Lesen als kleine Flucht, Lesen ist leben (2)

Einerseits ist Lesen natürlich eine Herausforderung, andererseits bietet es auch Möglichkeiten zu fliehen. Und genau aus diesen beiden Gründen sollten Kinder, Jugendliche, Schüler, Studenten und auch Erwachsene immer und immer wieder zum Lesen angehalten werden.

Eine Wahrheit ist, dass, wer unter Druck gesetzt wird, keinen Spaß am Lesen haben wird. Deshalb wird von zahlreichen Pädagogen empfohlen Lesen als Art und Weise des Fliehens darzustellen. Lesen als kleine Flucht. Das nähme ihrer Meinung nach den allgemeinen Druck weg und fördere Lesen als eine Art Luxus, um sich selbst zu verwöhnen. Es findet also kein weiterer Test statt.

Eine Möglichkeit ist also, dass Lehrer ihren Schülern oder Eltern ihren Kindern erklären, dass sie eine bestimmte Zeit zum Entfliehen nutzen möchten und, dass man dies immer wieder in regelmäßigen Abständen gemeinsam tun würde. Nach kurzer Zeit wird die Art der kleinen Flucht in den Alltag übergehen. Eine kleine Flucht, sei es eine Stunde oder nur eine halbe Stunde lesend zuzubringen, wird viel im Leben des Einzelnen verändern.

Wichtig hierbei ist, dass die Kinder immer freien Zugang zu Büchern haben und dass man ihnen nicht vorschreibt, welches Buch zu lesen sei. Klar, greifen Kinder und Jugendliche gerne Mal zu Büchern, die sie noch nicht verstehen können, aber wenn Interesse da ist, dann sollte es unter keinen Umständen durch Sprüche wie, das ist aber noch nichts für dich zerstört werden. Jemanden vom Lesen abzuhalten ist eine Form der Zerstörung!

Wichtig ist hier auch wieder die Vorbildrolle, die Lehrer und Erwachsene haben, sollte nie vergessen werden. Alle Lehrer sollten als Leser in der Erinnerung der Schüler bleiben und idealer Weise auch alle Erwachsene, welche die Kinder kennen. So sehen sie, dass es etwas Normales und Selbstverständliches ist zu lesen. In Schulen kann man Lehrer bitten, ihre Lieblingsbücher mitzubringen und am Anfang des Unterrichtes daraus vorzulesen oder zu berichten. Das kostet nicht viel Zeit, hat aber eine große Wirkung. Schüler werden dann beginnen sich über das Leseverhalten und Vorlieben bei Büchern von ihren Lehrern zu unterhalten. Damit wäre das Lesen im Alltag der Schüler angekommen.

So wichtig wie der Zugang zu Büchern ist auch, dass Kinder und Jugendliche eine Umgebung haben, in der es Printmedien gibt. Zeitungen und Zeitschriften gehören genauso dazu wie Bücher. In der Schule können auch Pinwände und Wandbilder gestaltet werden. Denn wer umgeben ist vom gedruckten Wort, wird das als normal empfinden und später selbst suchen oder gestalten. Eine Pinwand in der Schule, die zeigt, welche Bücher andere lesen oder gelesen haben, kann eine hervorragende Empfehlungsfunktion haben.

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