Aktuelle Klassiker – Nacherzählungen

Oft werde ich gefragt, warum ich mich mit den Klassikern beschäftige. Die Antwort fällt mir leicht, sie sind zwar in der Vergangenheit entstanden, aber die Autoren haben es geschafft, Themen zu bearbeiten, die noch heute wichtig sind und nichts an ihrer Aktualität verloren haben. Manchmal ist es nicht ganz einfach das auf den ersten Blick zu sehen, aber es gibt Probleme, mit denen wir uns immer und immer wieder beschäftigen.

Um meinen Standpunkt zu verdeutlichen, möchte ich kurz auf Kleider machen Leute von Gottfried Keller eingehen. Von diesem Buch habe ich D.S. Felix eine Nacherzählung geschrieben, die dieses Jahr im Friedrich-Maerker-Verlag erschienen ist. Die Novelle ist nach wie vor aktuell, weil es immer noch Menschen gibt, die ihr Gegenüber nach dem Aussehen und der Kleidung beurteilen. Aber damit noch nicht genug, Kleidung entscheidet darüber, wie jemand geachtet oder wertgeschätzt oder eben verachtet und unberücksichtigt wird. Wer nicht die entsprechende Kleidung trägt und die erwünschten äußeren Zeichen zur Schau trägt, wird bei der Bank keinen Kredit bekommen, im Vorstellungsgespräch keinen Erfolg haben und auch bei seinen Mitmenschen wenig Freunde finden. Das sagt aber über die Person als solche noch nichts weiter aus, als dass sie bestimmte oberflächliche Kriterien nicht erfüllt. Das Warum spielt dabei keine Rolle.

Aussehen und somit Oberflächlichkeit ist, wie zu sehen ist, ein großes Thema. Das bestätigt jeder Blick in die Zeitschriften, das Fernsehen und natürlich auch die Geschäfte. Muss man sich dem beugen, nun, genau das ist hier die Frage. Verbiege ich mich? Passe ich mich an? Also, in anderen Worten: Bin ich, wer ich bin? Oder, erfinde ich mich neu?

Dieses Thema behandelte Gottfried Keller in seiner Novelle und jetzt gibt es diese Novelle Kleider machen Leute als Nacherzählung von D.S. Felix. Die Nacherzählung eignet sich für Kinder ab 9 Jahre, es gibt Erklärungen, Zusatzinformationen und Anregungen zum Text. Die Illustrationen sind von der englischen Malerin Sue Meynell und spiegeln das zugrundeliegende romantische Motiv. Das heißt, die Geschichte, die Keller erzählt, handelt von einem Schneidergesellen, der nach höherem strebt, sich in eine reiche Bürgerin verliebt und diese gegen alle Wahrscheinlichkeiten heiratet, den Aufstieg schafft und somit alle seine Ziele erreicht.

Eine schöne Geschichte, die Mut macht. Vermutlich war es genau das, was mir daran so gut gefallen hat, der fast märchenhafte Charakter der Novelle. Aber lest selbst und entscheidet dann, was ihr davon haltet. Keller’s Kleider machen Leute, nacherzählt gibt es direkt beim Friedrich-Maerker-Verlag oder es kann überall im deutschen Buchhandel bestellt werden.

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