Fremdsprachenerwerb Einstellungssache

Derzeit wird in den Medien viel über Achtsamkeit berichtet und da stellt sich mir die Frage, ob es wirklich stimmt, dass mit der richtigen Einstellung und entsprechenden Gedanken unser Leben verändert werden kann. Um genauer zu sein, möchte ich hier darüber nachdenken, ob und wenn wie mit der Kraft der Gedanken Fremdsprachenerwerb erfolgreich sein kann.

Zunächst eine Idee, die mich das Thema positiv betrachten lässt, wenn jemand sich Gedanken macht, dann nimmt er sich des Sachverhalten bewusst an und das allein ist schon positiv. Die bewusste Auseinandersetzung allein ist schon ein wichtiger Schritt. Es geht aber noch weiter, wer sich Gedanken macht, versucht meist Aspekte eines Sachverhaltes genauer zu betrachten. In Bezug auf den Fremdsprachenerwerb werden dann vermutlich auch verschiedene Aspekte des Lernens, Besonderheiten der Fremdsprache oder des Lerners mit in Betracht gezogen. Wer sich über seine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten bewusst wird, der kann natürlich auch aktiv Einfluss nehmen. Es lohnt sich also Achtsamkeit zu üben.

Was den Einfluss betrifft, so kann dieser positiv oder negativ sein. Wir kennen sicher alle Vorurteile, wie zum Beispiel, dass Frauen tendenziell mit Sprachen besser sind als Männer, die dafür besser in Naturwissenschaften und Mathematik seien. Derartige Vorurteile können positiv und negativ wirken. Positives Denken kann zu einer relaxten Haltung führen und Höchstleistungen verhindern, umgekehrt kann negatives Denken anstacheln oder zur frühzeitigen Aufgabe führen. Was wir daraus machen, das hängt stark von uns ab. Aber es liegt in unserer Hand und das sollten wir uns bewusst machen.

Im Falle von Fremdsprachen heißt es immer kleine Kinder würden automatisch lernen und Erwachsene seien ihnen gegenüber im Nachteil. Das stimmt und ist doch auch falsch. Denn klar ist, Kinder besonders jüngere haben nichts anderes zu tun als neue Worte zu lernen, Sprache und vielen anderen Aspekten gegenüber sind sie gleichgültig, sie saugen die Information auf und wenn sie diese benutzen können, bleibt sie, sonst wird sie eben vergessen und gut. Bei Erwachsenen gibt es eine Vielzahl von Dingen, die im Alltag wichtig sind, aber wir können Prioritäten setzen, wenn wir wissen, warum und wofür wir etwas tun… Erfolgreich kann man mit beiden Strategien sein, aber schneller ist, wer Prioritäten oder Ziele hat.

Deshalb denke ich, dass es wichtig ist, Ziele zu haben, sich zu überlegen, wie man diese erreichen kann, wo es Hindernisse geben kann und welche und danach einen Plan anzufertigen, um das Ziel zu erreichen. Beim Fremdsprachenerwerb können zweisprachige Bücher oder auch Nacherzählungen von Klassikern den Lernerfolg steigern, weil der Lernende sich dann mit der Sprache und Kultur auf unterhaltsame Art und Weise befasst.

Salon du livre Sarreguemines

Hallo, Euer Buchstabenspiel hat eine wichtige Information für Euch: am kommenden Samstag den 14. April 2018 findet von 14-17 Uhr in Sarreguemines eine Buchmesse statt, bei der der Friedrich-Maerker-Verlag auch anwesend sein wird, um seine Bücher zu präsentieren.

Es handelt sich um eine Verkaufsbuchmesse, die sich auf französischsprachige Literatur für alle Altersgruppen spezialisiert hat. Da der Friedrich-Maerker-Verlag zweisprachige Kinder- und Jugendbücher in Französisch und Deutsch verlegt, passt das ganz ausgezeichnet in die Grenzregion, wo die kulturelle und sprachliche Verständigung erwünscht ist. Viele Kinder in Deutschland lernen schon im Kindergarten Französisch und umgekehrt lernen viele französische Kinder dort Deutsch.

Deshalb möchte Euch der Friedrich-Maerker-Verlag herzlich einladen im französischen Sarreguemines vorbeizukommen und den Stand des Verlages zu besuchen. Kommt doch einfach alle vorbei und schaut Euch die Bücher an, die Messe beginnt um 14.00 und während des gesamten Nachmittags bis zum frühen Abend habt Ihr Zeit Bücher zu schauen und Anregungen zu sammeln.

 

Übersetzung oder Übertragung

Worin liegt der Unterschied zwischen einer Übersetzung und einer Übertragung? Gibt es wirklich einen Unterschied und wenn dem so ist, was ist er?

Übersetzung und Übertragung können als Synonyme verwandt werden, aber das Empfinden unterscheidet diese beiden Begriffe. Das heißt, Übersetzung klingt professionell und damit wird angedeutet, dass der Text in beiden Sprachen sehr gleich ist. Durch die Rolle des Übersetzers wird Vertrauen vermittelt, man erhält den Eindruck, dem Text vertrauen zu können, er wird glaubhaft. 

Eine Übertragung ist natürlich auch eine Übersetzung, aber es wird der Eindruck erweckt, dass sie weniger nah am Text ist als eine Übersetzung und dementsprechend wird sie nicht so ernst genommen. Aber eine Übertragung besagt auch klar und deutlich, dass der Text seinem Sinn gemäß in einer weiteren oder anderen Sprache wiedergegeben wird. Der Fokus liegt auf der Hermeneutik, der verstehenden Textwiedergabe, dabei ist es weniger entscheidend, dass die Wortwahl genau getroffen wird. 

Doch, was ist nun richtig? Natürlich sind es beide Fassungen, wobei es „richtiger“ oder treffender wäre zwischen dem Zweck der Übersetzung oder Übertragung zu unterscheiden. Als Autorin und Übersetzerin meiner eigenen Texte stoße ich immer wieder an meine Grenzen, weil ich bestimmte Worte für bestimmte Dinge benutze, aber das heißt noch lange nicht, dass in welcher der Sprachen auch immer, jeder genau diese Worte benutzen würde. Das ist ein Problem. Aber es ist kein fachliches Problem, sondern ein kulturelles. Meine Prägung und mein Werdegang lässt mich bestimmte Dinge auf die eine oder andere Art und Weise verstehen. Damit das klarer wird, ich bin in der ehemaligen DDR geboren, dort gab es einen starken Einfluss durch den sogenannten Ostblock, danach habe ich in der BRD gelebt, da wurde ich durch humanistische Schulen und dem Einfluss Frankreichs und Italiens geprägt, dazu kam, dass ich englischsprachige Partner und Freunde hatte und habe, dadurch kam eine weitere Facette hinzu, außerdem lebe ich in Spanien und habe eine Affinität für Südamerika… nun auch das hat seine Spuren hinterlassen. Dabei ist noch nicht allem Rechnung getragen, es ist nur ein kleiner Ausschnitt an all dem, was mich und mein Verständnis von Sprache ausmacht angerissen. Die Frage nach der Übersetzung und Übertragung findet immer und überall statt, der Dialog bietet als einziger die Möglichkeit für gegenseitiges Verstehen. 

Einladung zur Buchmesse in Leipzig

Hallo alle miteinander, Euer Buchstabenspiel möchte Euch ganz herzlich einladen. Kommt und besucht mich auf der Buchmesse in Leipzig! Die Buchmesse findet vom 15. bis zum 18. März 2018 in der Messe Leipzig statt. Ihr findet mich am Stand des Friedrich-Maerker-Verlags in Halle 2 Stand F 304.

Euer Buchstabenspiel wird dort jeden Tag persönlich auf Euch warten und Euch gerne Neuerscheinungen und alle anderen Bücher des Friedrich-Maerker-Verlags zeigen. Gerne liest Euch Buchstabenspiel auch aus den Büchern in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch vor. Wenn Ihr Fragen habt, Widmungen von Dorothea S. Felix in Eure Bücher möchtet, dann besucht uns. Ihr könnt auch auf der neuen Webseite vom Friedrich-Maerker-Verlag stetig Informationen und Aktuelles zu den Büchern bekommen.

Der Friedrich-Maerker-Verlag verlegt Kinder- und Jugendbücher, Nacherzählungen von deutschen Klassikern, zweisprachige Wende-Bücher und auch einsprachige Bücher. Viele der Bücher bieten auch die Möglichkeiten zum pädagogischen Einsatz, weil sie mehrsprachig sind, Vokabelangaben enthalten, weiterführende Informationen beinhalten und auch Fragen und viele Anregungen bieten, um ein Thema weiterzudenken oder weiter zu entwickeln. In diesem Sinne, bis nächste Woche Leipzig…

Leseverhalten und Leseförderung

Um Nicht-Leser zum Lesen zu motivieren, gibt es kein Universalrezept und keinen geheimen Kniff. Klar, die Leseförderung wäre begeistert, wenn es ein Mittel gäbe, aber stattdessen gibt es verschiedene Strategien. In diesem Zusammenhang möchte ich heute über Leseroutinen als Lesestrategie sprechen.

Klar, egal, was wir tun, wenn wir etwas regelmäßig machen, dann verwandelt es sich mit der Zeit in eine Gewohnheit und wir tun es ohne groß darüber nachzudenken. Genau das ist die Absicht von Leseförderung. Lesen soll zu einer Gewohnheit werden. Wie kann das erreicht werden? Genau, darin liegt das Geheimnis. Wir wissen, dass es Leser und Nichtleser gibt, und die Nichtleser in Leser zu verwandeln ist gar nicht so einfach. Dabei haben wir alle Gewohnheiten.

Wie macht man das Lesen zur Gewohnheit, eine Möglichkeit ist, zu bestimmten Tageszeiten und in bestimmten Situationen zu lesen. Ich persönlich lese jeden Abend bevor ich schlafe, da liege ich schon im Bett und bevor ich das Licht ausmache lese ich noch etwas. Am Wochenende, wenn ich nicht schnell aufstehen muss, um den Tag zu beginnen, dann bleibe ich auch noch etwas liegen und lese, manchmal wird es dann schon ganz schön spät bis ich aufstehe, aber es ist ja Sonntag. Eine andere Zeit zum Lesen ist für mich nach dem Essen, statt Mittagsschlaf oder spanischer Siesta zu machen, lese ich. Derartige Rituale kann jeder in seinen Alltag einbauen, die Lesezeit muss nicht lang sein, sollte aber regelmäßig genutzt werden.

Aber genauso wie der Alltag eine gute Möglichkeit bietet Lesezeiten zu schaffen, so kann auch bei Regenwetter, Kälte oder Hitze die Zeit zum Rückzug und zum Lesen genutzt werden. Gerade jetzt wird Europa von einer Kältewelle heimgesucht, was soll’s, da kann man es sich doch mit einem Buch auf dem Sofa gemütlich machen. Vielleicht noch ein paar Kekse und Tee oder heißen Kakao dazu gemacht und es wird ein wunderbarer Nachmittag oder Abend. Einfach entspannen, lesen und das genießen. Das beste ist, dass das Lesen eine Aktivität ist, die jeder für sich allein betreiben kann oder auch mit Geschwistern, in der Familie oder mit Freunden gemacht werden kann. Versucht es mal… bestimmt können so ein paar Leser gewonnen werden. Denn Bücher gibt es so viele verschiedene, da ist für jeden etwas dabei. In diesem Sinne, Lesen macht Spaß.

Schreiben, Lesen und Denken

Heute sehen wir viele Tätigkeiten, wie Lesen und Schreiben als selbstverständlich an, aber das ist es nur in Europa oder der so genannten westlichen Kultur so. Viele andere Kulturen teilen diese Fertigkeiten nicht mit allen daraus folgenden Konsequenzen.

Schreiben und Lesen, also die Schrift ist verantwortlich für unser Denken, durch die Hilfstechniken des Schreibens und Lesens wird unser Denken erst ermöglicht. Das heißt auch, Kohärenz und Linearität können gezeigt und bewiesen werden. Genauso werden aber komplexere und abstrakte Gedanken möglich. Es ist inzwischen sogar wissenschaftlich belegt, dass es einen Unterschied gibt, ob jemand etwas per Hand schreibt oder einen Computer benutzt, laut der Zeit werden Zusammenhänge ehr Handschriftlich festgehalten, während mit dem Computer Schlagworte reproduziert werden.

Das ist alles schön und gut, doch was bedeutet es für unsere Gesellschaft, Lesen ist eine Beschäftigung, der immer weniger Menschen nachgehen, das beeinflusst einerseits das Wissen und andererseits natürlich auch das Denken und somit die Zukunft. Denn denkend gestalten wir unsere Umwelt. Derzeit ist Europa und die westliche Welt das Ziel für viele Menschen aus vielen Kulturen, die sich zum Teil stark unterscheiden. Lesen gehört in vielen dieser Kulturen nicht zum Alltag, der Besitz und das Benutzen von Büchern wird nicht praktiziert. Das versuchen viele engagierte Lehrer und Integrationsbeauftragte zu ändern. Es geht darum Ideale zu vermitteln und gleichzeitig die Möglichkeit zur Teilhabe und einer gemeinsamen Zukunft zu schaffen. Der gekonnte Umgang mit Schrift ist erforderlich, um zu denken, in anderen Worten es ermöglicht Neues zu erfinden, genauso wie bekanntes Wissen festzuhalten und jederzeit zugänglich zu machen. Es ist also eine Art und Weise die Vergangenheit in die Zukunft zu tragen und gleichzeitig die Zukunft zu gestalten.

Jetzt gibt es sicher viele Nichtleser, die der Meinung sind, dass dieses Geschwafel für sie kein Anreiz ist zu lesen, weil es völlig gleichgültig für sie ist, was im Faust steht, warum der Taugenichts auf die Reise geht, oder warum der Schimmelreiter noch heute aktuell ist. Doch gerade diese Klassiker helfen zu verstehen, woher wir kommen, welche Hürden überwunden wurden und was wir noch alles bewerkstelligen können, so wir nur wollen. Es gibt für jeden Leser Bücher und Lektüren, die Klassiker gibt es in moderneren Fassungen, wie den Nacherzählungen von D.S. Felix, die es auch jüngeren Lesern, mit wenig Lesepraxis und ohne Vorkenntnisse eine Lektüre ermöglicht. Der Vorteil der Nacherzählungen ist außerdem, dass Erklärungen und Denkanstöße gegeben werden, schauen Sie doch bei Friedrich-Maerker-Verlag vorbei und überzeugen Sie sich selbst.  Denken ist eine kreative Kraft, die viel mehr vermag als ein großer Haufen Geld.

Komplexität des Lesens

Die Komplexität des Lesens kann man nur schwer fassen und noch schwieriger ist es, Nachlesen oder Leseanfängern zu vermitteln. Leseförderung wird von Lehrern, Verlegern und verschiedenen Institutionen lautstark gefordert, um Bildung und Integration zu ermöglichen. Die Ziele sind idealistisch und sicher gut, aber wie kann man jemanden zum Lesen bringen?

Motivation scheint das Zauberwort zu sein, aber ist es wirklich so? Nun, ja, Lesen ist eine Fähigkeit, die erlernt werden muss und dazu gehören viele verschiedene kleine Schritte. Als erstes muss das Alphabet mit typischen Lautkombinationen erlernt werden, damit das geschriebene Wort erkannt und nachgesprochen werden kann. Jede Sprache hat bestimmte Laute und Lautkombinationen, die sich in typischen Buchstabenkombinationen zeigen.

Es gibt Personen, die ein Wort, Sätze und ganze Texte lesen können, diese aber nicht verstehen. Das ist schon eine weitere Fähigkeit. Meist können Lehrer an der Art, wie ein Schüler liest, heraushören, ob er versteht oder nicht. Einzelne Worte und Sätze werden meist relativ problemlos verstanden, aber komplexere Sätze und Texte können eine Herausforderung sein. Ein Beispiel ist, dass Vorleser manchmal einen Absatz noch einmal leise für sich lesen, bevor sie Fragen dazu beantworten können. Daran sieht man, dass Lesen eben doch weit mehr ist, als das was geschrieben steht zu wiederholen.

Fragen sind enorm wichtig beim Lesen. Niemand ist in der Lage von der Lektüre von geschriebenen Worten zu profitieren, wenn das ohne eine Frage geschieht. Die Fragen lenken unsere Erkenntnis und damit das Verständnis von dem, was wir lesen. Die Fähigkeit an den Text Fragen zu stellen, ist deshalb so wichtig. Typische Fragen sind: Was? Oder genauer gesagt, was für ein Text ist dasWer? Warum? Also, was ist der Grund für das Schreiben des Textes. Wofür? Mit welchem Ziel, mit welcher Absicht wurde der Text geschrieben? Für wen? Natürlich spielt es eine große Rolle, für wen ein Text geschrieben wurde, der sogenannte Adressat bestimmt nämlich auch die Wortwahl.

Können die Fragen Motivation sein oder können sie motivieren einen Text zu lesen? Vielleicht. Sie zeigen zumindest was mit Lesen gemacht werden kann, wie es genutzt wird und wie es zu etwas Neuem führen kann. Ob das zur Sinnstiftung reicht, ob es eine Motivation ist, das ist schwer abzuschätzen, zumal aus der Sicht des Lesers.

Lesen kann Wissen, Kenntnisse, Fähigkeiten und vieles mehr ermöglichen, aber es muss aktiv gelesen werden. Das trifft auf das Lesen in der Muttersprache genauso wie auf das Lesen in der Fremdsprache zu. Wer in verschiedenen Sprachen liest, kann Perspektivwechsel erleben, aber dazu mehr in einem anderen Beitrag.

Kontextualisierendes Lesen

In den letzten Tagen wurde vermehrt das Thema Lesen in den Medien thematisiert. Klar, die Verlage haben Bilanz gezogen, wie das letzte Jahr gelaufen ist, was und wie viel verkauft wurde und natürlich auch an wen. Die Stimmung ist wie so oft wenig optimistisch, weil die Zahl der verkauften Bücher sinkt. Aber eigentlich geht es ums Lesen und die Zahl der Leser sinkt auch. Laut Umfragen lesen weniger Menschen und die die Lesen, lesen weniger.

Die Gründe für den Rückgang an Lesern sind vielfältig und sicher nicht leicht zu fassen. Gezielte Leseförderung versucht daran anzusetzen. Natürlich sind die Medienangebote reichhaltig und vielseitig, da entscheiden sich viele Nichtleser wieder für einen Film, ein Videospiel oder eine andere Art der Rezeption. Denn es muss auch klar gesagt werden, dass viele Themen sich in den unterschiedlichen Formen wiederholen. Das beweist zum Beispiel eine Ausstellung, die gerade in Sevilla zu bestaunen ist, der Titel ist: Disney – Die Kunst des Geschichtenerzählens. Die Ausstellung gefällt mir persönlich sehr gut. Es wird gezeigt, wie alte Themen wieder aufgegriffen und in abgewandelter Form immer wieder neu erzählt werden. Aber es bleibt nicht nur bei einer Erzählung, es werden auch Bilder gemalt und Filme gedreht, die die Fantasie der Rezipienten, also Kinder und Erwachsenen prägend beeinflussen. Denn bei Nacherzählungen oder den neuen Fassungen gibt es immer wieder kleinere und auch größere Veränderungen, die den Geschmack der Zeit wiederspiegeln und vielleicht auch mit einer Absicht des Autoren einhergehen kann. Derzeit ist die Geschichte Frozen bei vielen Kindern sehr beliebt, sie geht auf ein Märchen von Hans Christian Andersen zurück, derartige Beispiele gibt es viele.

Verdenken kann man es niemandem, denn es wird die ganze Zeit vom Input geredet, Entspannung und Erholung werden oft wenig berücksichtigt. Ein Film dient der Unterhaltung und Lesen wird mit Wissenserwerb verbunden, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Dabei kann Lesen auch zum Entspannen beitragen. Das Lesen von Büchern ist weit mehr als Input, Reflektieren und Lernen, daneben kann Lesen auch entspannend, erholend und regenerierend wirken. Da stellt sich natürlich die Frage, wie man Kindern und Jugendlichen Spaß beim lesend Erholen vermittelt.

Klar ist, dass nur Fähigkeiten, die man gut beherrscht und ohne Druck ausübt die Möglichkeit bieten sich dabei zu entspannen. Wichtig ist in meinen Augen immer Lesen als eine aktive Auseinandersetzung zu sehen. Dabei kann es helfen, dass gemeinsam gelesen wird, hier ein Beispiel, um das zu verdeutlichen: Ein Lese-Ritual in der Familie kann dazu führen, dass mehr, besser und auch freiwilliger gelesen wird. Fragen helfen noch einmal übe den Text nachzudenken. Eine weitere Idee ist, das Kontext von bestimmten Lesern gegeben wird, sei es über den Autor, die Zeit, die einzelnen Ideen von Büchern oder auch bestehende Übersetzungen. Es gibt auf diese Art und Weise viele Möglichkeiten Nichtleser an das Lesen heranzuführen. Natürlich kann es dazu auch gehören, dass ein Film gesehen wird oder ein Videospiel gespielt wird.

Klage der Verlage

Viele Verlage und auch die Buchbranche als solche klagen, warum, sie sehen das Buch in der Krise. Es wird offen gefragt, ob das Buch als Medium noch zu retten ist, weil zum einen wird immer weniger gelesen und zum andern werden auch immer weniger Bücher gekauft. Aber gleichzeitig gibt es mehr Literaturhäuser und Literaturfestivals den je. Wie passt das zusammen?

Hat sich die Buchkultur geändert oder befindet sie sich im Wandel? Das ist möglich, denn es gibt seit einigen Jahren neben den Papierbüchern und Hörbücher nun auch noch elektronische Bücher. Das ist sicher eine Veränderung. Wie passt da der Eventcharakter dazu. Nun, es muss klar festgestellt werden, dass viele Bereiche des menschlichen Lebens heute einen Eventcharakter haben, so wird der Urlaub zu einer Fotostory auf social media Plattformen, die Selfie-Kultur hat sich stark etabliert und der Alltag hat sich ganz allgemein verändert. Muss das Buch da einfach auch mitmachen, um weiter Erfolg zu haben?

Vielleicht, Messen, Lesungen und Events bieten zumindest hervorragende Möglichkeiten Bücher zu präsentieren. Aber was mir noch wichtiger erscheint, neben dem Buch muss auch der Autor heute noch stärker in Erscheinung treten. Das mögen viele Autoren vermutlich nicht, aber es gehört heute zum Selbstverständnis. Wenn Autoren ihre Bücher präsentieren, dann bekommt der Leser mit der Stimme des Autors vorgelesen und motiviert zum selber Lesen, aber er ermöglicht auch ein Reden über das Buch und das Gelesene. Das ist vielen Lesern wichtig.

Wie die Zukunft des Buches aussieht, das ist schwer abzusehen, aber es wird sicher auch weiter gelesen. Vielleicht wird man weniger mit sich selbst und seinen Gedanken beim Lesen allein sein. Es ist aber auch möglich, dass sich der Trend wieder wendet und doch wieder alleine und auch mehr gelesen wird. Als Autorin biete ich meine Bücher gerne allen Lesern an.

 

Fragen über Fragen

Ganz gleich, was wir tun, wenn wir mit Freunden, Bekannten oder auch fremden Menschen kommunizieren möchten, dann helfen uns Fragen. Aber nicht nur bei der direkten Kommunikation sind Fragen hilfreich, auch wenn wir einen Text oder ein Buch lesen, dann helfen uns Fragen, den Text in einen Kontext einzuordnen, die Absicht des Textes zu verstehen oder Aspekte herauszuziehen.

Kurz und gut: Fragen sind ein wichtiger Bestandteil von Kommunikation. Deshalb hier der Tip an schüchterne Menschen, stellt eurem Gegenüber Fragen, dann könnt ihr in Ruhe zuhören und müsst nicht selber reden oder ihr könnt das Gespräch auf ein Thema lenken, das euch liegt. An Leser oder solche, die gerne Leser werden möchten und alle, die aus dem einen oder anderen Grund ein Buch lesen müssen, stellt Fragen an das Buch. Manchmal ist nicht schon nach dem ersten Satz klar, was das Buch möchte oder warum jemand möchte, dass ihr das Buch lest, aber Fragen, können helfen.

Es ist doch so, dass Small talk ein Gespräch einleiten kann, hilft jemanden kennenzulernen oder eine Situation erläutert. Wer Fragen stellt, zeigt mehr als nur Interesse, er zeigt, dass er aktiv bei der Sache ist. Beim Lesen kann ein Lesetagebuch oder ein Leseleitfaden helfen, das Lesen als aktive Tätigkeit mit Fragen zu lenken. Ihr könnt dazu selbst Fragen formulieren oder einen Vordruck benutzen, bei Xinxii gibt es ein Lesetagebuch für Kinder und Jugendliche und auch einen Leseleitfaden für junge Erwachsene und Erwachsene von D.S. Felix. Testet es, es ist ganz einfach. Stellt mehr Fragen.