Fremdsprachenerwerb ist Manipulation des Denkens (I.)

Wenn jemand davon spricht eine Sprache zu lernen, dann ist das ein großes Vorhaben, denn eine Fremdsprache oder eine fremde Sprache zu lernen, bedeutet weit mehr als das Memorieren von Worten und Vokabeln. Eine Sprache besteht aus verschiedenen zum Teil sehr komplexen Systemen, die ineinandergreifen und die jeweilige Kultur in ihrer Entwicklung bis zum aktuellen Zeitpunkt wiederspiegeln.

Was heißt das für das Erlernen bzw. Aneignen von fremden Sprachen? Das heißt, wie oben bereits festgestellt worden ist, dass ein wörtliches Übersetzen von einer Sprache in eine andere kaum möglich ist. Da die obige Feststellung nicht sehr erklärend ist, möchte ich nun näher auf die Probleme beim Fremdsprachenerwerb eingehen. Sprache ist ein abstraktes Gebilde, das aus arbiträren Übereinkünften basiert. Das heißt, es wurde irgendwann von irgendwem willkürlich festgelegt, dass man, zum Beispiel, um eine Aussage zu treffen einen Satz formulieren müsse, der Subjekt, Prädikat und Objekt bestehe soll. Darüberhinaus wurden viele weitere Übereinkünfte getroffen, um sicherzustellen, dass die getroffenen Aussagen eine gewisse Allgemeingültigkeit haben, oder anders ausgedrückt, dass die Aussage auch wirklich verstanden werden kann.

Bei den Absprachen wird einerseits der Gebrauch bzw. die konkrete Anwendung der Sprache entscheidend und andererseits wird versucht eine Logik darzustellen. Um ein sehr plakatives Beispiel zu geben, möchte ich die Genuszuschreibung im Französischen heranziehen. In der französischen Sprache wird zwischen zwei Geschlechtern unterschieden, dem Maskulinen und dem Femininen. Wenn man nun diejenigen Substantive betrachtet, die feminin sind fällt auf, dass von diesen tendenziell mehr eine negative Bedeutung haben als maskuline Substantive, vergleiche zum Beispiel „la guerre – der Krieg, la peste – die Pest, la maladie – die Krankheit.“ Dieses Beispiel zeigt, dass Weiblichkeit mit etwas Negativem konnotiert ist oder zumindest lange Zeit war. Nichts desto trotz spiegelt sich darin ein gewisses Frauenbild, aber es geht noch weiter, denn indem ein bestimmtes Bild von der Frau gezeichnet wird, wird auch etwas über das oder die anderen Geschlechter ausgesagt. Das heißt, Maskulinum bzw. Männlichkeit wird als gut im Vergleich zur Frau wahrgenommen. Das sagt etwas über die Gesellschaft aus, es handelt sich dementsprechend allem Anschein nach um eine patriarchalische Gesellschaftsordnung. Das wiederum zeigt, welche Position und Chancen die verschiedenen Personen in der Gesellschaft haben.

Dieses eine Beispiel zeigt, wie Denken und Kultur durch Sprache festgeschrieben ist und auch, dass diese Festschreibungen nicht zwingend Sprachlernenden anderer Kulturen logisch oder autoplausibel erscheinen müssen. Natürlich gibt es in den verschiedenen Kulturen Konstanten, allein dadurch, dass es seit der Existenz von Menschen Austausch zwischen ihnen gegeben hat, aber das bedeutet eben noch nicht, dass man sich verstehet. Kulturelle Unterschiede manifestieren sich in vielen kleinen Dingen des Alltags und das macht es so schwer für viele Menschen fremde Sprachen wirklich zu erlernen. Man denke nur daran, wie oft es zu Missverständnissen zwischen Menschen kommt, welche die gleiche Sprache sprechen. Da möchte man sich lieber nicht vorstellen, wie schwer es sein muss mittels einer Fremdsprache zu kommunizieren. Damit möchte ich niemanden abschrecken oder davon abhalten eine Fremdsprache zu lernen, sondern ihn vielmehr auffordern seine Aufmerksamkeit auf die geschilderte Kultur zu richten, damit der Fremdsprachenerwerb erfolgreich wird.

Zweisprachige Bücher für Kinder und Jugendliche

Zweisprachige oder mehrsprachige Kinderbücher und Jugendbücher sind in den letzten Jahren verstärkt auf den Markt gekommen und drängen immer weiter in den Vordergrund, doch für wen werden sie gemacht und welches Ziel wird mit ihnen verfolgt?

Nun, zunächst muss festgestellt werden, dass Zweisprachigkeit ganz unterschiedlich aussehen kann. Einerseits gibt es in Deutschland einige Kinder und Jugendliche, die eine andere Muttersprache als Deutsch sprechen, für sie ist Deutsch die erste Fremdsprache. Zudem gibt es bei uns auch viele Kinder und Jugendliche, die mit zwei Muttersprachen aufwachsen, zum Beispiel, wenn Vater oder Mutter aus einem anderen Land wie Spanien oder fast jedem anderen Land kommt. Andererseits wächst in den letzten Jahren auch die Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die regelmäßig Kontakte zu einer anderen oder fremden Sprache haben, sei es, weil sie in einen entsprechenden Kindergarten oder eine bilinguale Schule besuchen oder sei es, weil sie eine andere derartige Einrichtung besuchen.

Für all diese Kinder und Jugendliche sind zweisprachige Kinderbücher und Jugendbücher ideal, weil damit ihre Sprachkompetenzen gefördert, abgeglichen oder ausgebaut und vertieft werden kann. Spracherwerb ist ein komplexer Prozess, der in jedem Fall eine Herausforderung für den Lernenden darstellt. Zweisprachige Bücher können helfen, die Herausforderung anzunehmen, aber auch diese zu meistern. Heute wird viel über Sprachkompetenzen gesprochen und als wesentliches Ziel der frühkindlichen Pädagogik formuliert. So ist zum Beispiel bei zweisprachig aufwachsenden Kindern und Jugendlichen eine gleichmäßige Entwicklung beider Sprachen mit Hilfe von zweisprachigen Büchern erzielbar, denn oft bleibt sonst eine der Sprachen stärker als die jeweils andere.

In diesem Zusammenhang sind zweisprachige Kinderbücher und Jugendbücher eine große Hilfe. Für jeden und besonders für Kinder und Jugendliche ist es sehr schwer eine Fremdsprache oder Zweitsprache zu erlernen, wenn die Muttersprache nicht gut beherrscht wird. Das heißt, wenn die Ausgangssprache nur rudimentär gesprochen wird, wird auch die Fremdsprache nicht über ein gewisses Niveau hinaus erlernt werden können bzw. nur mit einem extremen Aufwand. Aber auch Kinder und Jugendliche, die zweisprachig aufwachsen haben oft eine aktive bzw. stärkere Sprache und eine schwächere. All diese Probleme sind vielen Autoren zweisprachiger Kinderbücher und Jugendbücher bekannt. Das heißt, die Bücher gehen auf diese Schwierigkeiten ein und bieten einen Lösungsansatz. Die Bücher richten sich folglich an ebendiese Kinder und Jugendliche mit eben diesen Schwierigkeiten, um sie zu unterstützen.

Zweisprachige oder mehrsprachige Kinderbücher und Jugendbücher wollen bei der Sprachentwicklung unterstützen. Der Lernende kann sich dank zweisprachiger Bücher gezielt mit zwei Sprachen auseinandersetzen, er kann Strukturen, Vokabular, Bedeutungen, Anwendungen und Symbole am konkreten Beispiel vergleichen und somit sein Wissen gezielt erweitern und vertiefen. Außerdem findet die Auseinandersetzung auf einer visuellen Basis statt, was bei zweisprachig aufwachsenden Kindern oft vernachlässigt wird, weil sie in der Schule hauptsächlich mit einer Sprache konfrontiert sind, die dann zur Schriftsprache wird. Die Sprachkompetenz wächst dank der zweisprachigen Bücher fast spielerisch. Zweisprachige Kinderbücher und Jugendbücher sind dementsprechend eine hervorragende Ergänzung zum gezielten Sprach-, Zweit- und Fremdsprachenerwerb.

Zweisprachige und fremdsprachliche Kinderbücher

Hallo Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch kurz den Unterschied zwischen zweisprachigen und fremdsprachlichen Kinder- und Jugendbüchern erläutern. Eigentlich ist das gar nicht schwer zu verstehen, aber eine Definition kann Euch doch helfen, besser zu verstehen, worum es geht. Also, ich werde mit den fremdsprachlichen Kinder- und Jugendbüchern beginnen und mit den zweisprachigen Kinder- und Jugendbüchern enden.

Fremdsprachliche Kinder- und Jugendbücher sind Bücher in einer Fremdsprache, die sich an Kinder und Jugendliche richten. Das kann, zum Beispiel, ein Buch sein, das aus dem Deutschen ins Englische, Französische oder Spanische übersetzt worden ist. Es ist aber auch möglich, dass es sich um ein Buch handelt, das ein Spanier, Franzose, Engländer oder Amerikaner für Kinder in seiner Muttersprache geschrieben hat.

Zweisprachige Kinder- und Jugendbücher sind Bücher, die einen Text in zwei Sprachen enthalten, das heißt, dass ein Buch in der Sprache des Autors enthalten ist und in der Übersetzung in eine Fremdsprache. Die Übersetzungen sind dann ganz nah am Text gehalten und Ihr könnt die Texte genau vergleichen. Das ist ein Vorteil.

Aber ganz gleich ob Ihr ein Buch in einer Fremdsprache oder in Eurer Muttersprache lest, lesen wird Euch helfen besser mit Sprache-n umzugehen. Lest die Bücher, die Ihr mögt.

Beim nächsten Mal werde ich Euch wieder ein Kinder- oder Jugendbuch vorstellen.

Bis bald. Liebe Grüße! Euer Buchstabenspiel

Deutsch oder Englisch

Momentan wird in den Medien viel über Schüler mit Wissensdefiziten geredet, parallel wird diskutiert, ob in Deutschland Deutsch oder Englisch Wissenschaftssprache sein sollte. Die Meinungen gehen wie so oft auseinander.

Klar ist, dass es einen Trend gibt, der Englisch zur Universalsprache zu werden lassen scheint, damit ist der Weg zur Wissenschaftssprache natürlich geöffnet. Das heißt natürlich noch lange nicht, dass dieser Trend gut ist. Dennoch kann und darf man sich diesem Trend nicht ganz entziehen, weil man sich sonst ganz schnell zum Außenseiter abstempelt, das sollte nicht sein.

Wer in der Wissenschaft erfolgreich sein möchte, muss auch Englisch können. Ob es natürlich sinnvoll ist, die Wissenschaften nur auf Englisch zu betreiben ist zweifelhaft. Latein war lange eine Wissenschaftssprache und hat die Wissenschaften somit auf einen kleinen Personenkreis beschränkt. Das solltet nicht Sinn und Zweck der Wissenschaften sein. Klar, es werden nie alle an den Wissenschaften interessiert sein, aber die Möglichkeiten in der Muttersprache zu denken sind wesentlich ausgeprägter, als in den Fremdsprachen. Eine Fremdsprache hat immer Grenzen.

Besonders für die kommenden Generationen ist es entscheidend an dem als Standard anerkannten Wissen zu partizipieren und möglichst wenigen Grenzen entgegenwirken zu müssen. Deshalb ist es wichtig, dass schon früh mit dem Fremdsprachenerwerb begonnen wird. Denn nur wer teilhat, kann in der Gesellschaft auch erfolgreich sein. Englisch wird als Standard betrachtet, also muss es Ziel sein, die Sprache gut zu beherrschen.

Um in einer Fremdsprache erfolgreich zu sein, ist es jedoch zunächst nötig die Muttersprache zu beherrschen, denn wer schon in der Muttersprache unsicher ist, dem wird auch eine Fremdsprache Schwierigkeiten bereiten. Um Schwierigkeiten vorzubeugen oder entgegen zu wirken, reicht es nicht eine Schule zu besuchen. Schulen dienen zwar der Bildung, aber sie können nicht den Teil der Ausbildung übernehmen, den Familien den Kindern mit auf den Weg geben sollten. Das heißt, der Muttersprachenerwerb sollte nach Möglichkeit beim Eintritt in die Schule möglichst weit gediehen sein. Natürlich entwickelt sich die Sprachfähigkeit von Kindern, genauso wie der von Erwachsenen, kontinuierlich weiter. Dieser Prozess endet im Idealfall nie ganz.

Kinder erlernen Fremdsprachen und ihre Muttersprache leichter als Menschen, die schon älter sind. Diesen Altersvorteil kann und sollte man nutzen, um den Kindern einen möglichst guten Start in ihre Zukunft zu ermöglichen, dabei spielt die Sprache eine entscheidende Rolle und damit ist die Muttersprache genauso gemeint wie die Fremdsprachen. Wer für Fremdsprachen plädiert, muss zwangsläufig auch für die Muttersprache sein, denn sonst kann das Ziel nur die Verdrängung der Muttersprache als ganzes sein.

Heute ist Welttag des Buches!

Heute, am 23. April, wird wie jedes Jahr der Welttag des Buches begangen. Eingeführt hat diesen weltweiten Feiertag die UNESCO 1995, um Lesen, Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und für die Rechte der Autoren.

Warum gerade der 23. April gewählt wurde? Der 23. April ist der Georgstag. Am Tag des Heiligen Georg werden traditionsgemäß in Katalonien Bücher und Rosen verschenkt. Natürlich fiel die Wahl nicht nur wegen einem katholischen Heiligen auf diesen Tag, sondern auch, weil der 23. April einerseits auch der Geburts- und Todestag von William Shakespeare und andererseits die Todestage von Miguel de Cervantes und Josep Pla angesiedelt werden sowie der Geburtstag des isländischen Literaturnobelpreisträgers Halladór Laxness auf diesen Tag fällt.

Was passiert in Deutschland an diesem Tag? Nun, ganz allgemein wird der Tag genutzt, um an Bücher, Lesen und Autoren zu erinnern und über sie zu diskutieren, das heißt, über den Stellenwert dieser drei Aspekte im öffentlichen Leben und der Gesellschaft. Daneben gibt es unter anderem vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Stiftung Lesen Schüleraktionen, wie zum Beispiel, „Ich schenke dir eine Geschichte.“ Lehrkräfte können in diesem Kontext Büchergutscheine für die 4. und 5. Klassen erhalten, um sie am 23. April an ihre Schüler zu verteilen. Gegen Vorlage dieses Gutscheins erhalten die Schüler bei ausgewählten Buchhandlungen ihr Exemplar des Welttagbuches „Ich schenke dir eine Geschichte.“ An diesem Tag wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels aber auch Geld gesammelt, zum Beispiel, um die Lese- und Schulförderung in Afrika zu unterstützen.

In den verschiedenen Ländern der Welt wird der Weltbuchttag ganz unterschiedlich gefeiert. Katalonien ist ja schon zu Beginn genannt worden, aber eins soll noch hinzugefügt werden. Der Tag des Heiligen Georg ist der Tag der Verliebten, deshalb bekommen Frauen und Mädchen oft Rosen und verschenken Bücher, aber viele katalanische Unternehmen verschenken als Zeichen ihrer Wertschätzung Buchgutscheine an ihre Angestellten. Das ist ein sehr schöner Zug, den man meines Erachtens auch in anderen Ländern einführen sollte.

Haben Sie heute ein Buch gekauft oder verschenkt?

Mehrsprachige Kinderbücher

Mehrsprachige Kinderbücher sind mehr als eine fixe Idee. Mehrsprachigkeit oder Zweisprachigkeit wird momentan gefordert und sehr gefördert. Kinder sollen schon früher mit dem Fremd- oder Zweitsprachenerwerb beginnen. Sprache und Sprachen werden als wesentliche Grundlage für eine erfolgreiche Schullaufbahn angesehen. Sprachen verbinden Menschen. Aus diesem Grund ist es aus meiner Sicht eine gute Idee, dass Kinder schon früh mit dem Fremdsprachenerwerb beginnen sollen, nicht nur, weil Kinder besonders schnell lernen, sondern auch weil wir heute immer und überall von fremden Sprachen umgeben sind und Sprachkenntnisse dementsprechend wichtig für das Verstehen und das Teilhaben an der Gemeinschaft sind.

Der Kontakt mit fremden Sprachen beginnt heute einerseits schon im Kindesalter, zum Beispiel, mit Kindern, deren Eltern einen Migrationshintergrund haben und deren Kindern, die im Idealfall schon in und mit der Zweisprachigkeit aufwachsen. Das erleben dann beispielsweise auch ihre Mitschüler. Andererseits ist der Lehrplan in allen Bundesländern dahingehend verändert worden, dass schon in den Grundschulen mit dem Fremdsprachenerwerb begonnen werden soll. Sogar einige Kindergärten beginnen schon Fremdsprachen zu unterrichten. Das Ziel ist, dass jeder einmal zwei oder mehrere Sprachen beherrscht.

In Grundschulen ist der Fremd- und Zweitsprachenerwerb spielerisch angelegt, dennoch ist es der Grundstein zum Fremdsprachenerwerb und demzufolge sollte er sehr ernst genommen werden. Denn gerade die erste Begegnung mit fremden Sprachen oder einer Fremdsprache ist entscheidend für die weitere Entwicklung. Kinder und Sprache kommen zusammen und spielen miteinander. Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Sprachen, ermöglicht mehr als nur Worte aneinanderreihen zu können.

Sprache ist Denken, da verbergen sich vielfältige Welten, die es zu entdecken gibt. Jede Sprache bietet unterschiedliche Möglichkeiten des Ausdrucks, wie auch jede ihre Grenzen haben. Es werden verschiedene Bilder, Symbole und Stereotype angewandt, um etwas auszusagen. In einer Sprache kann etwas positiv besetzt sein, während es in einer anderen Sprache als negativ verstanden wird, oft sind die Unterschiede kleiner, aber trotzdem tragen sie wesentlich zum Verständnis bei. Das sind Dinge, die Kinder erfahren und erleben müssen, um eine Sprache wirklich beherrschen zu können. Wie könnte das besser dargestellt und vermittelt werden als in einem zweisprachigen Buch?

Zweisprachige Kinder- und Jugendbücher möchten dazu beitragen deutschen Muttersprachlern den Fremdsprachenerwerb zu erleichtern und Kindern mit anderen Herkunftssprachen die sprachliche Integration in Deutschland zu erleichtern. Autoren, Übersetzer, Verlage, Bibliotheken, Buchhändler, Institute, Universitäten, Sprachschulen, Messen und viele weitere Personen und Institute bemühen sich das Angebot an zwei- und mehrsprachigen Kinder- und Jugendbüchern stetig zu verbessern und zu erweitern.

Kinder können mit den Schwierigkeiten von Fremdsprachen spielend leicht umgehen, je älter ein Mensch ist, desto schwieriger wird es eine neue Sprache zu lernen. Und wenn man den Kindern hilft ihre Fähigkeiten zu nutzen, werden sie in ihrem späteren Leben kreativ mit Sprache und Wissenserwerb umgehen können. Nutzen Sie die bestehenden Möglichkeiten. Es geht um die Zukunft.

Zweisprachige Kinderbücher – Konzepte

Wenn Sie ein Kind haben, das gerade seine erste Fremdsprache lernt, möchten Sie es sicher unterstützen. Das ist nur allzu natürlich und bei Buchstabenspiel werden Sie regelmäßig zu diesem Thema informiert. Die Frage ist nun, wie kann ich mein Kind beim Erlernen einer Fremdsprache fördern ohne es in mehr Unterricht ausarten zu lassen? Das ist eine große Herausforderung.

Zweisprachige Kinderbücher bieten schöne Möglichkeiten Kinder und Jugendliche beim Fremdsprachenerwerb zu unterstützen. Derartige Kinder- und Jugendbücher werden inzwischen gezielt entwickelt und entworfen, um ohne zu überfordern Sprachkenntnisse zu vermitteln. Die Auswahl wächst stetig und so auch die Konzepte, die sich hinter den Büchern verstecken. Hier bei Buchstabenspiel werde ich Ihnen heute zwei Konzepte präsentieren und deren Vor- und Nachteile ansprechen.

Eine Möglichkeit, ein zweisprachiges Buch zu anzulegen, habe ich mit den Geschichten von David, der kleine Ritter aus Hassmersheim schon vorgestellt. Die Geschichten rund um David sind in einem Buch in zwei Sprachen enthalten. Das heißt, wenn Sie die Geschichte in Deutsch lesen, fangen Sie auf der einen Seite des Buches an. Wenn Sie die Geschichte in der Fremdsprache lesen möchten, Englisch, Französisch, Spanisch oder Türkisch, dann drehen Sie das Buch herum und fangen Sie von der anderen Seite an zu lesen. Die Kinder werden so gefordert und zur geistigen Mitarbeit aufgefordert. Unterstrichen wird die Aufforderung zum Mitmachen noch durch Zwischenfragen zum Text, so sammeln die Leser Lösungsworte und Buchstaben, die am Ende ein Lösungswort ergeben. Es ist nicht leicht zu schummeln, weil der Textvergleich nur durch auffälliges Blättern möglich ist. Die Texte sind kurze in sich geschlossene Geschichten.

Die Geschichten von David, der kleine Ritter aus Hassmersheim ist nur eine von vielen Möglichkeiten. So gibt es, zum Beispiel, Kinderbücher, die auf ein und derselben Seite beide Sprachen abdrucken. Ein Beispiel ist das Kalenderbuch Alle Jahre wieder von Lily V. Owen. Die Texte werden somit einerseits unterbrochen und von ihrem Kontext getrennt, aber andererseits können die Kinder immer gleich und ohne Anstrengung die Übersetzung sehen. Der direkte Textvergleich ist einfach, bequem und übersichtlich. Die Texte sind sehr kurz und in Form von Lexikonartikeln abgefasst, sodass die Kinder gleich wo sie das Buch aufschlagen, immer etwas Interessantes zu lesen finden.

Beide Bücher legen großen Wert auf leicht verständliche Texte ohne ausgefallenes Vokabular. Sie sind ansprechend illustriert ohne zu kindlich zu wirken. Welche der beiden Möglichkeiten Sie oder Ihr Kind bevorzugen, können nur Sie selbst entscheiden. Gucken Sie sich möglichst viele Möglichkeiten an und vergleichen Sie. Sie werden feststellen, dass die Entscheidung nicht leicht ist, es aber auch für jeden Geschmack etwas gibt.

Das Land der Dichter und Denker ist nicht fit

Heute gab es mal wieder die Nachricht, dass viele Schulabgänger nicht fit für einen Ausbildungsplatz sind. Das ist beunruhigend. Deutschland und das deutsche Schulsystem genießen großes internationales Ansehen. Gut das entspricht nicht unbedingt der Pisastudie, aber das ist eine Statistik und nicht der Ruf, um den es mir hier geht. Deutschland gilt nach wie vor als Land der Dichter und Denker. Was ist passiert? Wie kann es sein, dass Schulabgänger nicht fit für eine Ausbildung und das Leben sind?

Was sind die genauen Vorwürfe? Nun, Unreife ist ein vager Vorwurf, der viel beinhalten kann, aber nichts klar sagt. Direkt angesprochen wurde in den Nachrichten von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio Kultur, Nachrichtensendendungen, 08.04.2010) mangelnde soziale Kompetenzen, fehlende Disziplin, mangelhafte Allgemeinbildung, mangelnde Kenntnisse in Rechnen, Schreiben und Lesen. Entspricht das dem üblichen Vorwurf, den jeder bei uns an der Schule hörte, dass wir die schlechteste 8. Klasse der Geschichte der Schule seien? Sicher nicht, denn er kommt von denjenigen, welche die weitere Ausbildung übernehmen wollen.

Schulabgängern fehlen die nötigen Voraussetzungen für eine Ausbildung. Sie haben nicht nur mangelnde und fehlende Kenntnisse, sondern sie sind allgemein überfordert. Das sind harte Vorwürfe. Was zu tun ist? Nun, als erstes müssen wir das Problem als solches akzeptieren. Dann müssen alle, das heißt, Eltern, Lehrer, Schüler und vermeintliche Auszubildende die Verantwortung übernehmen.

Ja, das ist unbequem, einfacher wäre es der Schule bzw. Bildungseinrichtung die Schuld zuzuweisen. Aber mal ehrlich, davon wird nichts besser. Wir müssen etwas tun! Das Ziel muss es sein, die Situation zu verbessern. Die Schulabgänger müssen in der Lage sein eine Ausbildung zu bewältigen, was soll sonst aus ihnen werden? Verbessern wird sich die Situation, das heißt, die Ausbildungsreife unserer Kinder nur, wenn wir Verantwortung übernehmen.

Alle geforderten Fähigkeiten Rechnen, Lesen, Leseverstehen, Rechtschreibung, Schreiben, wie die Fähigkeit zu Denken kann jeder üben. Es ist kein Hexenwerk. Wir haben heute viele Vorteile gegenüber unseren Vorfahren, die müssen wir nutzen. Das ist unsere Pflicht. Lernen ist ein Prozess, der Kontinuität und Arbeit erfordert. Das geht nicht ohne Anstrengungen, aber der Erfolg, der bereitet nicht nur Genugtuung, sondern auch Spaß. Wissen macht Spaß!

Was jeder einzelne tun kann? Eltern sollten ihre Kinder unterstützen, anregen und ihnen ein gutes Beispiel sein. Eine Möglichkeit ist es, Ihren Kindern Bücher zur Verfügung zu stellen. Wenn Sie selbst als gutes Beispiel vorangehen, werden Ihre Kinder Sie nachahmen. Ein konkretes Beispiel möchte ich Ihnen hier auch geben: Sie können gemeinsam lesen, sei es, dass sie an einem Tag in der Woche alle zusammensitzen und jeder für sich liest und später über das Gelesene reden. Oder sei es, dass Sie ein Buch gemeinsam laut lesen.

Das ist eine tolle Beschäftigung für die ganze Familie. Sie fördert nicht nur Wissen, sondern übt beispielsweise auch Teamfähigkeit, eine der geforderten sozialen Kompetenzen. Es ist wichtig, dass sich Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene kontinuierlich darin üben Gelesenes zusammenzufassen, sich dazu eine Meinung zu bilden und dies zu diskutieren. Das kann keine umfassende Erläuterung aller Möglichkeiten sein, sondern nur eine beispielhafte Anregung.

Zur Kultur der Dichter und Denker gehören Bücher von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller, aber genauso aktuelle Schriftsteller, wie beispielsweise Jakob Hein, Günther Grass und Cornelia Funke, um Ihnen nur eine Idee von den Möglichkeiten zu geben. Es ist unsere Verantwortung unsere Zukunft zu gestalten, aber wie soll das ohne die nötige Basis geschehen?

Bücher sollten ein Teil des Alltags sein, wie es das Fernsehen und Internet geworden sind. Alle Medien haben ihre Vor- und Nachteile. Gehen Sie mit diesen Medien kritisch um und der erste Schritt zum Erfolg im Leben ist getan. Übernehmen Sie Verantwortung!

Lesen oder Zuhören?

Jede Form ein Buch zu erfahren hat ihre ganz eigenen Möglichkeiten und Aufgaben. Manche Bücher sind, zum Beispiel, Vorlesebücher, während andere Selbstlesebücher sind. Die Möglichkeiten und Aufgaben eines jeden Buches sollte man also stets im Auge haben.

Die Vorlesebücher sind dafür gemacht, dass sie den Kindern vorgelesen werden. Mit dem Vorlesen eines Buches erreichen sie verschiedene Dinge: Das Hörverstehen wird trainiert. Die Konzentration eines Kindes kann verbessert und geübt werden. Schwierigere oder komplexere Inhalte können besser vermittelt werden, weil es dem Zuhörer möglich ist, Fragen zu stellen. Auch Inhalte, die Probleme ansprechen und einen Dialog erforderlich machen, können gemeinsam gemeistert werden.

Andere Bücher sind zum selber Lesen gemacht. Sie haben oft einen ehr unterhaltenden Charakter und weniger schwierige Inhalte. Es findet eine persönliche Kommunikation zwischen dem Leser und dem jeweiligen Buch statt. Die individuelle Auseinandersetzung mit einem Thema, fordert den Leser in besonderer Weise und fördert somit, zum Beispiel, dessen Selbstständigkeit. Der Leser sollte das Selbstlesebuch ohne überfordert oder unterfordert zu werden, bewältigen können.

Bei Büchern in einer Fremd- oder Zweitsprache haben Vorlesebücher und Selbstlesebücher noch eine weitere Funktion. Sprache lebt einerseits von der Schrift, aber andererseits ist die gesprochene Sprache oder auch die Aussprache ein wichtiger Aspekt sowohl der Sprache als auch des Spracherwerbs. Im Allgemeinen lernen Kinder ihre Muttersprache zunächst ausschließlich mündlich durch zuhören und anschließendes Nachahmen. Sobald die Kinder in die Schule kommen, wird die Mündlichkeit durch Schrift erweitert, leider aber auch oft ersetzt.

Beim Erlernen von Fremdsprachen wird oft der Schwerpunkt auf die Schriftlichkeit gelegt und das Hörverstehen und Sprechen nicht in gleichem Maß gefördert oder gefordert. Die Ursachen und Gründe sind vielfältig, aber hier kein Thema. Fakt ist, dass es wichtig für den Lerner ist, sowohl die Schrift als auch die Aussprache und den Klang einer Sprache als zusammengehörig zu erlernen. Sprachen sind komplexe Systeme.

Wählen Sie Bücher immer gezielt aus, dann werden Ihre Kinder oder Schüler mit Spaß die Herausforderung meistern. Ein Beispiel für Bücher, die sich mit dem Problem des Fremdsprachenerwerbes im Grundschulalter auseinandersetzen sind die David Geschichten von D.S. Felix. Die Autorin schreibt für den Friedrich-Maerker-Verlag zweisprachige Bücher. Die Fortsetzungsgeschichte David, der kleine Ritter aus Hassmersheim erzählt von einem Jungen David, der in die 3. Klasse geht und sich ganz besonders für den Ritter Götz von Berlichingen und Burgen interessiert. An der Geschichte sticht hervor, dass die Leser direkt angesprochen werden, gerade Jungen können sich mit dem Protagonisten des Buches identifizieren. Die Leser werden somit in die Geschichte einbezogen und direkt angesprochen. David, der kleine Ritter aus Hassmersheim ist ein zweisprachiges Buch, das von der einen Seite in Deutsch geschrieben ist und wenn Sie das Buch herumdrehen, dann haben Sie die fremdsprachliche Fassung vor sich. Dank der Zweisprachigkeit können junge Leser das Buch selbst und allein lesen, was Ihnen einen schönen Erfolg ermöglicht. Sehen Sie sich David, der kleine Ritter aus Hassmersheim und die zweisprachigen Bücher des Friedrich-Maerker-Verlags an.

Frohe Ostern!

Hallo Ihr Lieben!

Euer Buchstabenspiel wünscht Euch ganz tolle Osterfeiertage! Genießt die Zeit und vertreibt sie Euch mit dem Bemalen, Verstecken, Suchen oder Essen von leckeren Ostereiern!

Vielleicht kennt Ihr ja auch eine schöne Ostergeschichte und möchtet sie mit mir teilen, dann schreibt sie mir mit Eurem Namen. Ich werde Eure Ostergeschichte dann in meinem Blog veröffentlichen. Dann kann jeder Eure Geschichte lesen.

Frohe Ostern!

Euer Buchstabenspiel

Osterhasentreffen