Bildung und Kultur – Leipzig Liest

Leipzig Liest ist gerade heute eine wichtige Veranstaltung für Kulturschaffende und die Bildung. Die Kulturbranche hat mit der Corona-Pandemie sehr gelitten und ein Ende ist nicht wirklich in Sicht. Wenn es um Bildung und vor allem Schulbildung geht, drängen sich die Versäumnisse der vergangenen Jahre genauso wie systematische auf. 

Schulen stehen aktuell in der Kritik, aber auch schon vor der Corona-Pandemie wurde die Qualität oder der Erfolg von schulischer Bildung stark kritisiert. Ein Problem und Kritikpunkt ist, dass die Leistung nicht gemessen und verglichen wird, sondern der Erfindungsreichtum von Lernmethoden. Dabei ist der Erfolg und das Funktionieren einer Lernmethode entscheidend. 

Natürlich muss jedem klar sein, dass Bildung weit mehr als nur schulische Ausbildung ist. Nichts desto trotz muss konstatiert werden, dass die Schule einen wichtigen Einfluss auf den Erfolg von Schülern, Kindern und Jugendlichen hat. 

Heute wird Bildung gerne mit griffigen Superlative beschrieben, Schlagworte, die sich gut anhören und den Zeitgeist spiegeln. Leider sagt das nichts darüber aus, was die Lernenden für die Zukunft lernen, ob sie befähigt werden verstehend zu lesen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, einzuordnen und weiterzudenken denken. 

Leistung und Lernwirksamkeit mit einem Zuwachs an Kompetenzen und Wissen muss wieder stärker in den Vordergrund treten, denn es geht am Ende nur darum, was Schüler lernen. Schulversagen und Schulabbruch wird oft mit fehlender Lese- und Rechenkompetenz in Verbindung gebracht. Lesen hat einen entscheidenden Einfluss auf den Schulerfolg, das muss jetzt noch mehr gefördert werden. 

Natürlich ist klar, dass Lockdown, Homeschooling und die Corona-Pandemie die Situation noch verschärft haben. 

Traditionelle Lernmethoden haben gerade bei Schülern mit einem schwierigen Bildungshintergrund von klaren Regeln und Ritualen in Kombination mit wiederholtem Üben des Grundwissens profitieren. Für die Schulen ein Erfolg, aber es klingt nicht modern und fortschrittlich und wird dementsprechend leider nicht gefördert. Förderung und Lob erfahren Schulen, die auf eine demokratische und vielfältige Schulkultur verweisen, deren Pädagogik achtsam und kooperativ sei, deren Anspruch antirassistisch, gewaltpräventiv und nachhaltig wäre. Wenn es denn funktionierte, gut, aber die Belege fehlen. Selbstbestimmter Unterricht ist für Schüler aus überwiegend bildungsfernen Milieus oft wenig hilfreich. 

Im Blog vom Friedrich-Maerker-Verlag wird genauer auf Leipzig Liest eingegangen. 

Zweisprachigkeit im Buch, wie funktioniert es? (1)

Hier werden in den folgenden Tagen 6 Artikel mit Überlegungen zur Zweisprachigkeit erscheinen…

Mariechen und das Geheimnis des Maibaums

Das von D.S. Felix verfasste Buch Mariechen und das Geheimnis des Maibaums ist Teil einer Reihe von zweisprachigen Kinderbüchern, die im Friedrich-Maerker-Verlag verlegt werden. Es gibt diese Bücher in 14 verschiedenen Sprachen, das heißt, immer in einer Sprachkombination mit Deutsch und einer weiteren Sprache, wie zum Beispiel, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch oder Türkisch. 

Das Motto des Verlages ist: Sprache ist Wissen und Wissen macht stark! 

Was das für das Buch Mariechen und das Geheimnis des Maibaums und Zweisprachigkeit bedeutet soll im Folgenden etwas genauer dargelegt werden. Zunächst einmal soll dazu festgestellt werden, dass Bücher sowohl ein Kulturgegenstand als auch ein Alltagsgegenstand für uns sind. Lesen ist eine entscheidende Kulturfähigkeit, die uns zu selbstbestimmten Menschen werden lassen kann. Das ist so, weil das Lesen weit mehr als Entziffern von Inhalten ist, es geht auch darum zu verstehen, was man da liest. Verstehendes Lesen führt, wenn es weitergedacht wird zum Wissenserwerb oder anders ausgedrückt zum lesenden Lernen. 

Der Leser kann aus der Art und Weise der verwandten Worte nicht nur den Inhalt erfahren, sondern auch die dahinterliegende Kultur, den Alltag, das Verständnis von Sachverhalten, wie, was ist Gut und Böse, und viele weitere Aspekte, die nicht direkt ausgedrückt werden. Das sind natürlich komplexe Fähigkeiten, die langsam eingeübt werden müssen und dabei können die zweisprachigen Wendebücher helfen. In den Büchern gibt es viele Zwischenfragen, die auf spielerische Art und Weise einerseits testen, ob das Gelesene verstanden wurde und andererseits das Fragen und Hinterfragen üben. Außerdem werden Alltagsgeschichten erzählt, die dennoch landeskundliche Aspekte behandeln und näher bringen. 

Die Tradition von Maibäumen gibt es tatsächlich, aber sie ist nicht mehr so stark verbreitet und so können Muttersprachler und Sprachlernende gleichermaßen etwas Neues erfahren. Aber theoretisch kann ganz allgemein über Feiertage und Besonderheiten im Mai gesprochen und nachgedacht werden, denn da gibt es in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Traditionen, die aber doch auch Gemeinsamkeiten aufweisen. Der Dialog und die Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden kann hier beispielsweise auch in Schulen genutzt werden, um Integration zu fördern. 

Das Besondere an den Büchern ist jedoch, dass es viele Möglichkeiten die Bücher zu lesen und einzusetzen gibt, es sind aber Angebote und kein Muss. Ein weiterer Aspekt, der hier noch kurz angesprochen werden soll, ist, dass diese zweisprachigen Bücher sowohl zum Selbststudium, aber auch zur Lektüre für Schulen herangezogen werden können. Dadurch dass der Text in zwei Sprachen in einem Buch ist, kann der Leser die Texte und Sprachen gegenüberstellen, aber da der deutsche Text von der einen und der fremdsprachliche Text von der anderen Seite her gelesen wird, muss das bewusst erfolgen, was den Lernerfolg steigert. Natürlich gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, die für jedes Alter und jedes Lernniveau etwas bereithält. 

Das zweisprachige Wendebuch: Mariechen und das Geheimnis des Maibaums bietet jungen Lesern Lesespaß und viele Möglichkeiten über Alltagskultur, Sprache und viele weitere Aspekte nachzudenken und etwas zu lernen. In diesem Sinne gilt: Sprache ist Wissen und Wissen macht stark. 

Das Lernen lernen

Es ist eine wichtige Kompetenz und doch scheint keiner so genau zu wissen, wo man ansetzen kann, um das Lernen zu erlernen. Das ist einmal mehr problematisch, da es aktuell große Diskussionen über die Schwierigkeiten mit Homeschooling, online Unterricht und digitalen Lernmöglichkeiten aufgrund der Corona-Pandemie gibt. Aus diesem Grund sollen an dieser Stelle ein paar Tipps zum effektiven Aneignen von Kenntnissen gegeben werden. 

Fakt ist, dass es nicht ganz so leicht ist, nachhaltig etwas Neues zu lernen. Eine Vielzahl unbekannten Informationen sollen möglichst dauerhaft im Gedächtnis verankert und sinnvoll verknüpft werden. Es ist für jeden möglich und mit ein paar Tricks könnt auch schnell Erfolge haben. 

Eine entscheidende Hilfe ist es Lernstoff zu strukturieren und Lernzeiten zu planen. Die Erklärung ist einfach, wer einfach wild drauflosarbeitet, läuft Gefahr, das Falsche zu lernen oder sich zu verzetteln. Also, erstmal einen Überblick über den Lernstoff zu verschaffen. Was ist eigentlich zu tun? Was gehört alles dazu? Welche Themenbereiche dürfen nicht vergessen werden? Wo finden sich die Inhalte? Wie viel Zeit habe ich? Aus diesen Informationen kann ein Lernplan erstellt werden, es wird klar, was wann zu tun ist.

Was mir persönlich sehr geholfen hat, schreibend lernen, aber mit der Hand schreiben. Wer kennt es nicht, was man aufgeschrieben hat, behält man besser. Tippen bringt viel weniger, Copy und Paste bringt so gut wie gar nichts. Wer den positiven Lerneffekt des Schreibens nutzen möchte, sollte die wichtigsten Lerninhalte per Hand und in eigenen Worten aufschreiben. Wer möchte, kombiniert das Aufschreiben gleich mit dem System einer Lernkartei. 

Ebenfalls eine persönliche Erfahrung ist, dass es hilft Abends zu lernen, denn Schlaf verankert die Informationen. Die Erklärung ist, dass es eine wichtige Funktion des Tiefschlafs ist, Gelerntes und Erlebtes im Gedächtnis zu verankern. Diesen Effekt nutze man, indem man abends lernt. Allerdings empfiehlt es sich nicht bis zum letzten Moment zu lernen, ein wenig Zeit zum Abschalten brauchen Körper und Geist vor dem Einschlafen.

Man sollte aber immer dem eigenen Rhythmus folgen. Das heißt, man sollte sich beim Lernen nicht an sklavische Zeitvorgaben halten, sondern den eigenen Tagesrhythmus beachten. Manche Menschen sind am Vormittag besonders leistungsfähig, andere erst abends, und je aufnahmefähiger, fitter und motivierter man ist, umso leichter lernt man natürlich auch.

Eine gute Arbeitstechnik, ist es singend zu lernen. Fakten mit Musik verbinden Kleinkinder häufig im Kindergarten, aber das funktioniert natürlich auch für alle anderen Lernalter. In Kombination mit Melodie und Rhythmus kann das Gedächtnis auch sehr abstrakte Informationen viel leichter behalten. Das kann man immer dann nutzen, wenn es darum geht, Zahlen, Formeln oder Listen auswendig zu lernen. Will man sich dann an das Gelernte erinnern, ist die Melodie eine Gedächtnisstütze.

Es hilft aber auch über das Gelernte zu sprechen. Lernen ist häufig eine recht einsame Sache, aber gerade im Gespräch mit anderen verstehen wir oft mehr von einem Thema und können es uns danach besser merken. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich deshalb einen Lernpartner suchen und sich regelmäßig mit ihm oder ihr über das Gelernte austauschen. Das macht auch mehr Spaß als alleine zu lernen, und Spaß ist ein wichtiger Motivationsfaktor. 

Beim konzentrierten Arbeiten und Lernen sind Pausen wichtig. Zwischendurch muss der Kopf kurz abschalten dürfen. 25 Minuten konzentriert arbeiten, danach 5 Minuten Pause einlegen, am besten mit Bewegung oder einer Entspannungsübung. Um schnell den Anschluss wieder zu finden, sollte man sich vor der Pause mit einem Zeichen die Stelle markieren, an der man aufgehört hat. Dann geht es mit der nächsten 25-Minuten-Einheit weiter. Jeweils nach vier Lerneinheiten ist eine längere Pause von mindestens 15 Minuten sinnvoll.

Auch der Arbeitsplatz sollte entsprechend eingerichtet und vorbereitet sein, damit das Lernen leichter fällt. Prinzipiell kann man überall lernen. Trotzdem hat die Gestaltung des Arbeitsplatzes Einfluss auf das Lernen. Ein guter Arbeitsplatz sollte ordentlich sein und möglichst wenig Ablenkungen bieten. Alle benötigten Arbeitsmaterialien sollten einen festen Platz haben und in Griffweite liegen. Am besten bereitet man am Ende einer Lernsitzung den Arbeitsplatz wieder für die folgende Sitzung vor.

Nutzt aktiv alle Sinne beim Lernen. Fakt ist, wir lernen besser, wenn wir verschiedene Sinne mit einbeziehen. Dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten: Mindmaps, Skizzen oder Bilder zu bestimmten Sachverhalten anfertigen. Farben, Symbole, Unterstreichungen und andere Markierungen in den Unterlagen helfen, das Wichtigste sinnlich zu erfassen und schnell wiederzufinden. Wer beim Lernen auf und ab geht oder immer mal wieder den Lernort wechselt, schafft stärkere Verknüpfungen. Auch lautes Vorsprechen kann viel bewirken. Eselsbrücken und Merkhilfen sind völlig legitim und sollten zum Lernen genutzt werden. 

Ohne Wiederholung geht es nicht, Wiederholung gehört zum Lernen dazu, erst nach mehrmaligem Lernen ist es wirklich fest verankert. Die Wiederholungszeiten sollten deshalb von vornherein fest mit eingeplant werden, sonst ist die Gefahr groß, dass man bald wieder von vorne anfangen muss, weil zu vieles vergessen wurde. Ein Tipp, wer Karteikarten angelegt hat, lernt jetzt besonders effektiv. Die Karten können schließlich einzeln wiederholt werden. Was sitzt, wird beiseitegelegt, bei Unsicherheiten wird die Karte bald noch einmal wiederholt.

Lesen während der Corona-Pandemie

Seit Jahren hören wir immer die gleiche Leier, es wird zu wenig gelesen, Kinder und Jugendliche sollen mehr lesen und wir haben keine Ahnung, wie wir sie um Lesen bekommen. Nun, steht in der Stuttgarter Zeitung geschrieben, dass die Zeit, die Jugendliche im Jahr von Covid19 mit dem Lesen verbringen um 20 Minuten gestiegen ist. Hurra. Endlich ist das Ziel erreicht?  

Nun, ganz so optimistisch ist die Situation dann doch nicht. Es wird nichts darüber gesagt, ob mehr Jugendliche lesen, sondern nur, dass länger gelesen wird. De Frage, wie Jugendliche zum Lesen motiviert werden können, ist und bleibt nach wie vor unbeantwortet. Die gute Nachricht ist, dass viele 12 bis 19’Jährigen fast täglich zum Buch greifen, aber der Anteil der Leser im Verglich zu den Nichtlesern hat sich nicht und wenn kaum verändert. 

Es ist und bleibt eine große Aufgabe Kinder und Jugendliche fürs Lesen zu begeistern. Viele kleine und größere Verlage haben ein Buchsortiment, dass Lesen fördern möchte, da wird auf Interessen und Schwierigkeiten von Lesern eingegangen. Im Friedrich-Maerker-Verlag werden diesbezüglich zweisprachige Wendebücher und Nacherzählungen von Klassikern angeboten. Es ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft und das schließt neben den Eltern und Lehrern auch alle anderen Menschen ein. Es gibt die Stiftung Lesen und vielfältige Initiativen, um zu motivieren und Interesse zu wecken. Die Auswahl an Textsorten, Themen und auch Sprachen ist sehr vielfältig, da kann für jedes Kind ein Buch gefunden werden. Zudem gibt es neben Büchern, Lesehefte und vielfältige digitale Angebote. 

Ein Problem ist, dass es häufig an der Lesekompetenz scheitert. Dieser Mangel findet sich bei den Kindern, aber oft schon bei den Eltern, damit sich die Schwierigkeiten nicht fortsetzen, ist es wichtig, dass dem Lesen mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Dazu aber in einem kommenden Beitrag mehr. 

Der Friedrich-Maerker-Verlag ist ein kleiner regionaler Verlag, der Leseförderung und Sprachförderung verbindet. Im Sortiment finden sich Kinder- und Jugendbücher, die sich besonders dadurch auszeichnen, dass Sie zweisprachig sind. Da gibt es Kinderbücher in 14 verschiedenen Sprachen! Da finden sich auch Lektüren für Kinder mit Migrationshintergrund und solchen, die Deutsch lernen.  

Bücher, Buchmesse und Pandemie

Die Buchmesse in Leipzig wurde genauso abgesagt, wie viele andere Messen auch. Zunächst einmal ist das einfach traurig. Dann ist es aber auch verständlich, dass zum Schutz Maßnahmen getroffen werden müssen. 

Die Buchbranche ist als Teil der Kulturbranche von der Corona-Pandemie stark betroffen. Für viele Aussteller ist die Absage der Messe sehr schwierig. Jetzt hat das öffentlich rechtliche Fernsehen angekündigt, verstärkt Literaturformate in ARD und MDR zu bringen. Hätte die Messe stattgefunden, wäre es sicher auch wieder ein beliebter Programmpunkt geworden über die Leipziger Buchmesse zu berichten. 

Natürlich kann das Fernseh-Ersatzprogramm eine Messe sicher nicht ersetzen, aber es zeigt sich, dass das Interesse an Büchern und Geschichten ungebrochen ist. Buchmarkt, Verlage, Autoren und natürlich auch die Leser haben im vergangen Jahr auf die Absage mit einer starken Beteiligung an online und im Fernsehen stattfindenden Programmen reagiert. Nichts desto trotz ist die Enttäuschung groß, wieder auf die Buchmesse verzichten zu müssen. 

Bei den Fernsehprogrammen und auch online werden viele kleine Verlage mit Ihren Büchern erneut nicht präsent sein. Der Friedrich-Maerker-Verlag setzt deshalb auf eine eigene online Präsenz. Die Verlagshomepage verwandelt sich kontinuierlich, es gibt jetzt einen Shop und im Katalog finden sich Leseproben zu allen Büchern. Der Blog bietet regelmäßig aktuelle Informationen, genauso wie unter der Rubrik Rein-ge-fuchs-t eine Wortsammlung entsteht, in der Bergriffe aus den nacherzählten Klassikern genauso wie solche, die in aktuellen öffentlichen Diskursen eine Rolle spielen erklärt. Das Hauptaugenmerk vom Friedrich-Maerker-Verlag liegt aber nach wie vor auf Büchern für Kinder und Jugendliche mit dem Fokus auf Sprachen und Fremdsprachen. Klassiker und Märchen werden in einfacher Sprache und aufgearbeitet angeboten. 

Für’s Leben lernen wir…

Seit nun über einem Jahr befinden wir uns in einer Art Ausnahmezustand, der so genannten Corona-Pandemie. Anfangs war nicht wirklich klar, was da auf uns zukam, aber es kam und kommt nach wie vor, denn bisher ist kein Ende in Sicht. 

Gerade in Schulen und Bildungseinrichtungen ist nun ein gutes Konzept nötig. Es wird viel versucht und es gibt reichlich Ideen, aber keinen Plan und keine Struktur, auf die Schulen und Lehrer vertrauen können. Klar ist, die Digitalisierung hat an den Schulen nicht stattgefunden. Es gibt natürlich bessere und schlechtere Beispiele und der schwarze Peter soll niemandem zugeschoben werden, aber nach über einem Jahr muss etwas passieren. Gerade jetzt sollte Bildung im Vordergrund stehen. 

Schade ist natürlich, dass wir alle recht unvorbereitet waren und nach wie vor kein wirkliches Konzept zum Umgang mit der Pandemie haben. Das trifft auf Bildungseinrichtungen genauso zu, wie auf viele andere Bereiche des täglichen Lebens. Monatelang fand und findet kein Unterricht statt, der Schulbesuch wird immer wieder unterbrochen und nichts passiert? Nun, vieles wird gemacht und überdacht, es gibt durchaus Richtlinien für Lehrer, es gibt die digitale Kompetenz Lehrender. Das ist ein europäischer Referenzrahmen, der leider noch nicht durchgehend realisiert ist. Außerdem fehlt es über ein klares Konzeptfür die Umsetzung in den jeweiligen Bildungseinrichtungen, also beispielsweise an den Schulen. Dabei gibt es Lernplattformen, Webseiten und vielfältige Inhalte, die genutzt werden können. Die Stiftung Lesen hat ein vielfältiges Angebot, von dem Eltern, Erzieher, Lehrer und Kinder profitieren können. Es gibt ein Deutsches Schulportal, das sich besonders an Lehrer richtet, der Deutschlandfunk hat ein extra Programm für Wissen, wie auch viele weitere Anbieter sich engagieren. 

Der Anfang ist gemacht. Jetzt geht es darum ein Konzept zu entwickeln, in dem nicht einseitig, sondern übergreifend und ganzheitlich gedacht wird. Aus der Vielfalt der Möglichkeiten, die uns online und analog zur Verfügung stehen, sollten wir eine bunte Mischung wählen. So kann das Lernen neu gelernt werden und in jeder Situation funktionieren.

Denn klar, Lernen ist nicht nur das Lernen, sondern vor allem auch eine Einstellung. Wir hören hoffentlich nie auf zu lernen. 

Homeschooling und digitaler Unterricht

Homeschooling und digitaler Unterricht scheinen eine natürliche Lösung für ein drängendes Problem, zu Beginn der Corona-Pandemie wurden viele Lösungen schnell gefunden und verwirklicht, doch jetzt werden Stimmen laut, die eine klare und rechtlich sichere Lösung fordern. Das heißt, es müssen Standards gefunden und Regeln eingehalten werden. Es müssen Lizenzen gekauft und Datenschutz eingehalten werden, daneben muss das System sicher, stabil und für alle Schüler funktionieren. 

Homeschooling hört sich nach einer guten Möglichkeit an, um den Präsenzunterricht in Zeiten der Corona-Pandemie abzulösen, doch es gibt auch Schwierigkeiten. Ein großes Problem sind der Zugang und die technischen Voraussetzungen für die Schüler und Lehrer, aber natürlich müssen Programme und Apps eingesetzt werden, für die die Schulen Lizenzen kaufen müssen. 

Digitaler Unterricht ist für viele Schüler, ihre Eltern, aber auch Lehrer eine große Herausforderung. Die meisten Menschen sind nicht ganz so flexibel und technisch versiert, wie sie es meinen und wir es alle gerne wären. Hier ist individuelle und professionelle Hilfe nötig. Programme und Apps, die Schüler, Eltern und Lehrer kennen und nutzen können sind dazu genauso wichtig, wie die Sicherheit, dass diese Programme und Apps auch in Zukunft noch funktionieren und benutzt werden können. 

Aber, nachdem viele Schulen zunächst nur zeitlich beschränkt gültige Lizenzen erworben haben, muss nun neu verhandelt. Es werden datenschutzkonforme Lösungen für Schulen, Lehrer und Schüler benötigt und das zu einem erschwinglichen Preis. Das ist nicht leicht. Denn auch viele der Anbieter dieser Software haben wegen der plötzlichen Krise Sonderkonditionen gewährt, doch nun möchten sie natürlich entsprechend entlohnt werden. Die Bildungsinstitutionen unterstehen den Bundesländern, die müssen nun handeln, bevor es zu einer Situation kommt, in der der Schulunterricht nicht mehr sichergestellt werden kann. Es ist eine große Verantwortung, denn an der Bildung hängt unsere persönliche Zukunft genauso wie die der Gemeinschaft, also des Landes, der Europäischen Union und der westlichen Zivilisation. 

Doch zurück zum Problem mit dem Datenschutz, Fakt ist, dass der Europäische Gerichtshof im Juli das Datenschutzschild zwischen der EU und den USA für ungültig erklärt und angeordnet hat, zu überprüfen, ob Microsoft mit seinen Standardvertragsklauseln einen Datenschutz auf EU-Niveau bieten kann. Es gibt in dieser Frage noch keine Lösung. Wir sind von den IT-Lösungen aus den USA abhängig, haben keine eigenen Systeme und damit sind wir die Bittsteller, und unsere Daten sind das Zahlungsmittel, das widerspricht dem europäischen Datenschutz. Ein Nutzungsverbot wäre sehr schwierig, denn neben den Programmen und Apps fiele auch die Nutzung von YouTube, Office und vielen weiteren Diensten weg, die in der Arbeitswelt und im Alltag viel Raum haben. Es ist eine sehr komplizierte Situation. Beispielsweise in Bayern wird versucht Schullösungen zu finden, die datenschutzkonform werden. Aber das dauert alles. home

Buchmesse ohne Besucher

Frankfurter 2020 online

Nachdem die Frankfurter Buchmesse 2020 online stattgefunden hat, kann nun darüber nachgedacht werden, was diese Veränderung mit uns und dem Buch macht. 

Klar ist, dass dieses Jahr Autoren und Bücher großer Verlage verstärkt Aufmerksamkeit erhalten haben. Das überrascht nicht, Werbung und Aufmerksamkeit, wie auch ein Netzwerk an Möglichkeiten Aufmerksamkeit zu erzeugen, stehen für Erfolg. Das heißt nicht, dass die anderen Bücher, Autoren, Illustrationen, Übersetzer und Verlage schlechter oder uninteressanter sind, ihnen fehlt die Aufmerksamkeit. Aber auch das ist in Bezug auf die Frankfurter Buchmesse weder neu noch überraschend. Die Messe ist groß und für die Großen. 

Nischen-Verlage oder kleine Verlage im Aufbau hatten es dort immer schwer und viele waren nie oder nur in einem Gruppenauftritt vertreten. 

Das Event als solches hat dieses Jahr nun also nicht stattgefunden, das Geschäft hat sich aber nicht groß verändert. Die Verlagerung ins Internet hat allerdings die Aufmerksamkeit in den herkömmlichen Medien geschmälert. Das ist für den Kunden schwierig, denn der Kontakt zum Buch und der Buchbranche ist für viele Leser und auch Nichtleser wichtig. Die Besuchertage, an denen Schüler und Gruppen durch die Hallen strömen, haben einen indirekten Einfluß auf das Leseverhalten zahlreicher Menschen. 

Messe ohne Besucher

Eine Messe ohne Besucher, das geht doch nicht! Oder doch? Nun, die Antwort fällt sicher nicht leicht. 

Die Diskussion um Bücher, Inhalte und Autoren, die sich auf Debatten und die aktuelle Lage der Menschen ganz allgemein bezieht, kann in eingeschränkter Art und Weise stattfinden. Allerdings kann hier eine Chance geöffnet werden, die die Beteiligung von anderen bisher schweigsamen Personen ermöglicht. Die Verlagerung ins Internet bietet Chancen und Möglichkeiten, aber es birgt auch die Gefahr einer weiteren Trennung. Eine Lösung wird erst die Zeit bringen, wenn sich die Neuorientierung zu einem neuen Standard etabliert hat. Derzeit können Verlierer und Gewinner, wie eine breite verunsicherte Masse gefunden werden. Es ist offen, wie es weiter geht und wohin es führt. 

Es gibt trotzdem klare Verlierer und das sind diejenigen, die eine Messe ermöglichen, Logistik, Transport, genauso wie Gastronomie und Hotellerie haben empfindliche Einbussen hinnehmen müssen. Hinter einer Messe steckt einfach ein riesiger Apparat. 

Lesen ist sicher nicht out

Jedes Jahr erscheinen seit je her unzählige Bücher, die ohne Aufmerksamkeit gefunden zu haben wieder verschwinden. Es gibt auch zahlreiche Verlage, denen es ähnlich geht. Autoren leben oft nicht vom Verkauf ihrer Bücher, sondern von den Lesungen, die sie halten, ihnen fehlt diese Messe mit Ihren Events genauso, wie all die anderen Messen und kulturellen Veranstaltungen. 

Lesen ist sicher nicht out und viele Wenig-Leser haben in Zeiten der Corona-Pandemie zurück zum Buch gefunden. Viele Verleger haben die Möglichkeit der Öffentlichkeit genutzt, um vorsichtigen Optimismus zu äußern, das ist sicher eine positive Auswirkung der Corona-Pandemie, die so niemand erwartet hatte. Dieses Jahr wurde nicht der Tod des Buches angekündigt, aber vieles ist anders und muss neu gedacht werden. 

Bitte nicht vergessen, dass das Buch ein kultureller Wert unserer Gesellschaft und als solcher schützenswert ist. Das Buch steht für Freiheit, ganz besonders Meinungsfreiheit, aber es steht auch für Wissen und die Wissensgesellschaft, das ist die Grundlage einer zukunftsorientierten Meritokratie. Bisher zeichneten diese Eigenschaften Europa und die so genannte westliche Welt und Lebensweise aus. Natürlich ist das Buch auch ein Wirtschaftsgegenstand, der dementsprechend gehandelt wird und pecuniären Eigenschaften und Richtlinien unterliegt; aber das ist eben nur ein Aspekt. 

Ansichtskarten Antworten

Nach sechs langen Wochen kehrt José nach Barcelona zurück. Der Sommer neigt sich dem Ende zu uns in einer Woche soll doch tatsächlich die Schule wieder beginnen. Er kann es nicht glauben. Der Sommer in Linares de la Sierra bei Tante Tschatschi war … tja, was war er denn? Eine Erfahrung der besonderen Art, die unerwartet schön und aufregend war. Er kann es nicht besser in Worte fassen. 

Aber er freut sich auch auf Barcelona und sogar ein bisschen auf die Schule, er wird wieder in die Schule gehen können. 

Zurück in Barcelona geht er mit seinen Eltern die Treppe zur Wohnung hoch, seine Mutter schließt die Tür auf, dann gehen sie hinein. Zuhause. Neben der Tür ist eine Kommode, mit einem Spiegel und oben drauf findet José zwei Stapel mit Briefen. Ein Stapel ist für die Eltern und der andere ist für ihn. Die Briefe sind von David, er ist sprachlos. 

Während seinen Ferien bei der Tante in den Bergen Andalusiens hat er ihm regelmäßig Ansichtskarten geschrieben, aber José wußte nicht, ob sie angekommen sind. Und jetzt hat er hier so viele Briefe liegen. Er nimmt sie in die Hand und geht zu seinem Zimmer, dort beginnt er sie nach dem Datum zu sortieren, dann öffnet er den ersten. 

David hat nicht nur auf die Ansichtskarten von José geantwortet, sondern ihm auch von seinem Sommer geschrieben. Fahrradtouren und Ausflüge mit der Familie in der näheren Umgebung. José sitzt auf dem Bett und liest die Briefe von David und schaut sich die Fotos und Bilder an. 

Ansichtskarten – Tag 21

Hallo David, 

jetzt bin ich fast sechs ganze Wochen hier in Linares, ich habe neue Freundschaften geschlossen. Tante Tschatschi ist echt ne coole Frau, sie sieht zwar nicht, aber sie ist witzig und weiß so viel. Aber Übermorgen fahren wir zurück Nachhause, nach Barcelona, aber vorher wird es ein Abschiedsfest geben. Das ganze Dorf will zusammen feiern. Das hätte ich nicht erwartet, aber so ist das hier auf dem Dorf, alle feiern zusammen. 

Am kommenden Tag fahren dann Alle wieder zurück, viele von uns werden nach Barcelona fahren. Es fühlt sich komisch an, Barcelona, die Schule und alles dort scheint so weit weg. 

Ganz liebe Grüße

José

Von welchem Baum sind die Blätter? © D.S. Felix 2014
Von welchem Baum sind die Blätter? © D.S. Felix