Überwintern in Spanien ohne Spanisch? 

Warum sprechen so viele Menschen, die im Süden Spaniens überwintern oder längere Zeit verbringen, kein Spanisch? Die Frage ist berechtig, aber auch einfach zu erklären. Im Folgenden wird es darum gehen zu erläutern, dass Fremdsprachenerwerb altersgemäß sein sollte. Daraufhin wird darauf eingegangen, dass Lernerfahrungen von Fremdsprachen unterscheiden sich je nach Schule und Ausbildung stark. Dann werden altersübergreifende Herausforderungen benannt und mit Buchstabenspiel und Café Español eine Lösung angeboten. 

Fremdsprachenerwerb sollte altersgemäß sein

Die meisten Menschen, die im Süden Spaniens überwintern können, sind Rentner oder im Vorruhestand. Mit 60 bis 80 Jahren ist es zwar möglich eine Fremdsprache zu erlernen, aber es ist nicht mehr so leicht, es dauert länger. Das ist schlicht eine Tatsache. 

Lernerfahrungen von Fremdsprachen

Spanisch ist zudem eine Fremdsprache, die kaum jemand in der Schule erlernt hat. Das deutsche Schulsystem hat lange keinen Spanischunterricht gekannt, das ist eine relativ neue Entwicklung. Die meisten Menschen haben Englisch in der Schule gelernt, manche haben auch Französisch oder Russisch gelernt und es gab auch altsprachliche Gymnasien, die Latein und Altgriechisch angeboten haben. Je nach Schultyp wurde eine Fremdsprache geschult oder es gab die Möglichkeit oder Pflicht zwei oder mehr Sprachen zu erlernen. Außerdem ist der Fremdsprachenerwerb oft sehr lange her und die meisten Menschen haben Fremdsprachen ehr wenig im Arbeitsleben oder Alltag benutzt. Dementsprechend fällt es ihnen dann mit 60plus schwer eine Fremdsprache zu erlernen und anzuwenden. 

Altersübergreifende Herausforderungen

Altersunabhängig ist sehr oft die Anwendung der erlernten Fähigkeiten die Hauptschwierigkeit. In vielen Schulen und Kursen werden theoretische Fähigkeiten erlernt. Aber die Anwendung und der Einsatz der erlernten Fähigkeiten kann nicht mit einer Regel erlernt werden, und genau da möchte ich ansetzen.

Buchstabenspiel und Café Español

Buchstabenspiel möchte mit Café Español es jedem ermöglichen Spanisch zu lernen. Dabei geht es nicht darum mit perfekter Grammatik, hervorragender Aussprache und einem ausgewähltem Vokabular die Sprache zu meistern, sondern sie im Alltag zu benutzen. Im Alltag zählt die Kommunikation, der Austausch von Informationen und auch geselliges Beisammensein. Café Español ist kein Sprachkurs im herkömmlichen inne, sondern versteht sich mehr als Sprachführer. Das Vokabular wird in ganzen Sätzen oder in Fragen gezeigt und in kurzen thematisch klar definierten Dialogen angewendet. Außerdem wird eine Art Bildwörterbuch entstehen, das zusätzliche Informationen und Lernmöglichkeiten aufzeigt. 

Willkommen im Jahr 2026!

Euch allen wünscht Buchstabenspiel ein gesundes neues Jahr mit vielen schönen Erfahrungen, unvergesslichen Momenten und viele nützliche Spanischkenntnisse!

Autorin und Fremdsprachen-Pädagogin

Als Autorin und Entwicklerin von fremdsprachlichem Lern- und Lehrmaterial habe ich schon verschiedene Projekte im Bereich des Fremdsprachenlernens erfolgreich entworfen und verwirklicht. Ein Beispiel ist, dass ich die Lernmethode des kontextualisierenden Lesens erfunden habe. Diese Methode eignet sich besonders zur Vertiefung und Auffrischung von Fremdsprachenkenntnissen, aber auch begleitend zum Fremdsprachenerwerb eignet sie sich hervorragend. 

Bild-Wörterbücher zum Mitmachen

Daneben habe ich verschiedene mehrsprachige Bild-Wörterbücher zum Mitmachen, z.B.: Miau-Miau Katzen- Bildwörterbuch und Hotte Hü Pferde- Bildwörterbuch entwickelt. Diese Wörterbücher sind 6-sprachig, Spanisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Portugiesisch und Italienisch. Es gibt viele Zeichnungen und Möglichkeiten das neue thematische Vokabular zu üben. 

Zweisprachige Wendebücher

Angefangen habe ich mit zweisprachigen Wendebüchern, die kurze Geschichten mit vielen Zwischenfragen beinhalten, es sind kurze in sich geschlossene Geschichten, die einzeln oder aufeinander aufbauend gelesen werden können. Die Wendebücher enthalten immer 2 Sprachen und je nach dem von welcher Seite man beginnt, liest man die eine oder andere Sprache, die Seitenzahlen sind identisch, was es ermöglicht den Text zu vergleichen. 

Fremdsprachen-Kommunikation Lesend Lernen

Außerdem habe ich auch ein Textbuch für Spanier, die Deutsch als Fremdsprache lernen möchten geschrieben, es ist unter dem Titel Schwedter Strasse Sieben erschienen. Auch hier sind die Texte mit verschiedenen Fragen angereichert, wodurch die Kommunikation immer wieder angeregt und gefördert wird. 

Café Español 

In die Reihe dieser Bücher zum erfolgreichen Fremdsprachenerwerb soll sich ein weiteres Projekt einfügen, Café Español. Dieses Buch in Entstehung soll dazu dienen deutschen Muttersprachlern helfen die spanische Sprache zu erlernen. Ziel ist es die verschiedenen erprobten und bewährten Methoden zu kombinieren. Dabei soll es unwichtig sein, ob die Lerner Erfahrungen mit dem Fremdsprachenerwerb haben oder nicht, genauso soll es sich an Lerner mit und ohne Vorkenntnisse richten. 

Alle meine Bücher sind im Friedrich-Maerker-Verlag erschienen und so wird hoffentlich auch Café Español in diesem unabhängigen Verlag erscheinen. Dieser Blog wird die Fortschritte und einzelnen Schritte begleitend kommentieren. Wer daran interessiert ist Spanisch zu lernen, ist herzlich eingeladen mich für weitere Informationen zu kontaktieren. 

Café Español mehr als nur Kaffee

Das Angebot von Café Español ist Spanisch zu lernen. Das Angebot richtet sich an Erwachsene. Aber es geht nicht um ein schulisches Lernen, sondern darum gemütlich zusammensitzend, beim Kaffeetrinken die spanische Sprache zu benutzen. Café Español mehr als nur Kaffee, es ist eine Art Spanisch-Stammtisch, bei dem mit einem Kaffee in der Hand Spanisch gesprochen wird.

Das Besondere an Café Español, es ist kein herkömmlicher Sprachkurs. Es werden keine Vorkenntnisse erwartet. Der Lernprozess ist auf praktische Fähigkeiten reduziert, das Ziel ist es mit Spaniern zu kommunizieren, sich zu unterhalten, Alltagsprobleme zu lösen. Vokalpauken gibt es nicht, Vokabeln, genauso wie Grammatik und auch Satzstruktur wird durch Wiederholung und im Gespräch gelernt.

Alle Beteiligten sollen in angenehmer Runde die Umgebung und die Sprache kennenlernen. Zwang gibt es nicht, aber viele Fragen und die dazugehörigen Antworten. Die Kenntnisse und Interessen der Anwesenden bestimmen nicht nur die behandelten Themen, sondern auch die Geschwindigkeit. Teil des Erfolges ist es, auf die Teilnehmer persönlich einzugehen.

Interessenten wenden sich bitte direkt an mich, D’oroThea. Ich freue mich Euch die Möglichkeiten genauer zu erläutern.

Café Español - Lern Spanisch
Café Español – Lern Spanisch

Café Español, etwas Neues entsteht

Buchstabenspiel hat lange geschwiegen, es ist nicht nur viel Zeit ins Land gegangen, es hat sich sehr viel verändert. Nun geht es wieder weiter. Ein neues Projekt: Café Español.

Café Español ist ein Spanisch Sprachkurs für Erwachsene, die in kurzer Zeit ohne schulischen Lernprozess alltagstaugliches Spanisch lernen möchten. 

Ziel ist es: Kommunikationsfähigkeit in Alltagssituationen zu erreichen, Small Talk und Unterhaltungen mit Einheimischen führen zu können, Fragen zu stellen und dann auch die Antworten zu verstehen. 

Jeder kann Spanisch lernen! Vorkenntnisse sind nicht nötig. Erwachsene bis ins Rentenalter können genauso gut wie Kinder Spanisch lernen. Es wird individualisierter Unterricht mit Fokus auf Alltagssituationen in einem entspannten Ambiente angeboten. 

Warum gerade ich einen Sprachkurs anbiete? Nun, das kann ich eben am Besten. Ich verstehe mich auf die Vermittlung von Fremdsprachen und verfüge über vielfältige Erfahrungen. 

Gerne, entwickle ich für die Lerner individuell angepasste Sprachlernmaterialien. In meinem Portfolio finden sich verschiedene Bücher zum Fremdsprachenerwerb. Ich habe Sprachlernmaterial, das heißt, mehrsprachige Bücher, Bildwörterbücher, und die Methode des kontextualisierenden Lesens, genauso wie Materialien zur Sprachförderung und Fremdsprachenförderung, wie auch der Leseförderung entwickelt. 

Ich habe selbst verschiedene Sprachen, nicht immer von Anfang an, gelernt. Außerdem lebe ich im Land, auch wenn ich Deutsche bin spreche ich fließend Spanisch und kenne mich mit den landesüblichen Gepflogenheiten aus. 

Mit Café Español möchte ich denjenigen helfen Spanisch zu lernen, die nicht wissen, wo anfangen? Es gibt so viele Dinge, die wichtig scheinen, aber was ist wirklich essentiell? Vielleicht geht es auch darum in kurzer Zeit eine solide Basis schaffen? Welche Fähigkeiten werden im Alltag tatsächlich benötigt? Welches Wort ist das wichtigste? Ja, nein, ich, du… was, warum ? 

Café Español ist ein Sprachkurs in Dialogen mit vielen Fragen, in Fragen und Sätzen, das Sprechen steht im Mittelpunkt, aber es gibt auch Erklärungen zu Kultur, Vokabular und Grammatik. Café Español ist ein Sprachkurs, ein Treffen zum Kaffeeklatsch, Sprachpraxis am Strand, in der Bar notfalls auch online.

Gute Gewohnheiten schaffen

Eine wichtige Erkenntnis ist, dass wir alle von zahlreichen Gewohnheiten geprägt sind. da gibt es gute Angewohnheiten genauso wie schlechte. Heute möchte ich darüber schreiben, wie wir schlechte Gewohnheiten überkommen und in gute verwandeln können. Das ist gar nicht hat so schwer und doch auch nicht ganz leicht, aber es ist möglich, wenn wir nur wollen.

Schlechte Gewohnheiten durchbrechen

Zunächst ein paar Tipps, wie schlechte Gewohnheiten durchbrochen und durch gute Gewohnheiten ersetzt werden können. Man muss sich realistische Ziele setzen. Wenn man eine Gewohnheit ändern möchte, dann sollte man das nicht aufschieben, sondern muss es einfach machen. Das erfordert Selbstdisziplin. Denn mal ehrlich, schlechte Gewohnheiten lenken uns von unseren Zielen ab, so fressen sie unsere Zeit.

Dazu muss man bedenken, dass schlechte Gewohnheiten oft aufgrund von Stress entwickelt werde. Wir versuchen damit der nötigen harten Arbeit aus dem Weg zu gehen. Stress triggert schlechte Angewohnheiten. Mach dir das bewusst!

Listen helfen

Mach dir eine Liste mit deinen schlechten Angewohnheiten. Denk daran, das Ziel ist es, deine Zeit bestmöglich zu nutzen. Sei ehrlich zu dir selbst. Und nimm die Hilfe von Freunden an, frage auch sie nach deinen schlechten Angewohnheiten. Stell dann beide Listen nebeneinander und vergleiche sie. Im Anschluss daran solltest du die negativen Angewohnheiten analysieren und die Träger finden und benennen.

Ersetze schlechte Gewohnheiten durch gute

Ein Hilfe bieten hierbei Tabellen. In drei Spalten kannst du die schlechte Angewohnheit, den Träger und die gute Angewohnheit, durch die du die schlechte ersetzen möchtest. Das wird dabei helfen Gewohnheiten zu verändern. Klar, manche Gewohnheiten lassen sich schneller ersetzen als andere. Fang deshalb mit einer leicht zu verändernden Gewohnheit an, das ist erfolgsvorsprechend und wird dich motivieren.

Noch ein Tipp, schreib dir auf, was du mit diesen Veränderungen erreichen möchtest. Mach dir klar, warum du diese Veränderungen willst. Fertige auch eine Liste mit den guten Angewohnheiten an, die du verkörpern möchtest. Schau dir diese Liste regelmäßig an! Veränderung stein Prozeß!

Schulanfang oder zurück in der Schule

„In der Schule lernen wir fürs Leben.“ Ja so heißt es, doch in den letzten beiden Jahren sind wegen der Corona-Pandemie viel Schule und Unterricht ausgefallen. Nun gut, die Bilanz ist sehr unterschiedlich, einige Schulen haben Wechselunterricht eingeführt, andere haben auf Homeschooling oder Onlineunterricht gesetzt, aber eins ist klar, es fand kaum regulärer Unterricht statt. 

Was ist wichtig? Hängt der Lernerfolg von Schülern an Intelligenz und Auffassungsgabe? Nun, die helfen sicher, sind aber gerade in der Grundschule weniger wichtig für den Erfolg. Die Einstellung zum Lernen ist hier und auch in den folgenden Jahren viel wichtiger. 

Die Lehrer spielen aber in jeder Phase des Lernens eine wichtige Rolle! Sie zeigen was Lernen ist, sie motivieren und vermitteln Fähigkeiten, die das Lernen erst ermöglichen. Nicht zu vergessen, dass auch die Mitschüler eine wichtige Rolle im Lernprozess spielen. Im Homeschooling muss das alles anders gemacht werden, aber kaum eine Schule war darauf vorbereitet, weder technisch, noch pädagogisch. Viele Lehrer waren genauso überfordert wie die Schüler. 

Daneben gibt es lernpsychologische Aspekte, die jedem Schüler helfen, ganz vorne dabei ist Disziplin, ohne die geht es schlicht nicht. Doch wo hernehmen in einer Ausnahmesituation? Oft stoßen Schüler an Ihre Grenzen, Beharrlichkeit und Ausdauer sind hier wichtig, doch wie können die im Homeschooling eingefordert werden? Tugenden wie Fleiß, Disziplin, Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit machen Sinn und erfolgreich, aber oft werden diese heute als veraltet abgelehnt. Eine Zeit lang wurden Tugenden wie Kreativität, Selbstverwirklichung und Solidarität in den Vordergrund gestellt, dann wieder waren es Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Kooperations- und Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Toleranz folgten danach. All diese Aspekte können Einfluss haben, aber ohne Fleiß, Disziplin, Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit geht es nicht. Lernen ist anstrengend, das ist nicht schlimm, das ist eine Tatsache. Mit der richtigen Einstellung zur Anstrengung kann daraus eine Erfolgsstory werden. 

Also, füllt die Zuckertüten mit der passenden Einstellung zum Lernen und freut Euch auf das neue Schuljahr, das hoffentlich im Präsenzunterricht stattfindet. In diesem Sinne, einen schönen und guten Schulstart! 

Bildung und Kultur – Leipzig Liest

Leipzig Liest ist gerade heute eine wichtige Veranstaltung für Kulturschaffende und die Bildung. Die Kulturbranche hat mit der Corona-Pandemie sehr gelitten und ein Ende ist nicht wirklich in Sicht. Wenn es um Bildung und vor allem Schulbildung geht, drängen sich die Versäumnisse der vergangenen Jahre genauso wie systematische auf. 

Schulen stehen aktuell in der Kritik, aber auch schon vor der Corona-Pandemie wurde die Qualität oder der Erfolg von schulischer Bildung stark kritisiert. Ein Problem und Kritikpunkt ist, dass die Leistung nicht gemessen und verglichen wird, sondern der Erfindungsreichtum von Lernmethoden. Dabei ist der Erfolg und das Funktionieren einer Lernmethode entscheidend. 

Natürlich muss jedem klar sein, dass Bildung weit mehr als nur schulische Ausbildung ist. Nichts desto trotz muss konstatiert werden, dass die Schule einen wichtigen Einfluss auf den Erfolg von Schülern, Kindern und Jugendlichen hat. 

Heute wird Bildung gerne mit griffigen Superlative beschrieben, Schlagworte, die sich gut anhören und den Zeitgeist spiegeln. Leider sagt das nichts darüber aus, was die Lernenden für die Zukunft lernen, ob sie befähigt werden verstehend zu lesen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, einzuordnen und weiterzudenken denken. 

Leistung und Lernwirksamkeit mit einem Zuwachs an Kompetenzen und Wissen muss wieder stärker in den Vordergrund treten, denn es geht am Ende nur darum, was Schüler lernen. Schulversagen und Schulabbruch wird oft mit fehlender Lese- und Rechenkompetenz in Verbindung gebracht. Lesen hat einen entscheidenden Einfluss auf den Schulerfolg, das muss jetzt noch mehr gefördert werden. 

Natürlich ist klar, dass Lockdown, Homeschooling und die Corona-Pandemie die Situation noch verschärft haben. 

Traditionelle Lernmethoden haben gerade bei Schülern mit einem schwierigen Bildungshintergrund von klaren Regeln und Ritualen in Kombination mit wiederholtem Üben des Grundwissens profitieren. Für die Schulen ein Erfolg, aber es klingt nicht modern und fortschrittlich und wird dementsprechend leider nicht gefördert. Förderung und Lob erfahren Schulen, die auf eine demokratische und vielfältige Schulkultur verweisen, deren Pädagogik achtsam und kooperativ sei, deren Anspruch antirassistisch, gewaltpräventiv und nachhaltig wäre. Wenn es denn funktionierte, gut, aber die Belege fehlen. Selbstbestimmter Unterricht ist für Schüler aus überwiegend bildungsfernen Milieus oft wenig hilfreich. 

Im Blog vom Friedrich-Maerker-Verlag wird genauer auf Leipzig Liest eingegangen. 

Zweisprachigkeit – Gedanken (6)

Zweisprachigkeit steht in einem Wechselverhältnis zu Identität und Kultur einer Person. Das heißt, eine Person, die zweisprachig ist und in zwei Sprachen kommunizieren kann, muss verschiedene Grundvoraussetzungen erfüllen, damit die Kommunikation in den zwei Sprachen gelingt und die Person wirklich als zweisprachig gelten kann. 

Um dies zu verdeutlichen muss als erstes definiert werden, was Sprache ist. Sprache ist ein sich stetig wandelndes kulturelles Konstrukt. Worte bedeuten an sich nichts, erst durch den Kontext erhalten sie von uns eine Bedeutung zugewiesen. In anderen Worten das Wort Tisch ist bedeutungslos, erst die Übereinkunft, dass wir mit Tisch einen bestimmten Gegenstand beschreiben, macht ihn zu dem uns bekannten Ding. Bei Gegenständen ist die Situation relativ einfach, aber es gibt viele andere Phänomene in unserer Sprache, die wir als gegeben hinnehmen, die aber kulturelle Übereinkünfte sind. Wir erlernen viele Aspekte in unserer Muttersprache unreflektiert, beim Fremdsprachenerwerb ist das anders, hier suchen wir plötzlich nach dem warum… „Sprachigkeit“ bzw. Sprachfähigkeit ist dementsprechend die Gesamtheit der Fähigkeiten, die uns ermöglichen eine Sprache so zu sprechen, dass sie der erfolgreichen Kommunikation dient. 

Selbstverständlich ist es möglich diese kulturellen Fähigkeiten in mehreren Sprachen zu erlernen. Manche Menschen wachsen in einem Haushalt mit unterschiedlichen Sprachen auf, oder eine Familie lebt im Ausland und die Sprache in der Familie unterscheidet sich von der bei der Arbeit, in der Schule und den Mitmenschen. Die Gründe für eine Mehrsprachigkeit können unterschiedlich sein, es ist auch nicht notwendig, dass von der Geburt an zwei Sprachen erlernt werden. Die Anforderungen an den Sprecher bleiben aber immer die gleichen: das Ziel der erfolgreichen Kommunikation. 

Zweisprachigkeit beinhaltet dementsprechend das Verstehen und Leben von zwei Kulturen, das hat Auswirkungen auf die Identität der Person. Denn das Erleben unterschiedlicher Kulturen erweitert einerseits den Horizont, zeigt Dinge, Perspektiven und Aspekte, die von der anderen Sprache aus ganz anders aussehen. Manche Menschen sehen ehr die Gemeinsamkeiten und weniger die Unterschiede. Wieder andere Menschen erleben eine Art Spaltung der Persönlichkeit, sie verbinden bestimmte Aspekte mit der einen Sprache und andere mit einer anderen Sprache. Es ist oft zu beobachten, dass in nur einer Sprache gezählt und gerechnet wird, aber das lässt sich um weitere Situationen erweitern, z.B. mit Ärzten oder Behörden zu sprechen. 

Zweisprachigkeit, Vor- und Nachteile im Leben der Betroffenen? (4)

Zweisprachigkeit wird allgemein positiv bewertet. Klar, man spricht mehrere Sprachen, super oder? Nun, sicher ist es eine gute Sache zweisprachig zu sein oder mehrere Sprachen fließend zu sprechen. Auch die Möglichkeit quasi ohne zu in die Schule zu gehen mehrere Sprachen zu lernen, wird oft mit Neid betrachtet. 

Aber oft heißt es auch, dass man in verschiedenen Lebenssituationen eine andere Sprache spricht und nicht wirklich versteht. Es kommt manchmal zu Missverständnissen, die man nicht wirklich erklären kann. Ab und an fühlen sich zweisprachige Menschen überfordert, unsicher, unverstanden, nicht dazugehörig… 

Eine typische Situation ist, dass Mitschüler oder Kollegen einen überraschend auffordern ein Wort oder einen Begriff zu übersetzen, aber man kann es nicht. Das Problem ist häufig nicht, dass man es nicht versteht, sondern, dass es einfach verschiedene Möglichkeiten gibt und keine wirklich zu passen scheint oder man in den verschiedenen Sprachen denkt und gar nicht übersetzt. Viele Menschen können bestimmte Dinge in einer Sprache, aber in der anderen nicht, ein Beispiel sind Gegenstände des Haushalts. Obwohl ich in Spanien viel Zeit verbracht habe und die Sprache gut spreche, gibt es Dinge, die ich nicht ausdrücken kann oder kenne, als ich von einem Handwerker nach einem Besen gefragt wurde, wußte ich nicht, was er von mir wollte. Natürlich kenne ich und habe ich Besen, aber das Wort dafür in der Zweitsprache war mir nicht geläufig. Das passiert jedem in verschiedenen Situationen. Oft wird dann die Sprachfähigkeit vom Gegenüber in Frage gestellt, oder man fühlt sich dumm oder unfähig. 

Aber das ist so nicht richtig, wir benutzen verschiedene Sprachen für die jeweiligen Dinge. Unser Sprachgebrauch hängt immer auch mit unserem Tun und unserem Alltag zusammen, bestimmte Worte, Redewendungen benutzen wir einfach nicht in der einen aber in der anderen Sprache. Wenn wir in eine derartige Situation geraten, dann bemerken wir das. Aber auch wenn wir uns dessen bewusst sind und die Situation verstehen, heißt es nicht, dass wir sie erklären können. 

Bei jüngeren Kindern wird zudem oft beobachtet, dass es zu einer Art babylonischen Sprachverwirrung kommt, das ist eine Phase, die geht vorbei, kann aber in der Schule zum Beispiel zu großen Schwierigkeiten führen. Dazu muss man wissen, dass der Spracherwerb nicht gleichförmig stattfindet, sondern ab und an in Schüben, dann wieder langsam oder schnell, vielleicht kommt es manchmal auch zu einem scheinbaren Stopp, einem Abbau an Fähigkeiten, das ist schwierig, frustrierend und erfordert Disziplin und viel Durchhaltevermögen. Auch die Tagesform kann einen Einfluss auf die momentanen Fähigkeiten haben. Die Erwartungen vom Gegenüber übersteigen oft die Realität, dabei ist Geduld nötig. Viele mehrsprachige Menschen glauben nicht, dass sie einen Vorteil haben, denn sie sehen die Hürden, Schwierigkeiten und negative persönliche Erfahrungen und doch haben sie diese genommen und am Ende Erfolg. Somit ist es ein Vorteil. 

Letzten Endes können zweisprachige Menschen in zwei Sprachen und Kulturen, das heißt auch zwei Denksystemen leben. Außerdem ist es ihnen möglich zwischen den Kulturen und Sprachen zu verhandeln und zu vermitteln, das ist in einer globalen Welt ein entscheidender Vorteil. Aber es muss hier einmal klar und deutlich gesagt werden, dass das sprechen einer Sprache nicht bedeutet, dass jemand die Sprache wirklich beherrscht, dazu ist es nötig, sie auch lesen und schreiben zu können und in unterschiedlichen Situationen anwenden zu können. 

Zweisprachigkeit, nur ein Trend? (3)

Sprache ist ein wichtiges Instrument für alle Menschen und die Sprache oder Sprachen, die ein Mensch spricht, bestimmen über sein Leben. Es gab zu jeder Zeit in der Menschheitsgeschichte Sprachen, die wichtig waren und solche, die zur Unterscheidung herangezogen wurden. Um diese Tatsache zu erklären, hier ein paar Erläuterungen. 

Früher galt das Latein als Sprache der Wissenschaften, wissenschaftliche Abhandlungen, ganz gleich, ob es sich um Naturwissenschaften, Theologie oder Philosophie oder was auch immer handelte, wenn die Inhalte nicht in lateinischer Sprache kommuniziert wurden, fanden sie kein Gehör. Das war beispielsweise ein großes Problem und Hindernis für Leonardo DaVinci. Er hatte keine formale Bildung, weder sprach noch schrieb er Latein, damit wurde sein Tun erschwert, da er nicht am aktuellen Diskurs teilnehmen konnte. 

Mit der Zeit wurde Sprache aber ehr noch wichtiger, es gab immer bestimmte Redewendungen und Formulierungen, um mit Menschen zu kommunizieren. Aber bestimmte Personengruppen haben oft auch eine Sprache zur Unterscheidung gewählt. Französisch war lange Zeit die Sprache des Adels und der Diplomatie. Wer diese Sprache nicht sprach, hat sich durch diesen Mangel selbst ausgegrenzt oder wurde von der Elite ausgegrenzt. 

Latein und Französisch waren aber nicht die Landessprache, trotzdem musste man sie sprechen, um am gesellschaftlichen Leben oder in den Wissenschaften teilzuhaben. Heute ist die Sprache, die jeder, um teilzuhaben, sprechen muss das Englische. Das heißt nicht, dass diejenigen, die das nicht können dümmer sind, aber ihnen fehlt die erforderliche Zugangsvoraussetzung. Wer mitmachen möchte, muss sich an bestimmte Regeln halten und dazu gehört es, die gleiche Sprache zu sprechen. Das wird auch in der Wortwahl deutlich, es gibt Worte, die eine bestimmte Färbung haben, aber dazu an anderer Stelle. 

Zweisprachigkeit ist dementsprechend kein Trend, es gibt sie seit eh und je. Es stellt sicher ein Hürde dar, eine Fremdsprache zu erlernen, aber es ist durchaus jedem problemlos möglich.