Lesekompetenz – ein Link

Diesen Artikel habe ich am Sonntag den 7. September in Die Zeit gefunden:

LESEN LERNEN Die Buchstabenhüpfer

http://www.zeit.de/2014/35/lesen-lernen-schule-buecherwurm

wirklich sehr lesenswert.

Für Lehrende und Personen, die sich mit Bildung von Kindern befassen kann auch dieser Link von Interesse sein:

childLex (German Children‘s Book Corpus)

https://www.mpib-berlin.mpg.de/de/forschung/max-planck-forschungsgruppen/mpfg-read/projekte/childlex

Für diejenigen, die sich zum Thema Kognition Gedanken machen und einen Einblick wünschen:

Kognitive Fähigkeiten des Menschen

https://www.medien.ifi.lmu.de/lehre/ws0506/mmi1/kognitive-faehigkeiten.xhtml

Lesen ist ein spannendes Thema…

Neues Schuljahr, neue Vorsätze

Jedes Schuljahr beginnen unzählige Schüler mit gutem Gefühl. Sie haben Pläne, Hoffnungen und Träume. Diese positive Stimmung sollte genutzt werden. Um dies zu erreichen, sollte ein neues Schuljahr auch ein Neuanfang sein können. Leider ist das nicht immer gegeben, viele Chancen werden ungenutzt vergeben. Dabei kann es so viel Spaß machen, etwas Neues zu lernen. 

Kinder sind neugierig und diese Neugier muss gefördert und erhalten bleiben. Dazu ist nicht viel nötig, ein paar Freiheiten lassen und einfach anbieten statt zwingen. Eine gute Möglichkeit ist es Schülern zu zeigen, was es alles gibt. 

Viele Kinder und Jugendliche sind nicht abgeneigt zu lesen oder Fremdsprachen zu erlernen, aber der Zwang zu lesen, der wirkt negativ. Andererseits sind Wettbewerbe für Kinder auch Anreize. Besonders Jungen scheinen Wettbewerbe zu suchen. Das ist bekannt und kann gezielt eingesetzt werden. 

Denn mal ehrlich, klar ist es wichtig Fremdsprachen zu lernen. Genauso wichtig ist es Lesen zu können. Das sind Werte, die Europa zu dem gemacht haben, was es ist. Europa zeichnet sich durch eine demokratische Gesellschaftsordnung aus. Wichtig ist hierbei die Wertschätzung von Wissen und Bildung, aber ebenso von Kreativität und Individualismus. Dies wurde erreicht durch die Verbreitung der allgemeinen Alphabetisierung, jeder hat die Möglichkeit und auch die Pflicht Lesen und Schreiben zu lernen. Damit einher geht die Fähigkeit logisch zu Räsonieren. Wer dies beherrscht bringt alle Voraussetzungen mit sich zu einem kritisch denkenden Individuum zu entwickeln, das selbstbestimmt und unabhängig seinen Weg geht. 

Manch ein Schüler wird sich der Tatsache selbst auch bewusst sein, vielleicht besonders nach den Ferien. Während den Sommerferien reisen viele Menschen, dort sehen sie Neues und Bekanntes, wer dies bewusst und fragend seine Welt wahrnimmt, wird die Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkennen und sich selbst darin zu verorten suchen. 

Sehr beliebte Reiseziele sind im Süden Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland, aber auch die Türkei ist bei vielen sehr beliebt. Andere wiederum bevorzugen Skandinavien oder andere nördliche Regionen. 

Die Landessprache zu beherrschen ist etwas, das Kinder und Jugendliche sehr beeindruckt. Sie sind auch oft noch so offen, dass sie gerne die Sprache lernen. Wenn dieses Potential nur annähernd genutzt würde, dann stünde es um die Fremdsprachenkenntnisse vieler Schüler und Erwachsener deutlich besser. Natürlich kann keine Schule alle Fremdsprachen anbieten, aber das Interesse und die Offenheit kann gefördert werden beispielsweise, indem in der Schulbibliothek Bücher und Informationen zu diesen Sprachen zu finden sind. Es gibt zweisprachige Bücher, die sich speziell an Schüler der Grundschulen richten. Auch für ältere Schüler lassen sich Fremdsprachliche Lektüren finden. Genauso gibt es deutsche Klassiker, die vereinfacht und modernisiert wurden. Beide Beispiele bieten Möglichkeiten, um Schüler zum selbstständige Lesen zu motivieren. Denn diese Beispiele zeigen, wie Schüler ohne fremde Hilfe selbstständig mit Fremdsprachen oder schweren Klassikern umgehen können. Ein neues Schuljahr sollte für einen Neuanfang genutzt werden. 

Kulturelle Unterschiede

Jeder, der eine Fremdsprache lernt, muss sich zwangsläufig auch mit der Kultur seiner Sprecher auseinandersetzen. Das hört sich nach Zwang an, liegt aber im eigenen Interesse. Englisch ist die Fremdsprache, die heute jeder beherrschen sollte, deshalb soll im Folgenden ein wenig über die us-amerikanische Kultur im Unterschied zur deutschen berichtet werden. 

Anrede: Was jeden Deutschen erstaunt und in Verlegenheit bringt, ist die Tatsache, dass es in der Englischen Sprache keine Unterscheidung zwischen du und Sie gibt. Und so wird in den USA jeder sofort per Du angesprochen. Das ist so auch in England oder anderen englischsprachigen Regionen zu beobachten. Aber in den USA geht es noch weiter, hier wird auch gleich der Vorname benutzt. Das verwundert dann doch selbst die Hartgesottenen. 

Bezahlung: Bargeld lacht, von wegen, in den USA ist Bargeld nicht so gern gesehen. Es scheint extrem, aber selbst die Dose Kola am Kiosk wird mit der Kreditkarte bezahlt. Gut, manch einer wird argumentieren, dass das praktisch ist, aber unter uns gesagt, die Kreditkartenkosten, sind für Deutsche enorm, wer also versucht ein amerikanisches Bankkonto mit Karte einzurichten, wird eine Bank aufsuchen, der Angestellte wird den Klienten nun begrüßen, klar, per du aber auch mit dem Vornamen. 

Zum Beispiel: „Hi, wie geht‘s dir? Ich bin Mike und wie heißt du?“ In Deutschland würde das jeder als unseriös verstehen, aber in den USA ist das normal und hat nix saloppes. Es klingt ungezwungen und scheinbar leicht, aber manchmal fehlt einem die nötige Distanz zum Gegenüber. Auch Altersunterschiede scheinen durch das freundliche Du und den Vornamen weniger gewürdigt zu werden. Man scheint den Menschen auf Anhieb nahe und verbunden, als ob man sie schon immer kennen würde. 

Aber genauso wie die freundliche Frage, wie es einem geht, ist das ständige Duzen keine wirkliche Nähe und Vertraulichkeit. Keiner erwartet, dass man ehrlich auf die Fragen antwortet, es ist viel mehr ein standarisiertes Verhalten, um positives Denken zu unterstreichen und zu fördern. Und genau das wird damit auch erreicht. Man startet positiv in eine Unterhaltung, es sind Höflichkeitsfloskeln, die zum us-amerikanischen Way of life dazugehören, wer das versteht, hat viel gelernt.

Lernen ist so wichtig wie nie

Lernen bestimmt nicht nur die Kindheit, es hört nie auf! Das ist auch nicht weiter schlimm, denn der Mensch ist zum Lernen gemacht! Der Lernprozess beginnt schon vor der Geburt.  Wir lernen durch Erfahrungen und die setzen schon vor der Geburt ein. Durch Eindrücke entstehen neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen des Gehirns, bestehende Verbindungen werden gestärkt. Kurz und gut, wir vernetzen uns. 

Kinder machen täglich große Fortschritte, die jeder mit Erstaunen beobachten kann. Ist das bei Erwachsenen anders? Auch heißt es oft, dass Erwachsene beim Fremdsprachenerwerb Probleme hätten. Nein, nicht grundlegend. 

Lange ging man davon aus, dass nur bis in die Pubertät Hirnzellen gebildet werden und Heranwachsende deshalb implizit lernten. Deshalb hieß es, Erwachsene könnten zwar auch noch lernen, müssten dies aber anders tun. 

Fakt ist, dass sich das Gehirn ständig verändert und in der Pubertät verändert sich das Gehirn in sofern, dass es am Ende weniger Gehirnzellen hat, aber die verschiedenen Areale werden besser vernetzt und effektiver. Nach der Pubertät werden die Verbindungen mit Fett umschlossen, diese Ummantelung sorg für schnellere Verbindungen. In anderen Worten, die kognitive Leistung wird verstärkt und besser. Auch weiter bleiben die Fähigkeit synaptische Neu- und Umbildungsprozesse im Alter erhalten. 

Menschen können große Mengen an Daten speichern, es gibt Hochrechnungen, die behaupten, dass es sich um etwa den Inhalt von zwei Millionen CDs. Die Informationen werden im Gehirn aber nicht einfach abgelegt, sondern in einem aufwändigen mehrstufigen Prozess gespeichert. Dabei werden unwichtige Informationen verworfen. Der Prozess dauert das ganze Leben. 

Oft wird es daran fest gemacht, dass Laute nicht mehr exakt nachgeahmt werden können. Allerdings ist dies ein Mythos! Es ist auch Erwachsenen noch möglich alle Laute zu immitieren, aber die Fähigkeit kann einrosten. Eine weitere Behauptung ist, dass Kinder sich mehr trauen und dies beim Fremdsprachenerwerb hilft. Das stimmt teilweise, ist aber ehr eine Typfrage, es gibt extrovertierte Menschen und ehr introvertierte. Introvertierte Menschen lernen mehr für sich und haben oft einen sehr großen Wissensschatz, trainieren aber das sprechen nicht und hören sich deshalb weniger authentisch an. Aber egal, wer, je mehr man etwas übt, desto besser gelingt es. 

Erwachsene müssen nicht anders lernen als Kinder, wenn die Motivation stimmt, dann funktioniert es genauso gut wie bei Kindern. Fakt ist dass sich viele Erwachsene das Lernen schwerer machen. Wir haben viele Dinge falsch beigebracht bekommen und sind mit Irrtümern aufgewachsen. Dabei ist es möglich Vokabeln und Grammatik intuitiv abzuleiten und ein Sprachgefühl zu entwickeln. Auch Zuhören ist wichtig und ein großes Manko bei vielen Lernern. Aber am Wichtigsten ist die Motivation!

Bildung versus Ausbildung

Ein momentan viel diskutiertes Thema ist die Bildung. Gut, meistens geht es darum, dass bestimmte Schultypen nicht toll sind, Schüler Lernziele nicht erreichen oder die Rangliste von Vergleichsstudien nicht zufriedenstellend sind. Dabei werden viele Themen gemischt und wenig klare Aussagen getroffen. Weder Bildung, Lernziele noch die Abgrenzung zur Ausbildung werden klar thematisiert. Dabei ist es entscheidend klare Aussagen zu treffen, wenn man einen Standpunkt darstellen oder etwas bewegen möchte.

Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung

Die Unterscheidung von Bildung und Ausbildung wird häufig nicht gemacht. Um die Bedeutung der beiden Worte klar zu machen, soll an dieser Stelle eine Definition folgen. Zunächst also die Ausbildung und darauf die Bildung. Ausbildung ist ein Prozess zur Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten, darin inbegriffen ist die Erziehung und Anleitung. Durch die Ausbildung, kann sich ein Mensch alle Voraussetzungen um Bildung zu erhalten. Bildung kann demzufolge das Ergebnis der Ausbildung sein. Es ist eine Art angestrebtes Ideal, das über die Ausbildung hinausreicht.

Bildung bedeutet Anstrengung

Bildung war lange ein hohes Ziel, welches das Bürgertum auszeichnete. Jedem war klar, dass man nur durch Bildung seine eigene Position in der Welt verbessern kann. Leider wird dieses Ziel nicht mehr angestrebt. Oder besser ausgedrückt, heute streben viele nicht Wissen und Bildung an, sondern wollen Stars werden, aber bitte ohne Anstrengung. Das ist ohne Anstrengung allerdings nicht möglich.

Beispiel Lesen

Ganz gleich, was man machen möchte ohne Anstrengung geht es nicht. Lesen zum Beispiel ist eine Kulturfähigkeit, die Europa und die Welt erst zu dem gemacht hat, was es heute ist. Lesen zu lernen ist zunächst eine Anstrengung, erst mit der Zeit und der entsprechenden Übung, wird es eine Freude. Nichts desto trotz ist die Fähigkeit des Lesens wirklich entscheidend, um zu einem gebildeten Individuum heranzureifen. In anderen Worte, Lesen ist die Fähigkeit, die uns mündig macht und es erlaubt kritisch für sich selbst zu entscheiden und als Individuum zu handeln.

Wer nicht Lesen kann, wird heute für ungebildet gehalten. Aber auch ungebildete Menschen müssen, um am Alltag teilzuhaben, lesen können und die meisten können es. Das zeigt, dass Lesen und Lesen Unterschiede sind. Jemand, der liest, wird mehrere Dinge auf ein Mal machen, einerseits, wird er die Worte, die in schriftlicher Form festgehalten sind, mündlich wiedergeben können. Je nach Bildungsgrad wird der Leser es verstehen, wiedergeben, in den Kontext einordnen oder gar vergleichen und weiterdenken können. 

Ohne Lesen geht heute nichts mehr!

Aber das Gute ist, es kann auch viel Spaß machen und Freude bereiten. Wer einmal regelmäßig liest, zu Leser geworden ist, der wird es nicht mehr missen wollen. Natürlich, es gibt gute Lektüren und weniger gute. Die Wahl liegt beim Leser. Abschließend bleibt festzustellen, dass Bildung ein Ziel ist, dass eine Person erreichen kann. Ausbildung dagegen erfährt ein Mensch durch Institutionen wie die Schule und eigenes Engagement. Lesen gehört dazu.

Gute Gründe Fremdsprachen zu lernen

Es gibt viele gute Gründe weshalb man Fremdsprachen lernen sollte. Am vorteilhaftesten ist es natürlich Mehrsprachigkeit anzustreben. Aber auch sehr gute Fremdsprachenkenntnisse sind viel wert. 

Jedem wird es einleuchten, dass man mit sehr guten Fremdsprachenkenntnissen auf Reisen viele kleine Hürden leichter nehmen kann. Es wird möglich mit den Menschen vor Ort in ihrer Sprache zu sprechen, kann sich besser informieren und versteht am Ende auch, was vor sich geht. Aber es geht noch weiter darüber hinaus nur die Speisekarte zu verstehen. Denn auch ohne zu Reisen, wird die fremde Kultur besser verstanden. Unterschiede werden kein Befremden hervorrufen, sondern können zu einer tieferen Einsicht führen. 

Es gibt zahlreiche Studien und Untersuchungen, die belegen, dass je mehr Fremdsprachen man spricht, desto besser sei es für die Gesundheit unseres Hirns. Das Gehirn ist kognitiv flexibler, das hat in allen Lebenslagen, in denen man mit Neuem konfrontiert wird Vorteile, nämlich, dass reagiert werden kann und nicht resigniert wird. Und selbst wenn einsprachige Erwachsene mit der Situation auch umgehen können, wird es sie mehr Energie und Anstrengung kosten. Zweisprachige Menschen sind einfach schneller und ihr Gehirn benötigt weniger Energie.

Auch im Alter profitieren wir davon Fremdsprachen zu sprechen, ein wesentlicher Vorteil scheint zu sein, dass die geistige Fitness von Menschen, die mehrere Sprachen sprechen länger erhalten bleibt und anhält. Allerdings lässt sich das über alle sagen, die Lesen und geistig aktiv sind. 

Menschen, die mehrere Sprachen sprechen, können sich oft differenzierter, klarer und gezielter ausdrücken. Das hat viele Vorteile sowohl im Privatleben, wie im Beruf. Ihnen fällt es auch einfacher neue Worte zu verstehen oder einzuordnen. Auch die Geschwindigkeit ihrer Auffassungsgabe ist höher. Bei zweisprachigen Kindern wurde festgestellt, dass sie schneller bei der Lösung von Problemen sind. Es gibt auch Untersuchungen, die zeigen, dass zweisprachige Menschen rationalere Entscheidungen und weniger emotionale Entscheidungen treffen. 

Aber diejenigen, die behaupten, dass Alzheimer oder andere altersbedingte Krankheiten zwei- oder mehrsprachige Menschen nicht treffen, haben leider nicht recht. Es ist zwar wahr, dass sie oft erst später betroffen sind und dass der Verlauf der Krankheiten meist langsamer ist, aber verhindern kann man diese Krankheiten nicht. 

Tatsache ist, dass Zwei- oder Mehrsprachigkeit ein Gehirntraining ist, dass sich lohnt. Man schaltet schneller. Das bringt Vorteile. 

Digitales Lesen als Chance für die Literatur

Mit herzlichem Dank an die Verlegerin von Chou-Publishing, hier ihr Plädoyer für digitales Lesen:

Die Arbeit gibt den Rhythmus vor, man hat zunehmend weniger freie Zeit, die man meist aktiv gestalten soll und will. Dadurch bekommt das Lesen immer mehr das Flair des Mauerblümchens, das draußen keine Chance hat und sich besser mit seinen Buchstaben im Hause verkriecht.

Die Lösung für dieses Dilemma kann im digitalen Lesen zu finden sein, in neuen, kurzen Büchern, die nur kurze Aufmerksamkeitsspannen beanspruchen. So kann man kann sich auch im unruhigen Umfeld immer wieder neu und gründlich auf das Buch konzentrieren.

Auch wenn gern das Gegenteil behauptet wird, kurze digitale Texte müssen nicht zwingend flach sein. Essays haben schon seit jeher gezeigt, dass 600 Seiten nicht das Minimum sein müssen, man kann kluge Gedanken auch auf engerem Raum zum Blühen bringen. Dazu muss man nur auf die ellenlangen Schachtelsätze verzichten, was aber besonders bei den werten Germanisten-Kollegen auf wenig Gegenliebe trifft. Ähnliches gilt für detaillierteste Beschreibungen der Topographie, die ebenfalls endlich in den längst fälligen Ruhestand geschickt werden sollten. Seitenschinden und gleichzeitig damit die Intelligenz und Kraft der Phantasie der Leser infrage stellen? Das ist unnötig und unhöflich, aber die Fronten bewegen sich nur unmerklich. Die Verteufelung der digitalen Bücher erfolgt immer noch mit schöner Regelmäßigkeit. Zu flach, substanzlos, laienhaft… diese Adjektive sind nur die Spitze der Schmähungen.

Mit diesem Hochmut graben wir aber dem Buch ein tiefes Grab. Die Zukunft liegt im Digitalen. Smartphones und Tablets sind immer präsent, Bücher nicht. Diese Chance sollten Verlage und Autoren endlich nutzen, denn auch technische Gegenstände können zu wundervollen Bibliotheken werden, es gibt für jedes System die passende Lese-App. Dafür braucht es keinen speziellen Reader, digital lesen kann jeder, der ein etwas neueres Kommunikationsgerät sein Eigen nennt. Hier liegt die Chance dafür, dass man keine Ausreden für das Nicht-Lesen hat. Lesen ist dann auf einmal wieder chic und verliert sein tristes kärgliches Image. Jetzt braucht es nur noch Bücher, die sich ebenfalls den veränderten Anforderungen anpassen. Der Buchdruck wurde schließlich lange vor der Industrialisierung erfunden, er stammt aus einer vollkommen anderen Ära. Aber auch neueste Texte werden immer noch als Baumbücher konzipiert, wie damals in der guten alten Zeit. Dabei ist es höchste Zeit für eine Erneuerung, für eine Anpassung an den Menschen. Der Mensch soll sich nicht ans Buch anpassen müssen, das muss das Buch tun. Um fit zu sein, muss es auch abspecken, in seinem Fall muss es kürzer werden. Und als Fußnote möchte ich hier noch anbringen, dass man auch im digitalen Raum wunderbar schachteln kann, das beweise ich mit meinen Zeilen wohl recht eindrücklich.

Be polite, don’t confuse us, make it simple! Dieses Motto einer meiner Englischdozentinnen muss die Devise für Texte sein, die auch heute noch ihre Leser erreichen. So hält man einen Text kurz und überstrapaziert dabei weder das Zeitmanagement noch die Geduld des Lesers. Damit erweisen Autoren und Verlage ihren Lesern einen unschätzbaren Gefallen. Die meisten Leser schätzen einen klar formulierten klugen Gedanken doch wesentlich mehr als ein verklausuliertes Konstrukt, das meist nicht dazu in der Lage ist, die Leere, die so häufig in ihm ist, zu verdecken. Und in der Belletristik sollte eine kurze Beschreibung der Figuren und der Orte mehr als ausreichend sein, den Rest übernimmt die Phantasie des Lesers nur zu gerne. So kann Lesen wieder zum Anlass für das bunte Feuern der Synapsen werden, ein Feuerwerk, das das ganze Jahr andauern kann. 

Vielen Dank sagt Buchstabenspiel! 

Noch mehr Lerntipps (3)

Nachdem in den vorhergehenden Artikeln schon einige Tipps zum Thema Lernen gegeben wurden folgen hier weitere, beispielsweise die Aspekte Lernen und Bewegung und der Zeitfaktor. 

Bewegung und Lernen

Das Gehirn ist ein Organ, es funktioniert aber auch wie ein Muskel und bedarf des täglichen Trainings. Bewegung spielt hierbei eine viel größere Rolle, als wir es schlechthin glauben wollen. Bewegung unterstützt die Vernetzung der Gehirnzellen. Die Konzentration der Lernenden wird gesteigert. Aber durch Bewegung werden auch Stresshormone abgebaut. Bewegung und Lernen gehören also untrennbar zusammen. 

Wer es nicht glaubt, der kann zum Test mal während eines Telefonates im Raum herumlaufen. Der zu beobachtende Effekt ist, dass die Konzentration steigt. Bewegung muss also nicht Leistungssport sein, sondern beginnt bereits im Kleinen. 

Fast genauso wichtig wie Bewegung ist eine Struktur. Denn nachhaltiges Lernen erfolgt in Sinnzusammenhängen. Es geht beim Lernen stärker um das Vernetzen von Einzelheiten als um Faktenpauken. Im Langzeitgedächtnis bleiben als Zusammenhänge erlernte Fähigkeiten. Für das Erlernen von Sprachen heißt das, dass Vokabelpauken nichts bringt, stattdessen ist Kontextualisieren zu bevorzugen, weil hier Zusammenhänge im Vordergrund stehen. 

Der Zeitfaktor beim Lernen

Eine häufig gestellte Frage von vielen Schülern, die eine Fremdsprache lernen ist, wie lange brauche ich, um Spanisch, Deutsch oder welche Sprache auch immer zu erlernen? Diese Frage kann nur individuell beantwortet werden, da es Menschen gibt, die schneller lernen und solche, die langsamer lernen. Beides hat Vor- und Nachteile, denn meist ist das Wissen derer, die schnell lernen auch ehr kurzfristig und das derer die langsam lernen dauerhafter. Sie sehen schon, es ist nicht immer ganz einfach. 

Jeder Mensch benötigt unterschiedlich lange für den Prozess des Lernens. Das heißt, jeder benötig individuell unterschiedlich viel Zeit zur Aufnahme der Informationen und deren Verarbeitung. Dabei darf nie vergessen werden, dass Wiederholungen sehr wichtig sind. 

Zum Lernprozess gehört auch Schlaf. Der Schlaf ist für die Gedächtnisbildung sehr wichtig, besonders der Tiefschlaf. Ruhephasen und Konsolidierung des Wissens, also Übungen sind entscheidende Aspekte der Vernetzung von Gelerntem. Nur so, kann Gelerntes vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis befördert werden. Achten Sie also immer darauf, dass nicht nur gelernt und geübt wird, sondern auch ausreichend geschlafen, nur so wird das Lernen wirklich erfolgreich. 

Was Sie ändern, wenn Sie lernen: 

Sie werden Spaß am Lernen und Weiterentwickeln empfinden. Fremdsprachen werden kein Hindernis mehr sein, sondern eine willkommene Herausforderung. 

Sie werden ausgeglichener sein, weil Sie glücklicher sind und weniger Stress empfinden und, weil Sie einfach lernen können. 

Lerntipps für Groß und Klein (2)

Das Gehirn lernt gerne. Lernen sollte wie eine Droge sein. Und wer sich schon einmal Wissen selbst erarbeitet hat, dabei etwas Gelerntes wirklich verstanden hat und anwenden konnte, der wird mehr wissen wollen. Langfristige Lernziele helfen dabei Fähigkeiten zu entwickeln und diese zu benutzen. Wer so lernt, wird das Gehirn in seiner Ganzheit nutzen können und nicht nur einzelne kleine Teile. 

Individualität des Lernprozesses

Lernen ist ein individueller Prozess, bei dem es nicht darum geht eine bestimmte Menge an Wissen in einen beliebigen Kopf zu füllen, sondern darum, dass ein Individuum gemäß seinen Vorassetzungen lernt. Das heißt einerseits, dass es nötig ist, dass jeder für sich, herausfindet und weiss, welche Art und Weise zu lerne ihm am meisten liegt. Andererseits heißt es aber auch, dass Unterricht so gestaltet werden muss, dass alle Sinne gefordert werden. Lernen muss individuell sein, um Erfolg zu haben. 

Je individueller Unterricht gestaltet wird, desto höher wird die Beteiligung der Schüler sein und desto größer die Konzentration, die ein Lernen erst ermöglicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass Lernende und Schüler etwas dauerhaft lernen wird durch eine individuelle Gestaltung erst möglich. 

„Von nichts kommt nichts“

Ja, richtig, das hört sich nach einem dummen Spruch an. Der Spruch enthält aber auch einen wahren Kern. Niemand kann etwas lernen ohne dafür etwas zu tun. Hinzukommt, dass das Gelernte angewandt werden muss. Ein anderer Spruch sagt: „Use it or loose it.“ Wie wahr, Dinge, die wir nicht benutzen vergessen wir langsam wieder. Um dies zu verhindern ist es notwendig, dass Gelerntes stetig benutzt und wiederholt und somit im Hirn gefestigt wird. 

Das Gehirn lernt dann am leichtesten, wenn es einen Sinn darin sieht. Das kann eine Motivation oder eine Belohnung sein. Aber Belohnung bedeutet nicht Eiscreme, sondern beispielsweise Anerkennung für einen guten Vortrag eines Referates zu einem selbstgewählten Thema. Das selbstgewählte Thema entspricht der Eigenmotivation. Eigenmotivation und Belohnung erhöhen den Lerneffekt enorm. 

Außerdem wird es einen Langzeitfeffekt geben, das heißt, das Gehirn möchte den Erfolg wiederholen. Alle guten Erfahrungen möchte man wieder und wieder und möglichst noch intensiver erleben. Dopamin ist der Neurotransmitter, der im Gehirn ausgeschüttet wird und für diese Hochgefühle sorgt. 

Noch mal kurz zusammengefasst

Es gibt viele Möglichkeiten das Lernen positiv zu gestalten. Ganz wichtig ist hierbei das Individuum als solches zu berücksichtigen und die Methodik auf selbiges abzustimmen. Außerdem muss jedem klar sein, dass Anstrengung beim Lernen hilft und wichtig ist. Die Motivation und die Belohnung helfen dann als Verstärker. In Teil 3 werden noch weitere Lerntipps gegeben, wie zum Beispiel der Zusammenhang von Lernen und Bewegung erörtert wird und auch der Zeitfaktor. 

Lernen sollte Spaß machen (1)

Das Lernen ist ein individueller Prozess und um bessere Erfolge beim Lernen zu erzielen, sollte er auch als solcher behandelt werden. Mit individuell abgestimmten Methoden wird sich der Lerner mehr und auch nachhaltiger merken.

Was sind gute Vorraussetzungen zum Lernen?

Es gibt vieles, was unser Gehirn gut verarbeiten kann und es gibt andere, die es nicht gut verarbeitet. Nur, wer seine Möglichkeiten kennt wird die best möglichen Ergebnisse erzielen. Hier ein Beispiel: Im Fremdsprachenunterricht wird großen Wert auf Grammatik und die Grammatikregeln gelegt. Das ist sicher richtig und wichtig. Aber das Gehirn versucht selbstständig Regeln abzuleiten und schafft dies meist auch, man sollte also weniger Wert darauf legen Grammatikregeln auswendig zu lernen. Stattdessen reicht es diese zu erwähnen und zu erklären und dann viele Beispielsätze zu zeigen, bilden zu lassen und der Lernerfolg wird größer. Wer gehirngerechte Methoden benutzt, wird schneller und besser lernen. 

Gute Methoden sind diejenigen, die dem Lernenden Arbeitsweisen aufzeigen, die auf die normale Funktion des Gehirns abgestimmt sind und den Lerner weiterbringen. Sie werden den Lernenden auch glücklich machen, da er sich nicht mehr unnötig quälen muss. Von Natur aus sind Kinder neugierig und wissbegierig, diese Fähigkeit sollte genutzt werden. 

Was stört den Lernprozess?

Viele Schüler und Schülerinnen lernen sehr vieles in kurzer Zeit in der Schule. Das hört sich toll an. Leider ist es kein wirkliches Wissen, sondern kurzfristig abrufbarer Lernstoff, der nach der Klassenarbeit oder der Klausur schon fast wieder vergessen ist. Es ist kein Wissen, dass von den Schülern nachhaltig angewendet werden kann. Aber schlimmer, die Schüler empfinden es auch nicht als etwas Schönes und Beglückendes. 

Wer nur für kurzfristige Erfolge lernt, verursacht sich und seinem Gehirn Stress. Dieser wird als negativ empfunden und ist schlecht für das Gehirn. Auch hier wieder ein Beispiel aus dem Fremdsprachenunterricht: Vokabellernen gehört zum Fremdsprachenerwerb. Gut das stimmt, aber macht es wirklich Sinn Wortketten wie Hund-dog zu lernen oder sollte man sich besser auf Texte und somit Kontexte beziehen? Vorteile haben Texte und Kontexte allemal, weil viele Vokabeln, je nach Kontext etwas anderes bedeuten. Außerdem, der Kontext lässt oft auch auf die Bedeutung der Vokabel bzw. des Wortes schließen. Das Kontextualisieren kann also wesentlich zum Verständnis nicht nur von Texten beitragen. 

Kurz und Gut

Diese Einführung zum Verständnis für das Lernen zeigt, dass es viele Aspekte gibt, die das Lernen beeinflussen. Aber wird auch verdeutlicht, dass es wichtig ist, wie gelernt wird und dass Störfaktoren möglichst gering gehalten werden sollten, um Erfolge zu erzielen. Diese Einführung wird sich im zweiten Teil mit konkreten Lerntipps auseinandersetzen.