Bildung versus Ausbildung

Ein momentan viel diskutiertes Thema ist die Bildung. Gut, meistens geht es darum, dass bestimmte Schultypen nicht toll sind, Schüler Lernziele nicht erreichen oder die Rangliste von Vergleichsstudien nicht zufriedenstellend sind. Dabei werden viele Themen gemischt und wenig klare Aussagen getroffen. Weder Bildung, Lernziele noch die Abgrenzung zur Ausbildung werden klar thematisiert. Dabei ist es entscheidend klare Aussagen zu treffen, wenn man einen Standpunkt darstellen oder etwas bewegen möchte.

Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung

Die Unterscheidung von Bildung und Ausbildung wird häufig nicht gemacht. Um die Bedeutung der beiden Worte klar zu machen, soll an dieser Stelle eine Definition folgen. Zunächst also die Ausbildung und darauf die Bildung. Ausbildung ist ein Prozess zur Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten, darin inbegriffen ist die Erziehung und Anleitung. Durch die Ausbildung, kann sich ein Mensch alle Voraussetzungen um Bildung zu erhalten. Bildung kann demzufolge das Ergebnis der Ausbildung sein. Es ist eine Art angestrebtes Ideal, das über die Ausbildung hinausreicht.

Bildung bedeutet Anstrengung

Bildung war lange ein hohes Ziel, welches das Bürgertum auszeichnete. Jedem war klar, dass man nur durch Bildung seine eigene Position in der Welt verbessern kann. Leider wird dieses Ziel nicht mehr angestrebt. Oder besser ausgedrückt, heute streben viele nicht Wissen und Bildung an, sondern wollen Stars werden, aber bitte ohne Anstrengung. Das ist ohne Anstrengung allerdings nicht möglich.

Beispiel Lesen

Ganz gleich, was man machen möchte ohne Anstrengung geht es nicht. Lesen zum Beispiel ist eine Kulturfähigkeit, die Europa und die Welt erst zu dem gemacht hat, was es heute ist. Lesen zu lernen ist zunächst eine Anstrengung, erst mit der Zeit und der entsprechenden Übung, wird es eine Freude. Nichts desto trotz ist die Fähigkeit des Lesens wirklich entscheidend, um zu einem gebildeten Individuum heranzureifen. In anderen Worte, Lesen ist die Fähigkeit, die uns mündig macht und es erlaubt kritisch für sich selbst zu entscheiden und als Individuum zu handeln.

Wer nicht Lesen kann, wird heute für ungebildet gehalten. Aber auch ungebildete Menschen müssen, um am Alltag teilzuhaben, lesen können und die meisten können es. Das zeigt, dass Lesen und Lesen Unterschiede sind. Jemand, der liest, wird mehrere Dinge auf ein Mal machen, einerseits, wird er die Worte, die in schriftlicher Form festgehalten sind, mündlich wiedergeben können. Je nach Bildungsgrad wird der Leser es verstehen, wiedergeben, in den Kontext einordnen oder gar vergleichen und weiterdenken können. 

Ohne Lesen geht heute nichts mehr!

Aber das Gute ist, es kann auch viel Spaß machen und Freude bereiten. Wer einmal regelmäßig liest, zu Leser geworden ist, der wird es nicht mehr missen wollen. Natürlich, es gibt gute Lektüren und weniger gute. Die Wahl liegt beim Leser. Abschließend bleibt festzustellen, dass Bildung ein Ziel ist, dass eine Person erreichen kann. Ausbildung dagegen erfährt ein Mensch durch Institutionen wie die Schule und eigenes Engagement. Lesen gehört dazu.

Baumrätsel – Gingko Baum

Hallo Ihr Lieben, letzte Woche habe ich Euch gefragt, von welchem Baum die Blätter sind. 

Von welchem Baum sind die Blätter? © D.S. Felix 2014
Von welchem Baum sind die Blätter? © D.S. Felix 2014

Diese Woche nun also die Antwort, sie sind vom Gingko Baum. Dieser Baum ist in China heimisch, wird heute aber in der ganzen Welt angebaut. Der Baum wurde lange Zeit in Ostasien als Tempelbaum angebaut. Holländische Seefahrer haben diese Bäume um 1730 nach Europa gebracht. 

Der Gingko ist ein sommergrüner Baum, wird etwa 40 Meter hoch und kann über 1000 Jahre alt werden. Meistens wachsen die Bäume pyramidenförmig in die Höhe. Die Borke ist dunkelgrau, sehr rau und meist tief gefurcht. Die Früchte des Baumes gleichen Mirabellen. Seine Blätter sind fächerförmig und kaum ein Blatt ähnelt dem anderen. Die Blätter werden für Tee und Medikamente verwendet. 

Der Name des Baumes kommt aus dem Chinesischen. Er setzt sich aus zwei Teilen zusammen, dem Zeichen „gin“ für Silber und „kyo“ für Aprikose. Es liegt nahe, dass der Name auf die Früchte zurückzuführen ist. Beim Übertragen des Namens ist den Forschern ein Fehler unterlaufen, deshalb gibt es heute zwei mögliche Schreibweisen, eine so wie hier verwendet: Gingko und die andere ist Ginko. 

Der Gingko wurde zum Jahrtausendwechsel Baum des Jahres und anschließend sogar Baum des Jahrtausends, weil er als Mahnmal für Umweltschutz und Frieden gilt. Euer Buchstabenspiel kennt den Tee, meist wird er mit anderen Tees gemischt verkauft, aber es gibt ihn auch pur. Testet ihn, wenn Ihr die Möglichkeit habt. 

Also, bis zum nächsten Mal. Viele Grüße von Eurem Buchstabenspiel!

Gute Gründe Fremdsprachen zu lernen

Es gibt viele gute Gründe weshalb man Fremdsprachen lernen sollte. Am vorteilhaftesten ist es natürlich Mehrsprachigkeit anzustreben. Aber auch sehr gute Fremdsprachenkenntnisse sind viel wert. 

Jedem wird es einleuchten, dass man mit sehr guten Fremdsprachenkenntnissen auf Reisen viele kleine Hürden leichter nehmen kann. Es wird möglich mit den Menschen vor Ort in ihrer Sprache zu sprechen, kann sich besser informieren und versteht am Ende auch, was vor sich geht. Aber es geht noch weiter darüber hinaus nur die Speisekarte zu verstehen. Denn auch ohne zu Reisen, wird die fremde Kultur besser verstanden. Unterschiede werden kein Befremden hervorrufen, sondern können zu einer tieferen Einsicht führen. 

Es gibt zahlreiche Studien und Untersuchungen, die belegen, dass je mehr Fremdsprachen man spricht, desto besser sei es für die Gesundheit unseres Hirns. Das Gehirn ist kognitiv flexibler, das hat in allen Lebenslagen, in denen man mit Neuem konfrontiert wird Vorteile, nämlich, dass reagiert werden kann und nicht resigniert wird. Und selbst wenn einsprachige Erwachsene mit der Situation auch umgehen können, wird es sie mehr Energie und Anstrengung kosten. Zweisprachige Menschen sind einfach schneller und ihr Gehirn benötigt weniger Energie.

Auch im Alter profitieren wir davon Fremdsprachen zu sprechen, ein wesentlicher Vorteil scheint zu sein, dass die geistige Fitness von Menschen, die mehrere Sprachen sprechen länger erhalten bleibt und anhält. Allerdings lässt sich das über alle sagen, die Lesen und geistig aktiv sind. 

Menschen, die mehrere Sprachen sprechen, können sich oft differenzierter, klarer und gezielter ausdrücken. Das hat viele Vorteile sowohl im Privatleben, wie im Beruf. Ihnen fällt es auch einfacher neue Worte zu verstehen oder einzuordnen. Auch die Geschwindigkeit ihrer Auffassungsgabe ist höher. Bei zweisprachigen Kindern wurde festgestellt, dass sie schneller bei der Lösung von Problemen sind. Es gibt auch Untersuchungen, die zeigen, dass zweisprachige Menschen rationalere Entscheidungen und weniger emotionale Entscheidungen treffen. 

Aber diejenigen, die behaupten, dass Alzheimer oder andere altersbedingte Krankheiten zwei- oder mehrsprachige Menschen nicht treffen, haben leider nicht recht. Es ist zwar wahr, dass sie oft erst später betroffen sind und dass der Verlauf der Krankheiten meist langsamer ist, aber verhindern kann man diese Krankheiten nicht. 

Tatsache ist, dass Zwei- oder Mehrsprachigkeit ein Gehirntraining ist, dass sich lohnt. Man schaltet schneller. Das bringt Vorteile. 

Digitales Lesen

Hallo Ihr Lieben, Euer Buchstabenspiel hat Euch schon erzählt, dass es die Geschichten von „David, der kleine Ritter aus Hassmersheim“ und „Mariechen und die Süßigkeiten“ auch als eBook gibt. Die zweisprachigen Bücher können auf einem iPad gelesen werden. 

Fragen über Fragen: Habt Ihr schon mal eBooks gelesen? Was ist Euch dabei aufgefallen? Was ist an eine eBook im Vergleich zu einem auf Papier gedrucktem Buch anders? Was erwartet Ihr von diesen eBooks? 

Euer Buchstabenspiel liest auf Papier gedruckte Bücher genauso wie eBooks. Oft macht es keinen Unterschied, ob ein Buch auf einem elektronischen Lesegerät gelesen wird oder auf Papier. Es gibt einfach unglaublich viele und faszinierende Bücher, in Geschichten und fremde Welten einzutauchen ist digital und traditionell möglich. Eigentlich geht es Euerm Buchstabenspiel hauptsächlich um die Geschichten. Bei den digitalen Büchern gibt es aber auch noch viele Möglichkeiten der Gestaltung, die ein herkömmliches Buch auf diese Art nicht hat. Bei den Geschichten von David und Marie ist es so, dass die Vokabeln im eBook nicht mehr unten auf der Seite stehen, sondern direkt im Text angezeigt werden können. Das ist schon praktisch, wenn man die Sprache noch nicht richtig gut kann. 

Wenn das Lesegerät mit dem Internet verbunden ist, dann könnt Ihr auch Fragen wie die nach dem Baum letzte Woche direkt recherchieren. Als Euer Buchstabenspiel nach dem Namen des Baumes gefragt hat, konnten viele nicht antworten. Aber die Lösung hättet Ihr im Internet finden können.  Hier könnt Ihr es gleich testen, wie heißt der Baum mit diesen Blättern?

Von welchem Baum sind die Blätter? © D.S. Felix 2014
Von welchem Baum sind die Blätter? © D.S. Felix 2014

Aber auch im Urlaub sind eBooks toll, sie wiegen nichts und über den Internet-Shop könnt Ihr immer und überall mehr nachkaufen. Wenn Ihr also in Spanien am Strand seid und die erste Geschichte von „David, der kleine Ritter aus Hassmersheim“ gelesen habt, dann könnt Ihr Euch gleich die Folgegeschichte downloaden. Das ist schon praktisch. 

Also, Euer Buchstabenspiel wünscht Euch einen schönen Lesesommer!

Digitales Lesen als Chance für die Literatur

Mit herzlichem Dank an die Verlegerin von Chou-Publishing, hier ihr Plädoyer für digitales Lesen:

Die Arbeit gibt den Rhythmus vor, man hat zunehmend weniger freie Zeit, die man meist aktiv gestalten soll und will. Dadurch bekommt das Lesen immer mehr das Flair des Mauerblümchens, das draußen keine Chance hat und sich besser mit seinen Buchstaben im Hause verkriecht.

Die Lösung für dieses Dilemma kann im digitalen Lesen zu finden sein, in neuen, kurzen Büchern, die nur kurze Aufmerksamkeitsspannen beanspruchen. So kann man kann sich auch im unruhigen Umfeld immer wieder neu und gründlich auf das Buch konzentrieren.

Auch wenn gern das Gegenteil behauptet wird, kurze digitale Texte müssen nicht zwingend flach sein. Essays haben schon seit jeher gezeigt, dass 600 Seiten nicht das Minimum sein müssen, man kann kluge Gedanken auch auf engerem Raum zum Blühen bringen. Dazu muss man nur auf die ellenlangen Schachtelsätze verzichten, was aber besonders bei den werten Germanisten-Kollegen auf wenig Gegenliebe trifft. Ähnliches gilt für detaillierteste Beschreibungen der Topographie, die ebenfalls endlich in den längst fälligen Ruhestand geschickt werden sollten. Seitenschinden und gleichzeitig damit die Intelligenz und Kraft der Phantasie der Leser infrage stellen? Das ist unnötig und unhöflich, aber die Fronten bewegen sich nur unmerklich. Die Verteufelung der digitalen Bücher erfolgt immer noch mit schöner Regelmäßigkeit. Zu flach, substanzlos, laienhaft… diese Adjektive sind nur die Spitze der Schmähungen.

Mit diesem Hochmut graben wir aber dem Buch ein tiefes Grab. Die Zukunft liegt im Digitalen. Smartphones und Tablets sind immer präsent, Bücher nicht. Diese Chance sollten Verlage und Autoren endlich nutzen, denn auch technische Gegenstände können zu wundervollen Bibliotheken werden, es gibt für jedes System die passende Lese-App. Dafür braucht es keinen speziellen Reader, digital lesen kann jeder, der ein etwas neueres Kommunikationsgerät sein Eigen nennt. Hier liegt die Chance dafür, dass man keine Ausreden für das Nicht-Lesen hat. Lesen ist dann auf einmal wieder chic und verliert sein tristes kärgliches Image. Jetzt braucht es nur noch Bücher, die sich ebenfalls den veränderten Anforderungen anpassen. Der Buchdruck wurde schließlich lange vor der Industrialisierung erfunden, er stammt aus einer vollkommen anderen Ära. Aber auch neueste Texte werden immer noch als Baumbücher konzipiert, wie damals in der guten alten Zeit. Dabei ist es höchste Zeit für eine Erneuerung, für eine Anpassung an den Menschen. Der Mensch soll sich nicht ans Buch anpassen müssen, das muss das Buch tun. Um fit zu sein, muss es auch abspecken, in seinem Fall muss es kürzer werden. Und als Fußnote möchte ich hier noch anbringen, dass man auch im digitalen Raum wunderbar schachteln kann, das beweise ich mit meinen Zeilen wohl recht eindrücklich.

Be polite, don’t confuse us, make it simple! Dieses Motto einer meiner Englischdozentinnen muss die Devise für Texte sein, die auch heute noch ihre Leser erreichen. So hält man einen Text kurz und überstrapaziert dabei weder das Zeitmanagement noch die Geduld des Lesers. Damit erweisen Autoren und Verlage ihren Lesern einen unschätzbaren Gefallen. Die meisten Leser schätzen einen klar formulierten klugen Gedanken doch wesentlich mehr als ein verklausuliertes Konstrukt, das meist nicht dazu in der Lage ist, die Leere, die so häufig in ihm ist, zu verdecken. Und in der Belletristik sollte eine kurze Beschreibung der Figuren und der Orte mehr als ausreichend sein, den Rest übernimmt die Phantasie des Lesers nur zu gerne. So kann Lesen wieder zum Anlass für das bunte Feuern der Synapsen werden, ein Feuerwerk, das das ganze Jahr andauern kann. 

Vielen Dank sagt Buchstabenspiel! 

Chou-Publishing zu Besuch bei Facettenausge

Hier ein Beitrag, der im letzten Oktober bei Facettenauge, einem anderen Blog von mir erschienen ist: 

Chou-Publishing zu Besuch bei Facettenausge

Seit einiger Zeit wird viel über eBook und den Wandel in der Verlagswelt gesprochen. Um diesem Thema einmal genauer auf die Finger zu gucken, hat sich Facettenauge entschieden, die Verlegerin von Chou-Publishing zum Thema zu befragen. Es werden Fragen zum Verlagswesen und zum eBook geben. Wenn Sie Fragen haben sollten, dann schreiben Sie uns an, wir werden versuchen auf alle Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu antworten. Viel Spaß.

Frau Korte, Sie sind Verlegerin, warum und wie wurden Sie zur Verlegerin?

Das ist eine schwere Antwort auf eine scheinbar leichte Frage.
Ich wusste bereits während meines Studiums, dass ich auch später weiter mit der deutschen und der englischen Sprache arbeiten will. Dazu kam der Kontakt zu Autoren wie D. S. FelixDafydd Gibbon undNadine Romin. Die von uns, die zu dem Zeitpunkt noch studierten, hatten den Wunsch, dem Metier auf jeden Fall treu zu bleiben. Da lagen also die ersten Fäden eines Netzwerkes, das bis heute gut trägt, glücklicherweise bin ich auch heute noch mit diesen Menschen beruflich und auch privat eng verbunden, selbst wenn einige von ihnen ihre eigenen Wege gegangen sind.
Die Ausgangsbasis waren Texte, die in unseren Schubladen schlummerten und die nur noch veröffentlicht werden mussten. Also hab ich mir irgendwann gesagt: Du hast eine kaufmännische Ausbildung, jetzt einen Hochschulabschluss, du hast gesunden Menschenverstand und einen feinen Bestand an Texten. Warum also keinen Verlag?
Die Antwort auf den zweiten Teil der Frage ist einfacher. Das „Wie“ war nicht mehr so schwer. Ein Netzwerk aus Freunden hat mir dabei geholfen, den Verlag schnell und recht sicher auf seine Beinchen zu stellen. Ich darf ein grandioses Konvertierungsprogramm benutzen, ich habe wundervolle Autoren gewinnen können und das restliche Verlagshandwerk… das war und ist Learning by Doing.

Was hat es mit dem Verlagsnamen Chou-Publishing auf sich? Soll er etwas vermitteln oder hat er für Sie eine bestimmte Bedeutung?

[Lacht] Da hab ich in Amerika meine liebe Not, zu erklären, dass wir keine Chinesen sind.
Drei Dinge, die auch heute noch eng mit mir verbunden sind, die führten zum Verlagsnamen.
Mein Verlagsblog hatte ich schon zu Studienzeiten, das war schon damals mein Blog. Als ich einen Namen dafür suchte, fiel mir ein, wie sehr ich es mag, „mon chouchou“ genannt zu werden. Der Name war aber leider schon vergeben, also wurde es chouchouette. Zudem habe ich zu dem Zeitpunkt an einer Kindergeschichte geschrieben, deren Protagonistin ist eine kleine weiße Eule.
Kosename, Blog, ein weißes Eulchen, das immer wieder „Schuschu“ Laute in meinem Kopf produzierte… da blieb mir doch später gar keine andere Möglichkeit, als mein neues Baby chou-publishing zu nennen.

Haben Sie ein bestimmtes Motto, das Sie mit dem Verlag verfolgen und wenn ja, welches?

Ich will die Menschen wieder zum Lesen bringen.
Das klingt wahrscheinlich zu simpel und zugleich auch größenwahnsinnig.
Chou-publishing soll sich aber in eine Reihe mit denen stellen, die akzeptieren und sich auch darüber freuen, dass neue Zeiten neue Texte brauchen. Unsere Zeiten sind so anspruchsvoll und zeitraubend, dass Bücher einfach kürzer werden müssen. Nur so können Geschichten und Gedanken die Leser erreichen, genug Leser erreichen, dafür sorgen, dass Lesen wieder zur Selbstverständlichkeit und nicht mehr zur seltenen Ausnahme wird.

Wie kommt es, dass Sie sich auf eBooks spezialisiert haben?

Zwei Gründe gibt es, die für das Ebook sprechen.
Der erste Grund ist die Frage nach den Ressourcen. Wie viel Energie braucht ein Baum-Buch? Bäume werden gefällt, Papier produziert, bedruckt, gebunden, ausgeliefert. Wie viel CO2 wird dabei verbraucht? Ich möchte mir das nicht ausrechnen. Ein Ebook wird nur digital erzeugt. Der Autor schreibt am Rechner einen Text, schickt ihn mir per Mail, dann wird er bei uns konvertiert, von hier aus in den Store hochgeladen und die Leser laden die Texte an ihren Rechnern herunter. Da fährt niemand hin und her, da sterben keine Bäume, das ist sauber und ressourcenschonend.
Der zweite Grund basiert teils auch auf dem ersten Grund. Ressourcen. Für den zweiten Grund habe ich ein Beispiel, das ich in dem Kontext gern zitiere. Ein französischer Autor, das Nonplusultra der 90er Jahre, jeder, der auch nur teilgebildet erscheinen wollte, hatte einen dieser Franzosen im Schrank. Ich hab deren sogar drei. Doch habe ich diese Bücher jahrzehntelang nicht mehr angerührt und als ich es schließlich doch wieder getan habe, sind sie schnell in die Verbannung, in den Kellerbücherschrank gewandert.
Neue Texte müssen sich beweisen, sie dürfen nicht schon am Anfang Ressourcen fressen, derer sie sich auf die lange Sicht nicht würdig erweisen. Ich will damit nicht sagen, dass wir Ebook Verlage schlechte Texte produzieren, genauso wenig will ich behaupten, dass der eben erwähnte Franzose zur seiner Zeit nicht absolut lesenswert und inspirierend war. Es gibt aber wenige Texte, die wirklich die Zeiten überdauern können. Warum nicht nur ihnen und zur rechten Zeit, die Ressourcen überlassen, die sie dann wirklich die Zeiten überdauern lassen werden?
Zudem geht Chou-publishing wissentlich viele Risiken ein, wir veröffentlichen, was uns berührt, was uns interessiert, was wir für interessant halten. Ob das in 20 Jahren immer noch in dem Maße der Fall sein wird … ich weiß es nicht, aber ich hoffe es, wir werden sehen und dann, in 20 Jahren, können wir uns vielleicht über die ersten Baum-Bücher von chou-publishing unterhalten. Bis dahin gehen wir den Weg, den wir für den saubereren halten.

Was ist das Besondere an Ihren eBooks? Also, in anderen Worten, worin unterscheiden sich die von Ihnen verlegten eBooks von anderen?

Das Besondere? Es sind kurze Texte, moderne Texte, selbst in die historischen Noveletten von Nadine Romin fließen die Probleme moderner jungen Frauen ein. Auch Texte, die zeitkritisch sind, politisch sind, die werden von uns veröffentlicht. Wir scheuen vor Kassengift nicht zurück, deshalb verlegen wir nicht nur zeitkritische Texte, sondern auch Essays und Poesie.
Unser Layout ist keine eins zu eins Übersetzung von einem Taschenbuch, wir passen das Layout dem jeweiligen Lesegerät an, das Ebook ist für uns kein zu vernachlässigendes Nebenprodukt, wir widmen dem Layout, dem Font und der Optik des Ebooks die Aufmerksamkeit, die es verdient.
Zudem gibt es bei uns kein Lektorat im herkömmlichen Sinne. So ist beispielsweise Syntax Autorensache. Eine von der gängigen Norm abweichende Syntax ist oft ein Erkennungsmerkmal eines Autors. Ich erkenne manche Texte in Zeitungen sofort an der Syntax, da muss ich nicht lang nach dem Verfasser suchen. Das finde ich so wunderbar an Sprache, dass man sie sich ganz zu eigen machen kann.
Deshalb weist unser Lektorat nur auf handwerkliche Fehler hin, Rechtschreibfehler, Redundanzen, all diese kleinen Malheurs, die werden mit dem Autoren besprochen und dann erst geändert. Ich weiß von mindestens einer abweichenden Schreibweise in unseren Büchern, die kein Typo sondern gewollt ist.
Die Texte sollen bei uns sprechen, keine Zwischeninstanzen, denn so wichtig nehmen wir uns als Verlag nun auch nicht.

Was ist Ihr aktuelles Projekt? Wenn es sich um ein Verlagsgeheimnis handelt, müssen Sie natürlich nicht antworten.

Ja, wir sind an etwas ganz Neuem dran. Zumindest in Deutschland, aber leider hat man meist nie allein eine Idee, und die Amerikaner waren wieder einmal schneller als wir, dort gibt es schon die Art von Texten, denen chou-publishing seit Monaten fast seine ganze Aufmerksamkeit widmet.
Es handelt sich um wirklich kurze Texte, Texte, die man locker in der Mittagspause oder in öffentlichen Nahverkehrsmitteln lesen kann. Sie werden weniger kosten als eine Tasse Kaffee, können aber eine Pause lang Lesespaß bringen. Wenn alles so weiter geht [klopft auf Holz], dann werden die ersten schon vor Weihnachten in Apples iBookstore auftauchen.

Das war wirklich ein sehr informatives und spannendes Interview. Vielen Dank für das nette Gespräch Frau Korte.

Wie heißt der Baum?

Hallo Ihr Lieben, im letzten Post hat Euer Buchstabenspiel gefragt, wie der Baum auf dem Foto heißt. Leider hat niemand die Antwort gewusst. Schade, dabei gibt es den Baum als Zierpflanze auch in vielen deutschen Wohnungen. Es handelt sich um einen Ficus elastica oder anders ausgedrückt einen Gummibaum. Er ist kein Katschukbaum, der zur Gummiherstellung dient, sondern eine Art Feige. 

Gummibaum © D.S. Felix 2014
Gummibaum © D.S. Felix 2014

Der Ficus stammt aus Nordost-Indien und Indonesien. Aber man findet ihn heute auch in Spanien und Portugal in Parks und Straßen. Dort wird er zwischen 20 und 40 Metern hoch, zum Teil kann er sogar 60 Meter groß werden. Der Stammdurchmesser kann bis zu 2 Metern erreichen. Seine Borke ist hellbraun und glatt, der Stamm ist unregelmäßig und entwickelt Luftwurzeln, die in Bodennähe zu Brettwurzeln werden. Sie dienen zur besseren Verankerung im Boden und zum Abstützen der schweren Äste. 

Wenn der Baum verletzt wird, tritt ein weißer Milchsaft aus, sogenannter Latex. Die Blätter haben einen 2 bis 5 Zentimeter langen Stiel, an dem ein 8 bis 35 Zentimeter großes Blatt hängt. Die Blätter sind oval und glänzend dunkelgrün von oben und hellgrün auf der Blattunterseite. Erstaunlich ist, dass die Blattgröße mit dem Alter des Baumes sinkt. 

Gummibaum © D.S. Felix 2014
Gummibaum © D.S. Felix 2014

Die Blüten sind weiß, sie werden nur von bestimmten Feigenwespen bestäubt, sie leben im Inneren des Blütenstandes. Die Früchte sind kleine gelbgrüne ovale Feigen, die etwa 1 Zentimeter Lang sind und kaum genießbar sind. Das ist doch spannend oder?

Also, in diesem Sinne, ein schönes Wochenende wünscht Euch Euer Buchstabenspiel!

Gummibaum © D.S. Felix 2014
Gummibaum © D.S. Felix 2014

Lesen im Sommer

Hallo Ihr Lieben, ja, es ist Sommer und das ist natürlich auch Ferienzeit. Was macht Ihr in den Ferien? Klar, Euer Buchstabenspiel liest und zwar am liebsten draußen im Freien. Letzte Woche hat Euer Buchstabenspiel die Gelegenheit unter einem ganz besonderen Baum zu lesen.

Unter einem Baum zu lesen ist richtig toll, man kann die Blätter rauschen hören, wird von den Blättern auch vor der Sonne geschützt und mit etwas Glück könnt Ihr Vögel beobachten. Gut, das geht nicht beim Lesen. Zugegeben, das lenkt vom Lesen ab. Aber zurück zu meinem Baum. Hier ist ein Foto von einer Blüte und Blättern, die Blätter sind etwa 25 bis 30 Zentimeter groß, die Blüte war etwa 12 bis 15 Zentimeter. Die geöffneten Blüten sind noch größer. Der Baum selbst ist sehr hoch. 

Wie heißt der Baum? © D.S. Felix 2014
Wie heißt der Baum? © D.S. Felix 2014

Der Baum hat geblüht. Deshalb hier meine Fragen: Kennt Ihr diesen Baum? Wie heißt er? Schreibt Eurem Buchstabenspiel! 

Dabei fällt mir ein, wenn Ihr Hilfe bei der Bestimmung von Bäumen benötigt, im Museum auf der Burg Guttenberg könnt Ihr eine Holzbibliothek bewundern. Sie wird auch in „David und das Leben auf der Burg Guttenberg“ beschrieben. Dieses Buch ist eines der zweisprachigen Wendebücher aus dem Friedrich-Maerker-Verlag. Also, meldet Euch bei Eurem Buchstabenspiel. Nächste Woche soll der Name genannt werden! Viele Grüße und viel Spaß beim Lesen! wünscht Euch Euer Buchstabenspiel

Digitales Lesen – ein Brief

Hallo Ihr Lieben, wie geht es Euch? Genießt Ihr den Sommer? So soll es sein. Euer Buchstabenspiel ist mit einem iPad ausgestattet im Süden Spaniens unterwegs gewesen. Das war ganz klasse! Der Tablett Computer hat es ihm erlaubt ganz viel zu lesen ohne viele Bücher mitzuschleppen. Außerdem habe ich viele tolle Dinge entdeckt und erlebt.

Natürlich gibt es in Spanien den Atlantik, aber das ist nicht alles. Dort wachsen Pflanzen, die es in Deutschland nicht gibt. Am auffälligsten sind die Bäume. Kennt Ihr Eukalyptusbäume? Nein. Nun, Eukalyptus kennt Ihr sicher, das ist in Bonbons, aber der Geschmack kommt von den Bäumen. Diese Bäume kommen aus Australien. Sie werden schnell groß, weil sie Pfahlwurzeln haben und können mit diesen das Wasser auch aus großer Tiefe holen können. Deshalb wachsen sie besser als andere Pflanzen. 

Die Bäume haben eine schuppige Borke und die Blätter ähneln denen von Weiden. Aber die Blüten sind etwas ganz besonderes, deshalb hat Euer Buchstabenspiel hier ein Foto für Euch. Das ist doch schön oder?

Eukalyptus - 2014 © by D.S. Felix
Eukalyptus – 2014 © by D.S. Felix

Erkennt Ihr verschiedene Bäume? Woran erkennt Ihr sie, an der Borke oder an ihren Blättern? „David und das Leben auf der Burg Guttenberg“ erzählt nicht nur von der Burg Guttenberg, sondern auch von einer Holzbibliothek. Eine Holzbibliothek zeigt Bäume, das heißt, die Rinde oder Borke von Bäumen, Zweige, wie auch Blätter und Äste. Das Buch „David, der kleine Ritter aus Hassmersheim“ gibt es als zweisprachiges Wendebuch und auch als elektronisches Buch oder iBook.

Sprecht Ihr Spanisch? Nein? Mit den Zweisprachigen Büchern ist es leichter Fremdsprachen zu lernen. Schaut es Euch mal an! Zweisprachige Bücher sind eine tolle Sache. 

Bis die Tage, viele Grüße! sendet Euch Euer Buchstabenspiel.

Noch mehr Lerntipps (3)

Nachdem in den vorhergehenden Artikeln schon einige Tipps zum Thema Lernen gegeben wurden folgen hier weitere, beispielsweise die Aspekte Lernen und Bewegung und der Zeitfaktor. 

Bewegung und Lernen

Das Gehirn ist ein Organ, es funktioniert aber auch wie ein Muskel und bedarf des täglichen Trainings. Bewegung spielt hierbei eine viel größere Rolle, als wir es schlechthin glauben wollen. Bewegung unterstützt die Vernetzung der Gehirnzellen. Die Konzentration der Lernenden wird gesteigert. Aber durch Bewegung werden auch Stresshormone abgebaut. Bewegung und Lernen gehören also untrennbar zusammen. 

Wer es nicht glaubt, der kann zum Test mal während eines Telefonates im Raum herumlaufen. Der zu beobachtende Effekt ist, dass die Konzentration steigt. Bewegung muss also nicht Leistungssport sein, sondern beginnt bereits im Kleinen. 

Fast genauso wichtig wie Bewegung ist eine Struktur. Denn nachhaltiges Lernen erfolgt in Sinnzusammenhängen. Es geht beim Lernen stärker um das Vernetzen von Einzelheiten als um Faktenpauken. Im Langzeitgedächtnis bleiben als Zusammenhänge erlernte Fähigkeiten. Für das Erlernen von Sprachen heißt das, dass Vokabelpauken nichts bringt, stattdessen ist Kontextualisieren zu bevorzugen, weil hier Zusammenhänge im Vordergrund stehen. 

Der Zeitfaktor beim Lernen

Eine häufig gestellte Frage von vielen Schülern, die eine Fremdsprache lernen ist, wie lange brauche ich, um Spanisch, Deutsch oder welche Sprache auch immer zu erlernen? Diese Frage kann nur individuell beantwortet werden, da es Menschen gibt, die schneller lernen und solche, die langsamer lernen. Beides hat Vor- und Nachteile, denn meist ist das Wissen derer, die schnell lernen auch ehr kurzfristig und das derer die langsam lernen dauerhafter. Sie sehen schon, es ist nicht immer ganz einfach. 

Jeder Mensch benötigt unterschiedlich lange für den Prozess des Lernens. Das heißt, jeder benötig individuell unterschiedlich viel Zeit zur Aufnahme der Informationen und deren Verarbeitung. Dabei darf nie vergessen werden, dass Wiederholungen sehr wichtig sind. 

Zum Lernprozess gehört auch Schlaf. Der Schlaf ist für die Gedächtnisbildung sehr wichtig, besonders der Tiefschlaf. Ruhephasen und Konsolidierung des Wissens, also Übungen sind entscheidende Aspekte der Vernetzung von Gelerntem. Nur so, kann Gelerntes vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis befördert werden. Achten Sie also immer darauf, dass nicht nur gelernt und geübt wird, sondern auch ausreichend geschlafen, nur so wird das Lernen wirklich erfolgreich. 

Was Sie ändern, wenn Sie lernen: 

Sie werden Spaß am Lernen und Weiterentwickeln empfinden. Fremdsprachen werden kein Hindernis mehr sein, sondern eine willkommene Herausforderung. 

Sie werden ausgeglichener sein, weil Sie glücklicher sind und weniger Stress empfinden und, weil Sie einfach lernen können.