einen Großteil von Filmen und Serien aus den USA und der englischsprachigen Welt sehen. Hollywood und Netflix nehmen einen großen Einfluß auf unsere Perspektive auf die Welt und das Weltgeschehen. Es gab vor einiger Zeit eine Serie mit dem Titel Lost, die großen Erfolg und somit auch Einfluss auf uns hat. Vielleicht sollten wir daran denken, wenn wir „lost“ aus den Mündern von Jugendlichen hören. In der Serie sind Personen aus Realität und Alltag gerissen gezwungen eine neue Ordnung oder Gesellschaft zu erfinden und zu realisieren, einfach um zu überleben. 

Die aktuelle Situation mit der Corona-Pandemie muss vielen Jugendlichen das Gefühl der Verlorenheit und Hilflosigkeit geben. All die anderen Probleme, wie der Klimawandel, der mit der Friday for Future Bewegung thematisiert wurde, ist aus den Nachrichten verschwunden, aber ohne der Lösung näher gekommen zu sein. Daneben all die anderen Probleme und Katastrophen verschiedenster Art, Kriege, Plagen und Ungerechtigkeit bleiben oder werden durch Corona noch verschärft. Die Möglichkeiten persönlich etwas zu verbessern bleiben scheinbar gering. 

Jederzeit, überall und mit Jedem… lesen

Wenn es um Lesen geht, dann merkt man schnell, es gibt Leser und Nichtleser, dies Zweiteilung läuft durch die Gesellschaft. Aber das geht noch weiter, denn es handelt sich beim Lesen einerseits um eine Kulturfähigkeit und Routine, andererseits aber auch um eine Geisteshaltung. Klar diese Aspekte trennen die Menschen. Das wirkt sich auf das ganze Leben eines Menschen aus. Angemerkt sei in diesem Zusammenhang nur, dass bekannt ist, dass erfolgreiche Menschen lesen und sich mit Büchern und anderen lesenden Menschen umgeben, während die andere Gruppe das nicht tut. 

Ein Ritual, das mir im Zusammenhang mit Lesen gut gefällt, ist das Lesen vor dem Schlafen. Seit eh und je lesen viele Eltern und Großeltern dem Nachwuchs, der noch zu klein zum selber Lesen ist, vor dem Schlafen Märchen und Geschichten vor. Das ist eine gute Zeit zum Lesen, die sich bewährt hat. Oft lesen Kinder, denen vorgelesen wurde selbst später auch am Abend. Persönlich lese ich jeden Abend vor dem Schlafen, schon im Bett liegend viel. Aber es ist nicht die einzige Tageszeit, die ich zum Lesen nutze. Auch nach dem Mittagessen, wenn ich mich etwas ausruhe, bevor ich wieder in die eine oder andere Richtung aktiv werde, lese ich. 

Ich gehöre zu den so genannten Viellesern, je nach Tageszeit und Tag lese ich mehr oder weniger. Klar, wenn ein Feiertag ist oder ich Ferien habe, dann habe ich mehr Zeit zum Lesen. An manchen Tagen bin ich unterwegs, wandere oder treffe mich mit Freunden, dann werde ich natürlich den Tag anders gestalten und auch meine Lesegewohnheiten unterscheiden sich dann etwas. Trotzdem werde ich es nicht versäumen, in die verschiedenen Tageszeitungen zu schauen und zumindest vor dem Schlafen ein paar Seiten oder Kapitel lesen. 

Viele der Bücher, Zeitschriften und Zeitungen, die ich lese, wähle ich selbst aus, manche bekomme ich geschenkt, andere empfohlen und viele begegnen mir scheinbar zufällig. Bücher und Zeitschriften werden unter Freunden oft weitergegeben oder zumindest weiterempfohlen. Ich lese auch in einem Buchklub mit Freundinnen zusammen immer wieder verschiedene Bücher, das bringt oft Überraschungen. Es gibt so viele tolle Bücher, die ich allein nie finden würde. Außerdem sprechen wir immer über die Bücher, die wir zusammen lesen und diskutieren sowohl die Bücher, als auch den Inhalt. Manches Bücher können sich so einem erst erschießen, denn manchmal liest man ein Buch und übersieht etwas. Das macht mir großen Spaß. 

Leseförderung ist richtig und wichtig. Die beste Leseförderung scheint das Vorbild zu sein, Kinder aus Elternhäusern mit Lesern werden später auch zu Lesern. Kindern, denen vorgelesen wurde, werden auch selbst Lesern. Es gibt aber auch diejenigen, die es sich selbst angewöhnt haben, die Gründe sind dabei sehr verschieden. 

Falsch ist es das Lesen auf eine andere Zeit, wenn Ferien sind, wenn es draußen kalt und ungemütlich wird, wenn man nicht rausgehen darf oder auf eine andere ferne Zeit zu verschieben. Natürlich erscheinen im Herbst und im Frühjahr verstärkt Bücher, da finden einfach die Buchmessen mit Veröffentlichungen statt. Jetzt im Herbst gerade im Hinblick auf die Corona-Pandemie können wir mehr lesen, nein, das ändert nichts, lest nicht, weil ein Ausnahmezustand herrscht, sondern um des Lesens Willen. 

Homeschooling – Lernen lernen

Bildung ist die beste Möglichkeit, um soziale Unterschiede auszugleichen, Selbstverwirklichung zu ermöglichen und eine persönliche Entwicklung in und mit der Gesellschaft zu verwirklichen. Der Mensch ist fähig sich anzupassen und Probleme abstrakt und kreativ zu lösen, dazu muss er vorbereitet werden. Bildung in der Schule hat daran einen entscheidenden Anteil. 

Seit geraumer Zeit gibt es Überlegungen und Diskussionen, wie das Bildungssystem und die Bildungsziele so angepasst werden können, dass die Schüler fit für die Zukunft gemacht werden. Das ist keine einfache Aufgabe. Dafür gibt es zahlreiche Gründe, einerseits muss eine Projektion in die Zukunft stattfinden, andererseits müssen Ziele formuliert werden. 

Aktuell muss ein Weg gefunden werden, digitales Lernen so zu verwirklichen, dass alle Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene sich weiterbilden können, denn klar, Bildung und Lernen beginnt nicht erst in der Schule und endet auch nicht mit ihr. Nichts desto trotz ist das Lernen in der Schule ein wesentlicher Teil der Ausbildung. 

Wenn vor der Corona-Pandemie das analoge Lernen in der Schule stattfand, so muss es heute verstärkt einen digitalen Anteil haben, weil die Gruppenarbeit in der Schulklasse nicht immer garantiert werden kann. Die technischen Voraussetzungen sind eins, aber es gibt noch weitere Hürden. Trotz Studien, Theorien, Entwicklung von besonderen Anwendungen mit Plattformen und APPs, scheint es noch kein wirklich zielführendes Konzept zu bestehen, das online Unterricht ermöglicht und das Lernen online sicherstellt. 

Dabei gibt es für die unterschiedlichen Altersgruppen und Lernprofile viele Angebote, die in Zusammenarbeit mit Neurologen, Psychologen, Pädagogen, Informatikern und diversen Spezialisten der verschiedenen Bereiche entwickelt werden oder worden sind. Es gibt aber scheinbar eine Komponente, die unbekannt ist und den Erfolg all der kleveren Lösungen minimiert und das klassische Schul-Lern-System unerlässlich macht. Anders ausgedrückt, das Lernen kann durch digitale Anwendungen unterstützt werden, aber es kann es noch nicht von den analogen Vorgehensweisen ändern. 

Eine der entscheidenden Techniken, die jeder, zum Lernen benötigt ist das Lesen, Leseförderung ist entscheidend, es gibt Fibeln, die beim Lesenlernen helfen. Daneben gibt es beispielsweise Apps und Videospiele, die Laute und Buchstaben verbinden, das kann eine Motivation zum Lernen bieten, aber die analoge Praxis nicht ersetzen. Genauso gibt es viele unterschiedlich aufgearbeiteten Informationen, die es ermöglichen alle erdenklichen Dinge zu lernen, aber das Lernen muss jeder nach wie vor analog lernen. 

Ansichtskarten – Tag 10

Hallo David, 

hier ist es schön, aber irgendwas fehlt, ich weiß nicht genau was, aber … Das Komische ist, mir kommt das aktuelle Leben altertümlich oder einfach nicht modern vor, wie muss das alles vor 50 Jahren gewesen sein?! Schau dir nur die Bilder an. 

Ich grüße dich. Dein José

Angst vor Homeschooling

In vielen Schulen war das digitale Lernen vor der Corona-Pandemie nicht sehr weit gediehen. Dieser Mangel macht sich jetzt stark bemerkbar, Schulen, Lehrer und Schüler sind nicht gut auf diese neue Situation vorbereitet. 

Probleme und Schwierigkeiten 

Oft fehlt es in den Schulen und Zuhause bei Lehrern und Schülern an der Ausrüstung und einem funktionstüchtigen Internet, aber auch Arbeitstechniken sind vielen nicht geläufig. Eine Folge ist, dass die Realität an den Schulen und in den Haushalten sehr unterschiedlich umgesetzt werden. Der großer Makel ist jedoch, dass es keine Vergleichbarkeit gibt. 

Eine weitere Folge ist, dass alle sowohl Schulen, Lehrer, Schüler, aber auch Eltern auf die Erfahrungen der Präsenz-Schule vertrauen. Es wird deshalb nach wie vor mehr Wert auf die Schule gelegt und Homeschooling wird als Notbehelf betrachtet, der zudem nicht für voll genommen wird. 

Aber auch der Unterricht in den Schulen ist aktuell nicht wie früher und weist große Mängel auf. Auf der einen Seite freuen sich alle wieder in die Schule gehen zu können, aber auf der anderen Seite ist die Schule nicht voll einsatzfähig. Es muss Abstand gehalten werden und sowohl Lehrer als auch Schüler müssen Masken tragen, welche die Kommunikation einschränken. 

Statt Lösungen anzubieten, scheint es nach den Sommerferien mit größerer Verwirrung und noch mehr Chaos weiterzugehen. Das ist bedauerlich, denn es scheint klar, dass es keinen schnellen Weg aus der Corona-Pandemie gibt. Die Schulen müssen einen Unterricht anbieten, der das Lernen Schülern aller Altersgruppen und ungeachtet der Herkunft uneingeschränkt ermöglicht. Aber es gibt auch eine Aufsichtspflicht, der Schulen nachkommen müssen. 

All das ist nicht leicht zu vereinbaren, aber es scheint, dass die Zeit seit Ausbruch der Corona-Pandemie weniger für eine konstruktive Planung genutzt wurde als für planloses Reagieren. Viele Eltern und Schüler der weiterführenden Klassen sind besorgt, dass ihr Recht auf eine gute Schulbildung nicht realisierbar ist. Dabei war eine gute schulische Bildung ein Kennzeichen deutscher Schulen, jetzt zeigen sich die Mängel. 

Eigeninitiative ergreifen 

Da hilft in vielen Fällen die Eigeninitiative von Schülern und Eltern aber auch Lehrern. Es gibt zahlreiche Bildungsangebote im Internet. Das sind Plattformen, Blogs, APPs und unzählige Inhalte, die auf bestehenden Plattformen angeboten werden. Es ist erfreulich, wenn Schüler und Eltern selbstständig aktiv werden und sich informieren und weiterbilden. Das ist schön und gut, erschwert aber die Vergleichbarkeit. Natürlich sind diese Kenntnisse nicht zwangsläufig relevant für die schulische Bildung und den schulischen Erfolg. Aber es gibt trotzdem gute Möglichkeiten und wer eine breite Allgemeinbildung hat ist immer im Vorteil. 

Der Friedrich-Maerker-Verlag bietet zweisprachige Bücher für junge Leser und hilft so beim Spracherwerb. Außerdem gibt es verschiedene weitere Bücher wie Nacherzählungen von deutschen Klassikern mit Zusatzinformationen Fragen und  Anregungen. Als Verlag für Kinderbücher und Jugendbücher bietet der Friedrich-Maerker-Verlag viele Bücher zur Sprachförderung und Leseförderung, die auch zum Selbststudium herangezogen werden können. 

Aber die Bücher des Verlags können auch als Schullektüre gelesen und zum Lernen in Zeiten von Homeschooling während der Corona-Pandemie herangezogen werden oder natürlich im regulären Schulunterricht gelesen werden. 

Feedback-Kultur, Homeschooling und Kommunikation

Ganz gleich was Sie tun, die Kommunikation ist ein wichtiger Aspekt auch im Homeschooling, der über das Gelingen und Misslingen entscheidet. Die Kommunikation sollte im Falle von Homeschooling von der Schule und den Lehrern ausgehen. Den Lehrern kommt hierbei eine besondere Rolle zu. Doch auch Schüler und Eltern benötigen immer einen Ansprechpartner, wenn es Probleme oder Fragen gibt. 

Die Aufgabe und Funktion von Kommunikation ist vielfältig, entscheidend ist, dass die Kommunikation immer im Fluss bleibt, Stille und Ungesagtes verursachen Probleme. Oft sind es Kleinigkeiten und Missverständnisse, die durch eine einfache und regelmäßige Kommunikation verhindert werden können. Das ist ganz besonders dann der Fall, wenn man sich in einer neuen und ungewohnten Situation, wie dem Homescholling in der Corona-Pandemie, befindet. 

Lehrer müssen den Schülern im Homeschooling klar sagen, was die Aufgaben, Anforderungen und Bedingungen sind. Es geht hierbei um mehr als Arbeitsanweisungen, Motivation, Sinnstiftung und Einordnung in die Zielsetzung. Es ist ganz allgemein immer eine gute Idee auch Schülern zu verdeutlichen, welche Absichten und Ziele hinter dem Lernstoff stehen. Es sollte für Schüler und Lehrer normal sein miteinander über schulische und außerschulische Angelegenheiten zu sprechen. 

Bei Aufgaben und Arbeiten der Schüler ist es wichtig, dass sowohl die Schüler als auch die Eltern ein Feedback von den Lehrern erhalten. Es muss eine Feedback-Kultur etabliert werden, die in beide Richtungen geht, das heißt, dass sowohl Eltern, Schüler und Lehrer sich gegenseitig ein Feedback geben, um immer wieder sicher zu gehen, dass das Ziel erreicht wird. Feedback ist weit mehr als einfach nur Kritik, was viele Schüler und Lehrer zu denken scheinen. Statt Kritik ist die kritische und konstruktive Auseinandersetzung mit dem Gegenüber das Ziel. 

Zu dieser Kommunikation gehört es aber auch, dass die Lehrer einen Austausch zwischen den Schülern etablieren und fördern, dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es sollte zudem versucht werden, Unterricht so oft wie möglich online stattfinden zu lassen, es gibt dazu Video-Chat Plattformen und APPs, die direkt für Schulen oder größere Gruppen gedacht sind. Da sind Schulen und Lehrer gefragt, die entsprechenden Möglichkeiten zu schaffen. 

Im Vordergrund des Homeschooling während der Corona-Pandemie muss es stehen, dass die Schulen mit den Lehrern zusammen darauf Wert legen, zwischen allen Schulgängern, Lehrern, wie Schülern eine Kommunikation aufzubauen, die sowohl analog als auch digital funktioniert. Die Feedback-Kultur sollte so gestaltet werden, dass immer positive als auch negative Punkte zum Ausdruck gebracht werden können, um am Ende ein bestmögliches Ergebnis zu erhalten. 

Homeschooling, Rahmenbedingungen organisieren

Der Begriff des Homeschooling hat sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie verändert. Wenn früher mit Homeschooling die schulische Erziehung und Bildung der eigenen Kinder bezeichnet wurde, so bezeichnet der Begriff heute all die Schüler, die wegen einer Ausgangssperre oder dem Lockdown nicht zur Schule gehen können und dementsprechend Zuhause unterrichtet werden. 

Die Idee ist, dass die Schulen diesen Unterricht gestalten und übernehmen. Allerdings sieht die Realität anders aus, oft ist das Eingreifen und die kompetente Hilfe der Eltern nötig. Was die Eltern dabei leisten können und müssen, unterscheidet sich individuell stark. 

Es gibt viele Dinge, die die nötigen Rahmenbedingungen schaffen können, damit das Homeschooling gelingen kann. Die Lernumgebung sollte klar abgesteckt sein, ein entsprechend großer Schreibtisch mit passendem Stuhl sollte vorhanden sein. Der Ort muss ruhig sein und das Arbeiten und Lernen ermöglichen. 

Dazu benötigen die Schüler natürlich Arbeitsmaterialien, beim Homeschooling wird ein Computer mit einer starken Internetverbindung benötigt. Der Computer muss zudem mit den entsprechenden Programmen und APPs bestückt sein. Hierbei ist es wichtig, dass die Schüler auch Hilfe beim Umgang mit dem Computer, den verschiedenen Programmen, Plattformen und APPs erhalten, also ein Support, der nicht über den Computer läuft. 

Daneben muss Zugang zu Schreibutensilien, also Papier und Stiften, Büchern und weiteren Informationsquellen bestehen. Je nach Unterrichtsfach können auch noch weitere Dinge benötigt werden, das müssen die Lehrer mitteilen. Je jünger Schüler sind, desto mehr persönliche Ansprache und direkte Hilfe benötigen die Schüler von Lehrern und Eltern. 

Ganz wichtig bei der Organisation von Homeschooling ist es aber auch, dass es einen Stundenplan und eine Lern-Routine gibt. In jeder Schule gibt es einen Stundenplan mit Unterricht, wie auch Pausen und den gilt es im Homeschooling zu simulieren. Das ist nicht ganz einfach und erfordert von allen Beteiligten, Lehrern, Schülern, vor allem aber auch Eltern großes Engagement. 

Anfangs sah es so aus, als ob das Homeschooling eine vorübergehende Sache ist, viele Schulen haben große Rücksicht und laissez-faire walten lassen. Die Absichten und Gründe sind gut gemeint, aber wenig zielführend, denn Schulen haben eine Verantwortung gegenüber allen Schülern. Aber Homeschooling kann nur gelingen, wenn alle zusammenarbeiten. Und dazu muss man ehrlich sagen, dass Homeschooling ein fester Bestandteil von Schule und Bildung werden wird. Im folgenden Artikel wird die Kommunikation beim Homeschooling thematisiert.