Lesekompetenz – ein Link

Diesen Artikel habe ich am Sonntag den 7. September in Die Zeit gefunden:

LESEN LERNEN Die Buchstabenhüpfer

http://www.zeit.de/2014/35/lesen-lernen-schule-buecherwurm

wirklich sehr lesenswert.

Für Lehrende und Personen, die sich mit Bildung von Kindern befassen kann auch dieser Link von Interesse sein:

childLex (German Children‘s Book Corpus)

https://www.mpib-berlin.mpg.de/de/forschung/max-planck-forschungsgruppen/mpfg-read/projekte/childlex

Für diejenigen, die sich zum Thema Kognition Gedanken machen und einen Einblick wünschen:

Kognitive Fähigkeiten des Menschen

https://www.medien.ifi.lmu.de/lehre/ws0506/mmi1/kognitive-faehigkeiten.xhtml

Lesen ist ein spannendes Thema…

Gute Gründe Fremdsprachen zu lernen

Es gibt viele gute Gründe weshalb man Fremdsprachen lernen sollte. Am vorteilhaftesten ist es natürlich Mehrsprachigkeit anzustreben. Aber auch sehr gute Fremdsprachenkenntnisse sind viel wert. 

Jedem wird es einleuchten, dass man mit sehr guten Fremdsprachenkenntnissen auf Reisen viele kleine Hürden leichter nehmen kann. Es wird möglich mit den Menschen vor Ort in ihrer Sprache zu sprechen, kann sich besser informieren und versteht am Ende auch, was vor sich geht. Aber es geht noch weiter darüber hinaus nur die Speisekarte zu verstehen. Denn auch ohne zu Reisen, wird die fremde Kultur besser verstanden. Unterschiede werden kein Befremden hervorrufen, sondern können zu einer tieferen Einsicht führen. 

Es gibt zahlreiche Studien und Untersuchungen, die belegen, dass je mehr Fremdsprachen man spricht, desto besser sei es für die Gesundheit unseres Hirns. Das Gehirn ist kognitiv flexibler, das hat in allen Lebenslagen, in denen man mit Neuem konfrontiert wird Vorteile, nämlich, dass reagiert werden kann und nicht resigniert wird. Und selbst wenn einsprachige Erwachsene mit der Situation auch umgehen können, wird es sie mehr Energie und Anstrengung kosten. Zweisprachige Menschen sind einfach schneller und ihr Gehirn benötigt weniger Energie.

Auch im Alter profitieren wir davon Fremdsprachen zu sprechen, ein wesentlicher Vorteil scheint zu sein, dass die geistige Fitness von Menschen, die mehrere Sprachen sprechen länger erhalten bleibt und anhält. Allerdings lässt sich das über alle sagen, die Lesen und geistig aktiv sind. 

Menschen, die mehrere Sprachen sprechen, können sich oft differenzierter, klarer und gezielter ausdrücken. Das hat viele Vorteile sowohl im Privatleben, wie im Beruf. Ihnen fällt es auch einfacher neue Worte zu verstehen oder einzuordnen. Auch die Geschwindigkeit ihrer Auffassungsgabe ist höher. Bei zweisprachigen Kindern wurde festgestellt, dass sie schneller bei der Lösung von Problemen sind. Es gibt auch Untersuchungen, die zeigen, dass zweisprachige Menschen rationalere Entscheidungen und weniger emotionale Entscheidungen treffen. 

Aber diejenigen, die behaupten, dass Alzheimer oder andere altersbedingte Krankheiten zwei- oder mehrsprachige Menschen nicht treffen, haben leider nicht recht. Es ist zwar wahr, dass sie oft erst später betroffen sind und dass der Verlauf der Krankheiten meist langsamer ist, aber verhindern kann man diese Krankheiten nicht. 

Tatsache ist, dass Zwei- oder Mehrsprachigkeit ein Gehirntraining ist, dass sich lohnt. Man schaltet schneller. Das bringt Vorteile. 

Digitales Lesen als Chance für die Literatur

Mit herzlichem Dank an die Verlegerin von Chou-Publishing, hier ihr Plädoyer für digitales Lesen:

Die Arbeit gibt den Rhythmus vor, man hat zunehmend weniger freie Zeit, die man meist aktiv gestalten soll und will. Dadurch bekommt das Lesen immer mehr das Flair des Mauerblümchens, das draußen keine Chance hat und sich besser mit seinen Buchstaben im Hause verkriecht.

Die Lösung für dieses Dilemma kann im digitalen Lesen zu finden sein, in neuen, kurzen Büchern, die nur kurze Aufmerksamkeitsspannen beanspruchen. So kann man kann sich auch im unruhigen Umfeld immer wieder neu und gründlich auf das Buch konzentrieren.

Auch wenn gern das Gegenteil behauptet wird, kurze digitale Texte müssen nicht zwingend flach sein. Essays haben schon seit jeher gezeigt, dass 600 Seiten nicht das Minimum sein müssen, man kann kluge Gedanken auch auf engerem Raum zum Blühen bringen. Dazu muss man nur auf die ellenlangen Schachtelsätze verzichten, was aber besonders bei den werten Germanisten-Kollegen auf wenig Gegenliebe trifft. Ähnliches gilt für detaillierteste Beschreibungen der Topographie, die ebenfalls endlich in den längst fälligen Ruhestand geschickt werden sollten. Seitenschinden und gleichzeitig damit die Intelligenz und Kraft der Phantasie der Leser infrage stellen? Das ist unnötig und unhöflich, aber die Fronten bewegen sich nur unmerklich. Die Verteufelung der digitalen Bücher erfolgt immer noch mit schöner Regelmäßigkeit. Zu flach, substanzlos, laienhaft… diese Adjektive sind nur die Spitze der Schmähungen.

Mit diesem Hochmut graben wir aber dem Buch ein tiefes Grab. Die Zukunft liegt im Digitalen. Smartphones und Tablets sind immer präsent, Bücher nicht. Diese Chance sollten Verlage und Autoren endlich nutzen, denn auch technische Gegenstände können zu wundervollen Bibliotheken werden, es gibt für jedes System die passende Lese-App. Dafür braucht es keinen speziellen Reader, digital lesen kann jeder, der ein etwas neueres Kommunikationsgerät sein Eigen nennt. Hier liegt die Chance dafür, dass man keine Ausreden für das Nicht-Lesen hat. Lesen ist dann auf einmal wieder chic und verliert sein tristes kärgliches Image. Jetzt braucht es nur noch Bücher, die sich ebenfalls den veränderten Anforderungen anpassen. Der Buchdruck wurde schließlich lange vor der Industrialisierung erfunden, er stammt aus einer vollkommen anderen Ära. Aber auch neueste Texte werden immer noch als Baumbücher konzipiert, wie damals in der guten alten Zeit. Dabei ist es höchste Zeit für eine Erneuerung, für eine Anpassung an den Menschen. Der Mensch soll sich nicht ans Buch anpassen müssen, das muss das Buch tun. Um fit zu sein, muss es auch abspecken, in seinem Fall muss es kürzer werden. Und als Fußnote möchte ich hier noch anbringen, dass man auch im digitalen Raum wunderbar schachteln kann, das beweise ich mit meinen Zeilen wohl recht eindrücklich.

Be polite, don’t confuse us, make it simple! Dieses Motto einer meiner Englischdozentinnen muss die Devise für Texte sein, die auch heute noch ihre Leser erreichen. So hält man einen Text kurz und überstrapaziert dabei weder das Zeitmanagement noch die Geduld des Lesers. Damit erweisen Autoren und Verlage ihren Lesern einen unschätzbaren Gefallen. Die meisten Leser schätzen einen klar formulierten klugen Gedanken doch wesentlich mehr als ein verklausuliertes Konstrukt, das meist nicht dazu in der Lage ist, die Leere, die so häufig in ihm ist, zu verdecken. Und in der Belletristik sollte eine kurze Beschreibung der Figuren und der Orte mehr als ausreichend sein, den Rest übernimmt die Phantasie des Lesers nur zu gerne. So kann Lesen wieder zum Anlass für das bunte Feuern der Synapsen werden, ein Feuerwerk, das das ganze Jahr andauern kann. 

Vielen Dank sagt Buchstabenspiel! 

Chou-Publishing zu Besuch bei Facettenausge

Hier ein Beitrag, der im letzten Oktober bei Facettenauge, einem anderen Blog von mir erschienen ist: 

Chou-Publishing zu Besuch bei Facettenausge

Seit einiger Zeit wird viel über eBook und den Wandel in der Verlagswelt gesprochen. Um diesem Thema einmal genauer auf die Finger zu gucken, hat sich Facettenauge entschieden, die Verlegerin von Chou-Publishing zum Thema zu befragen. Es werden Fragen zum Verlagswesen und zum eBook geben. Wenn Sie Fragen haben sollten, dann schreiben Sie uns an, wir werden versuchen auf alle Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu antworten. Viel Spaß.

Frau Korte, Sie sind Verlegerin, warum und wie wurden Sie zur Verlegerin?

Das ist eine schwere Antwort auf eine scheinbar leichte Frage.
Ich wusste bereits während meines Studiums, dass ich auch später weiter mit der deutschen und der englischen Sprache arbeiten will. Dazu kam der Kontakt zu Autoren wie D. S. FelixDafydd Gibbon undNadine Romin. Die von uns, die zu dem Zeitpunkt noch studierten, hatten den Wunsch, dem Metier auf jeden Fall treu zu bleiben. Da lagen also die ersten Fäden eines Netzwerkes, das bis heute gut trägt, glücklicherweise bin ich auch heute noch mit diesen Menschen beruflich und auch privat eng verbunden, selbst wenn einige von ihnen ihre eigenen Wege gegangen sind.
Die Ausgangsbasis waren Texte, die in unseren Schubladen schlummerten und die nur noch veröffentlicht werden mussten. Also hab ich mir irgendwann gesagt: Du hast eine kaufmännische Ausbildung, jetzt einen Hochschulabschluss, du hast gesunden Menschenverstand und einen feinen Bestand an Texten. Warum also keinen Verlag?
Die Antwort auf den zweiten Teil der Frage ist einfacher. Das „Wie“ war nicht mehr so schwer. Ein Netzwerk aus Freunden hat mir dabei geholfen, den Verlag schnell und recht sicher auf seine Beinchen zu stellen. Ich darf ein grandioses Konvertierungsprogramm benutzen, ich habe wundervolle Autoren gewinnen können und das restliche Verlagshandwerk… das war und ist Learning by Doing.

Was hat es mit dem Verlagsnamen Chou-Publishing auf sich? Soll er etwas vermitteln oder hat er für Sie eine bestimmte Bedeutung?

[Lacht] Da hab ich in Amerika meine liebe Not, zu erklären, dass wir keine Chinesen sind.
Drei Dinge, die auch heute noch eng mit mir verbunden sind, die führten zum Verlagsnamen.
Mein Verlagsblog hatte ich schon zu Studienzeiten, das war schon damals mein Blog. Als ich einen Namen dafür suchte, fiel mir ein, wie sehr ich es mag, „mon chouchou“ genannt zu werden. Der Name war aber leider schon vergeben, also wurde es chouchouette. Zudem habe ich zu dem Zeitpunkt an einer Kindergeschichte geschrieben, deren Protagonistin ist eine kleine weiße Eule.
Kosename, Blog, ein weißes Eulchen, das immer wieder „Schuschu“ Laute in meinem Kopf produzierte… da blieb mir doch später gar keine andere Möglichkeit, als mein neues Baby chou-publishing zu nennen.

Haben Sie ein bestimmtes Motto, das Sie mit dem Verlag verfolgen und wenn ja, welches?

Ich will die Menschen wieder zum Lesen bringen.
Das klingt wahrscheinlich zu simpel und zugleich auch größenwahnsinnig.
Chou-publishing soll sich aber in eine Reihe mit denen stellen, die akzeptieren und sich auch darüber freuen, dass neue Zeiten neue Texte brauchen. Unsere Zeiten sind so anspruchsvoll und zeitraubend, dass Bücher einfach kürzer werden müssen. Nur so können Geschichten und Gedanken die Leser erreichen, genug Leser erreichen, dafür sorgen, dass Lesen wieder zur Selbstverständlichkeit und nicht mehr zur seltenen Ausnahme wird.

Wie kommt es, dass Sie sich auf eBooks spezialisiert haben?

Zwei Gründe gibt es, die für das Ebook sprechen.
Der erste Grund ist die Frage nach den Ressourcen. Wie viel Energie braucht ein Baum-Buch? Bäume werden gefällt, Papier produziert, bedruckt, gebunden, ausgeliefert. Wie viel CO2 wird dabei verbraucht? Ich möchte mir das nicht ausrechnen. Ein Ebook wird nur digital erzeugt. Der Autor schreibt am Rechner einen Text, schickt ihn mir per Mail, dann wird er bei uns konvertiert, von hier aus in den Store hochgeladen und die Leser laden die Texte an ihren Rechnern herunter. Da fährt niemand hin und her, da sterben keine Bäume, das ist sauber und ressourcenschonend.
Der zweite Grund basiert teils auch auf dem ersten Grund. Ressourcen. Für den zweiten Grund habe ich ein Beispiel, das ich in dem Kontext gern zitiere. Ein französischer Autor, das Nonplusultra der 90er Jahre, jeder, der auch nur teilgebildet erscheinen wollte, hatte einen dieser Franzosen im Schrank. Ich hab deren sogar drei. Doch habe ich diese Bücher jahrzehntelang nicht mehr angerührt und als ich es schließlich doch wieder getan habe, sind sie schnell in die Verbannung, in den Kellerbücherschrank gewandert.
Neue Texte müssen sich beweisen, sie dürfen nicht schon am Anfang Ressourcen fressen, derer sie sich auf die lange Sicht nicht würdig erweisen. Ich will damit nicht sagen, dass wir Ebook Verlage schlechte Texte produzieren, genauso wenig will ich behaupten, dass der eben erwähnte Franzose zur seiner Zeit nicht absolut lesenswert und inspirierend war. Es gibt aber wenige Texte, die wirklich die Zeiten überdauern können. Warum nicht nur ihnen und zur rechten Zeit, die Ressourcen überlassen, die sie dann wirklich die Zeiten überdauern lassen werden?
Zudem geht Chou-publishing wissentlich viele Risiken ein, wir veröffentlichen, was uns berührt, was uns interessiert, was wir für interessant halten. Ob das in 20 Jahren immer noch in dem Maße der Fall sein wird … ich weiß es nicht, aber ich hoffe es, wir werden sehen und dann, in 20 Jahren, können wir uns vielleicht über die ersten Baum-Bücher von chou-publishing unterhalten. Bis dahin gehen wir den Weg, den wir für den saubereren halten.

Was ist das Besondere an Ihren eBooks? Also, in anderen Worten, worin unterscheiden sich die von Ihnen verlegten eBooks von anderen?

Das Besondere? Es sind kurze Texte, moderne Texte, selbst in die historischen Noveletten von Nadine Romin fließen die Probleme moderner jungen Frauen ein. Auch Texte, die zeitkritisch sind, politisch sind, die werden von uns veröffentlicht. Wir scheuen vor Kassengift nicht zurück, deshalb verlegen wir nicht nur zeitkritische Texte, sondern auch Essays und Poesie.
Unser Layout ist keine eins zu eins Übersetzung von einem Taschenbuch, wir passen das Layout dem jeweiligen Lesegerät an, das Ebook ist für uns kein zu vernachlässigendes Nebenprodukt, wir widmen dem Layout, dem Font und der Optik des Ebooks die Aufmerksamkeit, die es verdient.
Zudem gibt es bei uns kein Lektorat im herkömmlichen Sinne. So ist beispielsweise Syntax Autorensache. Eine von der gängigen Norm abweichende Syntax ist oft ein Erkennungsmerkmal eines Autors. Ich erkenne manche Texte in Zeitungen sofort an der Syntax, da muss ich nicht lang nach dem Verfasser suchen. Das finde ich so wunderbar an Sprache, dass man sie sich ganz zu eigen machen kann.
Deshalb weist unser Lektorat nur auf handwerkliche Fehler hin, Rechtschreibfehler, Redundanzen, all diese kleinen Malheurs, die werden mit dem Autoren besprochen und dann erst geändert. Ich weiß von mindestens einer abweichenden Schreibweise in unseren Büchern, die kein Typo sondern gewollt ist.
Die Texte sollen bei uns sprechen, keine Zwischeninstanzen, denn so wichtig nehmen wir uns als Verlag nun auch nicht.

Was ist Ihr aktuelles Projekt? Wenn es sich um ein Verlagsgeheimnis handelt, müssen Sie natürlich nicht antworten.

Ja, wir sind an etwas ganz Neuem dran. Zumindest in Deutschland, aber leider hat man meist nie allein eine Idee, und die Amerikaner waren wieder einmal schneller als wir, dort gibt es schon die Art von Texten, denen chou-publishing seit Monaten fast seine ganze Aufmerksamkeit widmet.
Es handelt sich um wirklich kurze Texte, Texte, die man locker in der Mittagspause oder in öffentlichen Nahverkehrsmitteln lesen kann. Sie werden weniger kosten als eine Tasse Kaffee, können aber eine Pause lang Lesespaß bringen. Wenn alles so weiter geht [klopft auf Holz], dann werden die ersten schon vor Weihnachten in Apples iBookstore auftauchen.

Das war wirklich ein sehr informatives und spannendes Interview. Vielen Dank für das nette Gespräch Frau Korte.

Noch mehr Lerntipps (3)

Nachdem in den vorhergehenden Artikeln schon einige Tipps zum Thema Lernen gegeben wurden folgen hier weitere, beispielsweise die Aspekte Lernen und Bewegung und der Zeitfaktor. 

Bewegung und Lernen

Das Gehirn ist ein Organ, es funktioniert aber auch wie ein Muskel und bedarf des täglichen Trainings. Bewegung spielt hierbei eine viel größere Rolle, als wir es schlechthin glauben wollen. Bewegung unterstützt die Vernetzung der Gehirnzellen. Die Konzentration der Lernenden wird gesteigert. Aber durch Bewegung werden auch Stresshormone abgebaut. Bewegung und Lernen gehören also untrennbar zusammen. 

Wer es nicht glaubt, der kann zum Test mal während eines Telefonates im Raum herumlaufen. Der zu beobachtende Effekt ist, dass die Konzentration steigt. Bewegung muss also nicht Leistungssport sein, sondern beginnt bereits im Kleinen. 

Fast genauso wichtig wie Bewegung ist eine Struktur. Denn nachhaltiges Lernen erfolgt in Sinnzusammenhängen. Es geht beim Lernen stärker um das Vernetzen von Einzelheiten als um Faktenpauken. Im Langzeitgedächtnis bleiben als Zusammenhänge erlernte Fähigkeiten. Für das Erlernen von Sprachen heißt das, dass Vokabelpauken nichts bringt, stattdessen ist Kontextualisieren zu bevorzugen, weil hier Zusammenhänge im Vordergrund stehen. 

Der Zeitfaktor beim Lernen

Eine häufig gestellte Frage von vielen Schülern, die eine Fremdsprache lernen ist, wie lange brauche ich, um Spanisch, Deutsch oder welche Sprache auch immer zu erlernen? Diese Frage kann nur individuell beantwortet werden, da es Menschen gibt, die schneller lernen und solche, die langsamer lernen. Beides hat Vor- und Nachteile, denn meist ist das Wissen derer, die schnell lernen auch ehr kurzfristig und das derer die langsam lernen dauerhafter. Sie sehen schon, es ist nicht immer ganz einfach. 

Jeder Mensch benötigt unterschiedlich lange für den Prozess des Lernens. Das heißt, jeder benötig individuell unterschiedlich viel Zeit zur Aufnahme der Informationen und deren Verarbeitung. Dabei darf nie vergessen werden, dass Wiederholungen sehr wichtig sind. 

Zum Lernprozess gehört auch Schlaf. Der Schlaf ist für die Gedächtnisbildung sehr wichtig, besonders der Tiefschlaf. Ruhephasen und Konsolidierung des Wissens, also Übungen sind entscheidende Aspekte der Vernetzung von Gelerntem. Nur so, kann Gelerntes vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis befördert werden. Achten Sie also immer darauf, dass nicht nur gelernt und geübt wird, sondern auch ausreichend geschlafen, nur so wird das Lernen wirklich erfolgreich. 

Was Sie ändern, wenn Sie lernen: 

Sie werden Spaß am Lernen und Weiterentwickeln empfinden. Fremdsprachen werden kein Hindernis mehr sein, sondern eine willkommene Herausforderung. 

Sie werden ausgeglichener sein, weil Sie glücklicher sind und weniger Stress empfinden und, weil Sie einfach lernen können. 

Lerntipps für Groß und Klein (2)

Das Gehirn lernt gerne. Lernen sollte wie eine Droge sein. Und wer sich schon einmal Wissen selbst erarbeitet hat, dabei etwas Gelerntes wirklich verstanden hat und anwenden konnte, der wird mehr wissen wollen. Langfristige Lernziele helfen dabei Fähigkeiten zu entwickeln und diese zu benutzen. Wer so lernt, wird das Gehirn in seiner Ganzheit nutzen können und nicht nur einzelne kleine Teile. 

Individualität des Lernprozesses

Lernen ist ein individueller Prozess, bei dem es nicht darum geht eine bestimmte Menge an Wissen in einen beliebigen Kopf zu füllen, sondern darum, dass ein Individuum gemäß seinen Vorassetzungen lernt. Das heißt einerseits, dass es nötig ist, dass jeder für sich, herausfindet und weiss, welche Art und Weise zu lerne ihm am meisten liegt. Andererseits heißt es aber auch, dass Unterricht so gestaltet werden muss, dass alle Sinne gefordert werden. Lernen muss individuell sein, um Erfolg zu haben. 

Je individueller Unterricht gestaltet wird, desto höher wird die Beteiligung der Schüler sein und desto größer die Konzentration, die ein Lernen erst ermöglicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass Lernende und Schüler etwas dauerhaft lernen wird durch eine individuelle Gestaltung erst möglich. 

„Von nichts kommt nichts“

Ja, richtig, das hört sich nach einem dummen Spruch an. Der Spruch enthält aber auch einen wahren Kern. Niemand kann etwas lernen ohne dafür etwas zu tun. Hinzukommt, dass das Gelernte angewandt werden muss. Ein anderer Spruch sagt: „Use it or loose it.“ Wie wahr, Dinge, die wir nicht benutzen vergessen wir langsam wieder. Um dies zu verhindern ist es notwendig, dass Gelerntes stetig benutzt und wiederholt und somit im Hirn gefestigt wird. 

Das Gehirn lernt dann am leichtesten, wenn es einen Sinn darin sieht. Das kann eine Motivation oder eine Belohnung sein. Aber Belohnung bedeutet nicht Eiscreme, sondern beispielsweise Anerkennung für einen guten Vortrag eines Referates zu einem selbstgewählten Thema. Das selbstgewählte Thema entspricht der Eigenmotivation. Eigenmotivation und Belohnung erhöhen den Lerneffekt enorm. 

Außerdem wird es einen Langzeitfeffekt geben, das heißt, das Gehirn möchte den Erfolg wiederholen. Alle guten Erfahrungen möchte man wieder und wieder und möglichst noch intensiver erleben. Dopamin ist der Neurotransmitter, der im Gehirn ausgeschüttet wird und für diese Hochgefühle sorgt. 

Noch mal kurz zusammengefasst

Es gibt viele Möglichkeiten das Lernen positiv zu gestalten. Ganz wichtig ist hierbei das Individuum als solches zu berücksichtigen und die Methodik auf selbiges abzustimmen. Außerdem muss jedem klar sein, dass Anstrengung beim Lernen hilft und wichtig ist. Die Motivation und die Belohnung helfen dann als Verstärker. In Teil 3 werden noch weitere Lerntipps gegeben, wie zum Beispiel der Zusammenhang von Lernen und Bewegung erörtert wird und auch der Zeitfaktor. 

Lernen sollte Spaß machen (1)

Das Lernen ist ein individueller Prozess und um bessere Erfolge beim Lernen zu erzielen, sollte er auch als solcher behandelt werden. Mit individuell abgestimmten Methoden wird sich der Lerner mehr und auch nachhaltiger merken.

Was sind gute Vorraussetzungen zum Lernen?

Es gibt vieles, was unser Gehirn gut verarbeiten kann und es gibt andere, die es nicht gut verarbeitet. Nur, wer seine Möglichkeiten kennt wird die best möglichen Ergebnisse erzielen. Hier ein Beispiel: Im Fremdsprachenunterricht wird großen Wert auf Grammatik und die Grammatikregeln gelegt. Das ist sicher richtig und wichtig. Aber das Gehirn versucht selbstständig Regeln abzuleiten und schafft dies meist auch, man sollte also weniger Wert darauf legen Grammatikregeln auswendig zu lernen. Stattdessen reicht es diese zu erwähnen und zu erklären und dann viele Beispielsätze zu zeigen, bilden zu lassen und der Lernerfolg wird größer. Wer gehirngerechte Methoden benutzt, wird schneller und besser lernen. 

Gute Methoden sind diejenigen, die dem Lernenden Arbeitsweisen aufzeigen, die auf die normale Funktion des Gehirns abgestimmt sind und den Lerner weiterbringen. Sie werden den Lernenden auch glücklich machen, da er sich nicht mehr unnötig quälen muss. Von Natur aus sind Kinder neugierig und wissbegierig, diese Fähigkeit sollte genutzt werden. 

Was stört den Lernprozess?

Viele Schüler und Schülerinnen lernen sehr vieles in kurzer Zeit in der Schule. Das hört sich toll an. Leider ist es kein wirkliches Wissen, sondern kurzfristig abrufbarer Lernstoff, der nach der Klassenarbeit oder der Klausur schon fast wieder vergessen ist. Es ist kein Wissen, dass von den Schülern nachhaltig angewendet werden kann. Aber schlimmer, die Schüler empfinden es auch nicht als etwas Schönes und Beglückendes. 

Wer nur für kurzfristige Erfolge lernt, verursacht sich und seinem Gehirn Stress. Dieser wird als negativ empfunden und ist schlecht für das Gehirn. Auch hier wieder ein Beispiel aus dem Fremdsprachenunterricht: Vokabellernen gehört zum Fremdsprachenerwerb. Gut das stimmt, aber macht es wirklich Sinn Wortketten wie Hund-dog zu lernen oder sollte man sich besser auf Texte und somit Kontexte beziehen? Vorteile haben Texte und Kontexte allemal, weil viele Vokabeln, je nach Kontext etwas anderes bedeuten. Außerdem, der Kontext lässt oft auch auf die Bedeutung der Vokabel bzw. des Wortes schließen. Das Kontextualisieren kann also wesentlich zum Verständnis nicht nur von Texten beitragen. 

Kurz und Gut

Diese Einführung zum Verständnis für das Lernen zeigt, dass es viele Aspekte gibt, die das Lernen beeinflussen. Aber wird auch verdeutlicht, dass es wichtig ist, wie gelernt wird und dass Störfaktoren möglichst gering gehalten werden sollten, um Erfolge zu erzielen. Diese Einführung wird sich im zweiten Teil mit konkreten Lerntipps auseinandersetzen. 

Saarbrücken 2014

Ankündigung:

Donnerstag, den 22. Mai um 12.00

liest D.S. Felix aus:

 Nacherzählung von Theodor Storms Schimmelreiter

Samstag, den 24. Mai um 16.00

liest D.S. Felix aus:

Daniel und der Koffer im Öttingerhaus.

 

Der Friedrich-Maerker-Verlag wird an der 14. europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse in Saarbrücken vom 22. Mai bis zum 25. Mai 2014 teilnehmen. Mit Freude werden zweisprachige Wendebücher, Nacherzählungen von deutschen Klassikern und viele weitere Bücher präsentiert.

Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse Saarbrücken

Hallo Ihr Lieben, Euer Buchstabenspiel ist ganz aufgeregt! Wie, Ihr wisst nicht warum? Nun, nächste Woche findet die 14. europäische Kinder- und Jugendbuchmesse in Saarbrücken statt. Richtig, sie startet am Donnerstag den 22. Mai und dauert bis zum Sonntag den 25. Mai. 

Auch dieses Jahr wieder gibt es viele tolle neue Bücher zu bestaunen. Es gibt viele tolle Sachen rund ums Buch. Außerdem gibt es viele Lesungen, da könnt Ihr den Autoren zuhören. Auch Dorothea S. Felix liest aus ihren Büchern. Kommt doch vorbei!

> Am Donnerstag den 22. Mai um 12.00 liest sie aus ihrer Nacherzählung von Theodor Storms Schimmelreiter. 
> Und am Samstag den 24. Mai um 16.00 wird sie aus dem Öttingerhaus lesen.

Die Buchmesse wird auch wieder ein Treffpunkt für Leser aus Frankreich, Belgien, Luxemburg und Deutschland sein. Es kommen aber immer auch viele Autoren aus anderen europäischen Ländern.  Dieses Jahr ist das Gastland Österreich. Ihr seht schon, es gibt viele gute Gründe die Buchmesse in Saarbrücken nächste Woche zu besuchen! Mit etwas Glück werdet Ihr auch Euer Buchstabenspiel treffen. Wer mich erkennt, dem schenke ich ein Buch. Versprochen. 

Also, Viele Grüße und vergesst nicht Bücher machen Spaß. Viel Spaß beim Lesen! Euer Buchstabenspiel

 

Ostern und Bräuche

Hallo Ihr Lieben, frohe Ostern! Wie waren Eure Ostern? Schön, gab es viele Süßigkeiten? Schokoladeneier, Osternester und Schokoladenosterhasen? Bestimmt, das ist lecker und typisch Deutsch.

Ja, Ihr habt richtig gelesen, das ist nicht normal. In vielen anderen Ländern ist es nicht üblich Schokolade zu schenken. Jedes Land und jede Region hat seine eigenen Osterbräuche. Das heißt, allein in Europa gibt es unzählige verschiedene Bräuche. Eier und Hasen sind eine weitere Sache, die in Deutschland als typisch gelten und sicher auch Eingang in verschiedenen anderen Ländern und Regionen hat. Das ist kulturbedingt. Genau, die Kultur entscheidet darüber, wie wir bestimmte Feste Feiern. Im Norden und Osten Europas sind Eier und Hasen Symbole der Fruchtbarkeit und werden deshalb besonders im Frühling benutzt.

Karwoche 2014 © D.S. Felix
Karwoche 2014 © D.S. Felix

Wie feiert man das Osterfest zum Beispiel in Spanien? Wisst Ihr das? Nun, das Osterfest wird während einer ganzen Woche gefeiert. Es beginnt am Palmsonntag, an dem die Karwoche eingeläutet wird. In anderen Worten, die Karwoche wird gefeiert. Es gibt viele Prozessionen, die von vielen Menschen besucht und begleitet werden. Bei den Prozessionen werden Statuen von Jesus am Kreuz und Maria auf festlich geschmückten Plattformen von der Kirche über die Stationen des Leidens Jesu zur Kathedrale getragen, um einen Segen zu erhalten und dann wieder zurück in die Kirche. Diese Plattformen werden allgemein von Menschen getragen, obwohl sie sehr schwer sind. Außerdem werden sie von Nazarenos begleitet. Dieser Brauch wirkt auf uns oft sehr befremdlich. Damit Ihr Euch das besser vorstellen könnt, werde ich Euch noch ein zweites Foto zeigen.

Semana Santa - Nazarenos 2014 © D.S. Felix
Semana Santa – Nazarenos 2014 © D.S. Felix

Es ist wirklich eine andere Kultur, wer aber Spanisch als Fremdsprache lernt, der sollte das einmal gesehen haben. Es ist wirklich erstaunlich.

Also, in diesem Sinne wünscht Euch frohe Ostern!