Fremdsprachenerwerb im Grundschulalter (2)

Wenn Kinder im Grundschulalter eine Fremdsprache lernen sollen, tun sie das meist nicht aus eigenem Antrieb, sondern, weil sie dazu genötigt werden. Die Idee möglichst zeitig mit dem Lernen zu beginnen ist sicher richtig und wichtig. Allerdings gibt es trotz allem einige Dinge zu berücksichtigen. Kinder lernen sicher schnell und leicht, aber sie lernen auch gemäß bestimmten Mustern. Bei kleinen Kindern ist es eine riesige Masse an Input, der quasi aufgesogen und dann verarbeitet wird. Das gibt besonders für kleine Kinder im Alter bis zum Schuleintritt.

Um also einen Lernerfolg zu erzielen, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Wichtig ist dabei ganz selbstverständlich Kontinuität, Ferien unterbrechen nicht nur den Alltag, sondern auch die Lernkontinuität. Selbst nach einem langen Wochenende können Lehrer und Eltern feststellen, dass bereits gelerntes vergessen wurde.

Damit jedoch von Lernkontinuität gesprochen werden kann, muss das Kind die neue Sprache täglich einige Stunden hören. Wenn das der Fall ist, wird das natürliche Lernen möglich. Dazu saugt das Kind Sätze und Wörter in Massen in sich auf. Auf der Basis der aufgenommenen Worte und Sätze leitet es Regelmäßigkeiten und Gesetzmäßigkeiten ab. In anderen Worten, das Kind tut ganz automatisch das, was alle älteren Menschen, beginnend mit etwa 10 Jahren im Schulunterricht tun. Grammatik und Systeme und Regeln lernen. Aber normaler Unterricht kann die nötige Intensität zum natürlichen Lernen nicht erreichen oder auch nur annähernd nachahmen, dazu reicht die Zeit bei weitem nicht aus.

Natürlich gibt es Schulen, die bilingualen Unterricht anbieten. Das sind gute und hilfreiche Projekte, aber auch sehr schwer umzusetzen. Denn gerade in der Grundschule ändert sich sehr viel bei den Kindern. Es ist eine Art Übergangsphase, in der sie zum Teil noch dem natürlichen Lernen folgen, aber auch anfangen das Arbeitsgedächtnis stärker zu nutzen, das heißt strukturiert und logisch zu denken. Diese Fähigkeit muss trainiert und geschult werden. Dazu kommt, dass Kinder etwa mit 7 Jahren ihre kommunikative Unschuld verlieren, das heißt, sie beginnen damit Sprachen bewusst zu vergleichen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Unterricht darauf reagieren muss und sich eben vom Spiel verabschiedet und zum anleitenden Stil übergeht, in dem Strukturen, wie beispielsweise die der Grammatik thematisiert werden. Wenn das nicht passiert, kann es leicht dazu kommen, dass sich ein Kind unterfordert fühlt und dann abschaltet und wichtige Dinge schlichtweg verpasst. Unterforderung ist ein wesentlich größeres Problem als Überforderung!

Gucken Sie sich doch mal die zweisprachigen Bücher des Friedrich-Maerker-Verlags an, da finden Sie Möglichkeiten Kinder mit Spaß zu fordern. Die Kinder können alle in der Grundschule neu erworbenen Fähigkeiten einsetzen: Lesen, schreiben, kombinieren, Fremdsprachen und das ganze über Geschichten, die noch dazu kulturelle Inhalte vermitteln. 

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