Englisch ist überall

Was auch immer man tut, Englisch, englische Worte und Begriffe umgeben uns mehr und mehr, gleichzeitig wird ein Diskurs geführt, der zu erörtern versucht, ob wir mehr oder weniger Englisch brauchen. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder über Zweisprachigkeit bzw. über den notwendigen Fremdsprachenerwerb gesprochen. Doch was ist gesellschaftlich erwünscht und was ist nötig?

Was gewünscht ist, ist internationale Wettbewerbsfähigkeit, die kann nur erreicht werden, wenn die Kommunikation möglich ist. Englischsprachige Menschen sprechen häufig keine Fremdsprachen, aber die verbreitetste Fremdsprache ist Englisch. Das zeigt, dass Englisch als Fremdsprache oder Gemeinsprache zwischen Menschen aus den verschiedensten Ländern anerkannt ist. Dementsprechend müssen wir uns zu einem gewissen Grad beugen.

Das bedeutet aber nicht, dass die englische Sprache Eingang in die deutsche Alltagssprache haben muss. Allerdings müssen wir auch zugeben, dass Sprache kein statisches Etwas ist, sondern ein sich ständig änderndes Gebilde. Sprache unterliegt unterschiedlich starken Einflüssen, die sie ausmachen. Das Englische ist also Teil unserer gesellschaftlichen Realität und wir sollten es nicht strikt verteufeln.

Ein bewusster Umgang ist natürlich trotz allem nötig, denn sonst kann es schnell passieren, dass wir unserer eigenen Sprache und dem richtigen bzw. korrekten Sprachgebrauch nicht mehr mächtig sind. In vielen Bereichen ist es schlicht nötig englische Worte zu benutzen, zum Beispiel, wenn es um Informatik oder Wirtschaft geht, ist diese Fremdsprache schon lange nicht mehr wegzudenken. Diese Worte müssen wie jedes andere Fremdwort, sei es aus dem Französischen, Lateinischen oder Griechischen behandelt werden. Man kann kaum auf Fremdworte verzichten.

Nichts desto trotz gibt es jedoch Bereiche, in denen das Deutsche erhalten geblieben ist und erhalten bleiben muss. Denn es ist ein Fakt, dass ganz gleich wie gut man eine Sprache spricht, nie in beiden Sprachen genauso stark ist, bzw. je nach Thema oder Situation die eine oder andere dominiert. Die meisten Menschen denken in ihrer Muttersprache und das äußert sich dann in den hervorgehenden Ideen und Erfindungen.

Die Muttersprache ist meines Erachtens entscheidend und Fremdsprachen sind wichtig, um den Gebrauch der eigenen Sprache zu verdeutlichen bzw. um zu verstehen. Fremdsprachen können uns also viel helfen, aber die Muttersprache darf dabei nicht vernachlässigt werden. Reflektion und Denken können ohne Sprache nicht gelingen. Wir sind Menschen, weil wir bewusst, vernünftig und logisch denken, die Sprache ist dabei zweitrangig.

Englisch ist sicher nicht meine Muttersprache und absolute Zweisprachigkeit werde ich nicht erreichen, aber ich beherrsche Englisch und weitere Fremdsprachen in einer Form, die die Kommunikation, den Gedankenaustausch und somit die Entwicklung für eine Zukunft ermöglichen. Ich bin für den Gebrauch des Englischen als gemeinsamer Fremdsprache, um, zum Beispiel, Europa zu stärken.

Fremdsprachenerwerb im Kindesalter

Fremdsprachen schon im Kindesalter zu lernen, so heißt es, sei kinderleicht. Es ist sicher richtig, dass Kinder weniger Hemmungen haben, wenn es darum geht unbekannte Dinge zu probieren. Sicher können Kinder auch leicht lernen, aber das liegt nicht an ihrem Alter, sondern an andern Faktoren.

Kinder sind offener, gehen weniger voreingenommen an Unbekanntes heran, sie spielen, versuchen und testen viele Dinge. Viele Kinder lieben es ihnen fremde Worte, Sprachen und Situationen nachzuahmen, was Erwachsene oder Jugendliche aus Scham nicht tun würden. Aber das hat nichts mit der Fähigkeit des Lernens zu tun. Lernen muss erlernt werden auch von Kindern.

Das heißt nicht, dass ich es ablehne, dass Kinder Fremdsprachen lernen, ganz im Gegenteil, lernen ist gut, aber es sollte systematisch sein, damit das Erlernen der Fremdsprache auch für das Lernen in Zukunft einen Lerneffekt hat. Denn mal ehrlich, was gelernt wird, das ist Nebensache bzw. austauschbar. Die Reihenfolge, in der man Informationen oder Wissen und Bildung erfährt, sammelt… ist unerheblich, wichtig ist es die Fähigkeit zu lernen zu erlernen.

Nachahmung ist sicher eine wichtige Methode, die sich nicht nur Kinder, sondern auch Lehrende zu nutzen machen sollten. Natürlich sollte nicht versäumt werden, nach der Nachahmung auch die Anwendung zu trainieren. Denn ohne Anwendung und Übertragung auf andere Situationen ist Nachahmung nur Clownerie. Es gibt noch viele andere Methoden und Hilfsmittel, die, zum Beispiel, den Fremdsprachenerwerb fördern. Es ist ratsam, diese zu testen, denn jeder Mensch hat andere Vorlieben oder Techniken, um zu lernen. Erarbeiten Sie eine persönlich passende Strategie und Ihr Kind wird die  Motivation nicht verlieren.

Motivation ist eine wichtige Vorraussetzung beim Fremdsprachenerwerb wie beim Lernen allgemein. Eine sehr oft gut angenommene Möglichkeit den Fremdsprachenerwerb zu unterstützen sind zweisprachige Kinderbücher und Jugendbücher, weil sie mehrere Sinne gleichzeitig ansprechen. Das heißt zum Beispiel, dass Kinder die Worte, Sätze und Strukturen sehen, aber dennoch reichlich Freiheit zum Imaginieren haben, während sie lesen. Zweisprachige Kinderbücher können sie während der Lektüre unterbrechen, beispielsweise um die Texte direkt zu vergleichen. Das ist wie ein Rätsel und macht vielen Kindern großen Spaß und gibt ihnen Selbstvertrauen wie auch Bestätigung in der Fremdsprache.

So lernen Kinder nicht nur eine Fremdsprache, sondern auch zu lernen und damit haben sie die besten Vorraussetzungen auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Bücher machen Spaß und Lernen auch.

Sprache ist Kultur

Hallo Ihr Lieben,

letzte Woche habe ich Euch berichtet, warum ich Buchstabenspiel heiße, diese Woche möchte ich Euch etwas dazu schreiben, wieso es gut ist Fremdsprachen oder fremde Sprachen zu lernen. Es ist oft nicht leicht zu verstehen, warum man schon in der Grundschule Englisch, Französisch, Russisch oder welche Sprache auch immer lernen soll.

Das verstehe ich sehr gut, aber seid doch mal ehrlich, Geheimsprachen sind doch eine tolle Sache, oder? Sicher mögt Ihr es mit Freunden eine eigene Sprache zu erfinden, damit Euch keiner versteht. Fremdsprachen oder fremde Sprachen sind etwas ähnliches, nur dass diese Sprachen von vielen Menschen gesprochen werden. Wenn Ihr also eine Fremdsprache sprecht, dann habt Ihr mit vielen anderen Menschen eine Geheimsprache.

Wieso nicht alle Menschen eine Sprache sprechen, wundert Ihr Euch? Nun das liegt daran, weil die Menschen verschiedene Kulturen haben, verschieden denken und auch unterschiedliche Geschichten und Erfahrungen haben, all diese Aspekte kann man aus den verschiedenen Sprachen und Kulturen herauslesen. Das ist ganz schön spannend.

Ein Beispiel für den Einfluss von Geschichte auf die Sprache ist zum Beispiel, dass es in jeder Sprache Europas lateinische, griechische und französische Worte gibt. Die lateinischen Worte benutzen wir unter anderem, weil die Römer auch in Deutschland waren, denkt nur an Köln oder Trier, dort seht Ihr noch heute römische Bauwerke. Außerdem war Latein lange die Sprache der Kirche und der Gebildeten. Die Bibel gibt es erst, seitdem Martin Luther sie übersetzte (1522), in deutscher Sprache.

Heute findet Ihr beispielsweise viele englische Worte in der deutschen Sprache, wir haben zwar teilweise noch ein deutsches Wort für diese Dinge, aber wir verwenden tendenziell ehr das englische. Fahrrad heißt im Englischen Bike und das verwenden wir auch häufig.

Sprache ist nicht statisch, sie verändert sich und diese Entwicklung kann man nachverfolgen. Es lohnt sich also, Sprachen und Fremdsprachen zu lernen. Wer Fremdsprachen kann, der versteht mehr. Wenn Ihr also Fremdsprachen lernt, dann versteht Ihr die anderen, die Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch oder welche Sprache auch immer sprechen. In den Fremdsprachen gibt es auch Bücher, die Ihr verstehen könnt. Lesen und Bücher sind wichtig, das erklärt Euch die Kultur und die Geschichte der Sprache und derjenigen, die die Sprache sprechen. Genießt es und macht es so gut wie möglich, dann macht es mehr Spaß eine fremde Sprache zu lernen.

also, liebe Grüße und viel Spaß beim Fremdsprachen lernen.

Euer Buchstabenspiel

Interkulturelle Kinderbücher

Es gibt viele Kinderbücher, die den Anspruch erheben interkulturell zu sein. Der Begriff „interkulturell“ wird generell als positiv empfunden, weshalb ist nicht ganz eindeutig, aber sicher ist, dass sich dahinter der Wille manifestiert, niemanden auszugrenzen und alle Menschen in eine große Gemeinschaft aufzunehmen. Gut, das ist ein netter Gedanke, doch was steckt dahinter? Was ist ein interkulturelles Kinderbuch? Was unterscheidet diese Kinderbücher von anderen?

Das sind drei Fragen, die es nötig machen darüber nachzudenken, was interkulturell eigentlich bedeutet. Der Begriff interkulturell wird momentan inflationär benutzt, seine genaue Bedeutung wird dabei leider selten erläutert. Dementsprechend möchte ich kurz einen Eindruck vermitteln, was er bedeuten kann. Es handelt sich bei dem Begriff, um einen zusammengesetzten, inter ist eine Präposition, die aus dem Lateinischen kommt und zwischen bedeutet. Kultur ist mehr als ein Begriff, sie ist nämlich ein Konzept. Interkulturell wird im Wörterbuch mit verschiedene Kulturen verbindend bzw. umfassend erklärt. Das ist alles sehr schön, aber wirklich weiter sind wir noch nicht, weil wir nicht wissen, was es mit Kultur auf sich hat. Kultur bedeutet nichts, wenn sie alles umfasst und hier ist nicht eindeutig, was Kultur einschließt.

Gehen wir also davon aus, dass Kultur in diesem Kontext eine Zusammenfassung all der verschiedenen Lebensgewohnheiten ist, die wir unbewusst oder bewusst aus unserem sozialen Umfeld übernehmen. Das bedeutet, Kultur beschreibt eine Konstante, die sich in der Art und Weise, wie wir zivilisiert und erzogen sind, niederschlägt. Damit wird der Begriff interkulturell hinfällig, da er auch Menschen einschließt, die in mehreren Kulturen gleichzeitig aufwachsen bzw. leben.

Als interkulturelle Kinderbücher werden allgemein Bücher bezeichnet, die beispielsweise das Leben der Menschen in anderen Teilen der Erde, Schicksale von Minderheiten oder das Zusammenleben verschiedener Kulturen fiktional oder realistisch erzählen und darstellen. Es ist also klar, dass noch lange nicht klar ist, was interkulturell Kinderbücher genau sind.

Was ist mit ethnographischen Büchern, gibt es da eine Abgrenzung zu interkulturellen Kinderbüchern? Können Bücher mit rassistischem Inhalt auch als interkulturell bezeichnet werden? Sind zweisprachige oder mehrsprachige Kinder- und Jugendbücher interkulturelle Bücher?

Vermutlich muss man alle diese Bücher als interkulturelle Bücher bezeichnen, weil sie sich alle mit Kultur und Eigenschaften wie auch Charakteristika von Kulturen auseinandersetzen. Jedes Buch, das Kultur zum Thema macht, muss als Interkulturell bezeichnet werden, weil es den Vergleich mit oder zu anderen Kulturen immer ermöglicht. Natürlich gibt es Bücher wie zweisprachige Kinder- und Jugendbücher, die diesen Effekt forcieren. Das hebt sie sicher heraus, aber das macht zweisprachige oder bilinguale Kinder- und Jugendbücher nicht interkultureller.

Der Name Buchstabenspiel

Hallo Ihr Lieben,

da ist Euer Buchstabenspiel wieder. Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum ich Buchstabenspiel heiße? Diesen Namen hat mir ein Freund gegeben, weil ich gerne mit der Sprache spiele. Ihr fragt Euch jetzt sicher, wie man mit Sprache spielen kann, aber es ist möglich.

Sprache ist eine Ausdrucksmöglichkeit mit unzähligen Möglichkeiten, überlegt doch einfach mal wie viele Wörter ihr kennt, die alle „aus“ enthalten. Das sind wirklich sehr viele, macht doch einfach mal aus Spaß eine Liste und schreibt mir, wie viele Wörter Ihr mit „aus“ gefunden habt. Oder versucht es mal mit „und.“ Es gibt fast noch mehr Worte, die „und“ enthalten, ein Beispiel gefällig? Na klar, aber gerne doch: Der Hund ist rund, aber gesund. Ich hörte die Kund aus seinem Mund… versucht doch mal hier weiter zu machen. Ich freue mich schon zu sehen, wer die meisten kennt oder gefunden hat.

Hier möchte ich Euch noch ein Beispiel geben, damit Ihr versteht, was ich meine. Also, noch mal kurz zur Wiederholung, mit Buchstaben ändern sich die Worte und mit den Worten ändern sich die Bedeutungen, da wird aus dem Haus eine Maus, die Maus hat eine Laus und die Maus mit der Laus muss raus aus dem Haus. Das ist nur ein kleines Beispiel, was sich mit nur einem Buchstaben ändert. Könnt ihr auch solche Sätze bilden? Es ist wirklich ein Spiel mit den Buchstaben.

Falls Ihr Euch jetzt wundert, wie ich dazu gekommen bin mit Buchstaben zu spielen, das ist schnell erzählt, ich habe ein schönes Buch gelesen und da ist mir aufgefallen, dass die Protagonisten und Helden der Bücher ganz anders sprechen als ich, sie sagen Dinge, die ich verstanden habe, aber sie haben diese Dinge ganz anders ausgedrückt. Da habe ich mal begonnen zu gucken, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, um ein und dieselbe Sache zu sagen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich immer viele Bücher lese, um diese Möglichkeiten aufzustöbern und ich versuche sie auch selbst zu erfinden. Dieses Spiel kann ich in fast allen Sprachen spielen, denn es gibt auch Sprachen, die keine Buchstaben haben oder solche, die Vokale durch Zeichen ersetzen, aber das ist eine andere Geschichte.

Jetzt wisst Ihr, warum ich Buchstabenspiel heiße.

Also bis bald. Euer Buchstabenspiel.

Fremdsprachenerwerb ist Manipulation der Sprache (II.)

Es hat zu jeder Zeit Fremdsprachen gegeben wie es auch Menschen gegeben hat, die mehrere Sprachen problemlos sprachen. Das hat sich nie geändert und wird sich vermutlich nie ändern. Sprache unterscheidet Menschen oder bringt sie zusammen. In vielen Städten dieser Welt gibt es einen Irish Pub, er ist mit Sicherheit eine Anlaufstelle für alle englischsprachigen Personen und Ausländer wie auch Weltbürger auf der Reise.

Latein ist heute eine tote Sprache, aber sie war lange Zeit die Sprache des Klerus, der Gelehrten und der Herrschenden. Ähnlich war es mit Französisch, das lange eine Kultur- bzw. Hochsprache einer gewissen Gesellschaftsschicht darstellte. Heute ist vermutlich Englisch diejenige Sprache, welche die Menschen verbindet bzw. unterscheidet. Es gehört einfach dazu Englisch zu sprechen. Wer in Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus oder Politik Einfluss haben möchte, kommt ohne Englisch nicht aus. Es gibt zwar in den verschiedenen Sprachen Tendenzen, die versuchen Sprachwandel und den Einfluss anderer Sprachen in der eigenen möglichst klein zu halten, wie es in Frankreich und auch in Spanien den Versuch gibt das Englische zu unterdrücken bzw. englische Termini durch eigene zu ersetzen, aber das verhindert den Kontakt und den wechselseitigen Einfluss nicht. In der Linguistik spricht man in diesem Zusammenhang von Substrat-, Adstrat- und Suprastratsprachen. Je nach dem, ob eine Sprache einer anderen zugrunde liegt, neben ihr existiert oder auf sie gestülpt ist, variiert ihr Einfluss.

Sprache, Kommunikation und bewusstes Abstrahieren sind Eigenschaften, die dem Menschen eigen sind. Keine existierende Sprache kommt aus dem Nichts, oder anders ausgedrückt keine Sprache kommt ohne den Einfluss von anderen Sprachen bzw. Kulturen aus. Durch Völkerwanderungen, Kriege, Handel, Reisen, Nachbarschaft und vieles mehr gab es zu jeder Zeit Kontakt zwischen den verschiedenen Sprachen als auch ihren Kulturen. Das hat Spuren hinterlassen. Keine Sprache existiert ohne Aspekte anderer Sprachen, wie Worte und Strukturen zu reflektieren. Im Deutschen gibt es eine große Zahl von Worten, die aus dem Lateinischen, Griechischen, Französischen oder Englischen abgeleitet oder direkt übernommen worden sind. Es gibt noch viele weitere Einflüsse, auf die ich hier jedoch nicht eingehen möchte, da sie den Rahmen sprengen und vom Thema Fremdsprachenerwerb ablenken würden.

Fremdsprachenerwerb und Zweisprachigkeit bilden kein unlösbares Problem, es erfordert jedoch kontinuierliche Übung und Austausch. Es gibt dank des ständigen Kontaktes zwischen den verschiedenen Sprachen viele Worte, die in verschiedenen Sprachen gleich oder zumindest sehr ähnlich sind. Das erleichtert den Fremdsprachenerwerb.

Der Fremdsprachenerwerb verändert jedoch nicht nur die Sprache an sich, sondern vor allen Dingen den Menschen selbst. So verändert der Fremdsprachenerwerb auch den Bezug einer Person zu seiner Muttersprache. Durch das Bewusstwerden der Sprachunterschiede zwischen der Ausgangs- oder Muttersprache zur Fremdsprache achtet man stärker auf den Gebrauch der eigenen Sprache, sodass Strukturen, die man vermutlich seit Jahren unbewusst benutzt plötzlich hinterfragt werden. Das kann wiederum zu einem stärkeren oder schwächeren Gebrauch gewisser Worte, Strukturen usw. führen. Der Mensch nutzt die ihm zur Verfügung stehenden Sprachen, indem er sie zu seinen Nutzen manipuliert.

Fremdsprachenerwerb ist Manipulation des Denkens (I.)

Wenn jemand davon spricht eine Sprache zu lernen, dann ist das ein großes Vorhaben, denn eine Fremdsprache oder eine fremde Sprache zu lernen, bedeutet weit mehr als das Memorieren von Worten und Vokabeln. Eine Sprache besteht aus verschiedenen zum Teil sehr komplexen Systemen, die ineinandergreifen und die jeweilige Kultur in ihrer Entwicklung bis zum aktuellen Zeitpunkt wiederspiegeln.

Was heißt das für das Erlernen bzw. Aneignen von fremden Sprachen? Das heißt, wie oben bereits festgestellt worden ist, dass ein wörtliches Übersetzen von einer Sprache in eine andere kaum möglich ist. Da die obige Feststellung nicht sehr erklärend ist, möchte ich nun näher auf die Probleme beim Fremdsprachenerwerb eingehen. Sprache ist ein abstraktes Gebilde, das aus arbiträren Übereinkünften basiert. Das heißt, es wurde irgendwann von irgendwem willkürlich festgelegt, dass man, zum Beispiel, um eine Aussage zu treffen einen Satz formulieren müsse, der Subjekt, Prädikat und Objekt bestehe soll. Darüberhinaus wurden viele weitere Übereinkünfte getroffen, um sicherzustellen, dass die getroffenen Aussagen eine gewisse Allgemeingültigkeit haben, oder anders ausgedrückt, dass die Aussage auch wirklich verstanden werden kann.

Bei den Absprachen wird einerseits der Gebrauch bzw. die konkrete Anwendung der Sprache entscheidend und andererseits wird versucht eine Logik darzustellen. Um ein sehr plakatives Beispiel zu geben, möchte ich die Genuszuschreibung im Französischen heranziehen. In der französischen Sprache wird zwischen zwei Geschlechtern unterschieden, dem Maskulinen und dem Femininen. Wenn man nun diejenigen Substantive betrachtet, die feminin sind fällt auf, dass von diesen tendenziell mehr eine negative Bedeutung haben als maskuline Substantive, vergleiche zum Beispiel „la guerre – der Krieg, la peste – die Pest, la maladie – die Krankheit.“ Dieses Beispiel zeigt, dass Weiblichkeit mit etwas Negativem konnotiert ist oder zumindest lange Zeit war. Nichts desto trotz spiegelt sich darin ein gewisses Frauenbild, aber es geht noch weiter, denn indem ein bestimmtes Bild von der Frau gezeichnet wird, wird auch etwas über das oder die anderen Geschlechter ausgesagt. Das heißt, Maskulinum bzw. Männlichkeit wird als gut im Vergleich zur Frau wahrgenommen. Das sagt etwas über die Gesellschaft aus, es handelt sich dementsprechend allem Anschein nach um eine patriarchalische Gesellschaftsordnung. Das wiederum zeigt, welche Position und Chancen die verschiedenen Personen in der Gesellschaft haben.

Dieses eine Beispiel zeigt, wie Denken und Kultur durch Sprache festgeschrieben ist und auch, dass diese Festschreibungen nicht zwingend Sprachlernenden anderer Kulturen logisch oder autoplausibel erscheinen müssen. Natürlich gibt es in den verschiedenen Kulturen Konstanten, allein dadurch, dass es seit der Existenz von Menschen Austausch zwischen ihnen gegeben hat, aber das bedeutet eben noch nicht, dass man sich verstehet. Kulturelle Unterschiede manifestieren sich in vielen kleinen Dingen des Alltags und das macht es so schwer für viele Menschen fremde Sprachen wirklich zu erlernen. Man denke nur daran, wie oft es zu Missverständnissen zwischen Menschen kommt, welche die gleiche Sprache sprechen. Da möchte man sich lieber nicht vorstellen, wie schwer es sein muss mittels einer Fremdsprache zu kommunizieren. Damit möchte ich niemanden abschrecken oder davon abhalten eine Fremdsprache zu lernen, sondern ihn vielmehr auffordern seine Aufmerksamkeit auf die geschilderte Kultur zu richten, damit der Fremdsprachenerwerb erfolgreich wird.

Zweisprachige Kinderbücher

Hallo Ihr Lieben,

da bin ich wieder, Euer Buchstabenspiel. Die letzten Tage habe ich damit verbracht, mich nach zweisprachigen Kinderbüchern umzusehen. Es gibt ja so viele Bücher! Da ist es wirklich nicht einfach in der Menge der Bücher etwas zu finden, aber ich bin hartnäckig geblieben.

Und Hartnäckigkeit zahlt sich auch aus, ich habe eine schöne zweisprachige Fortsetzungsgeschichte für Mädchen gefunden. Die Protagonistin des Buches heißt Marie, sie wird meistens Mariechen gerufen und interessiert sich ganz besonders für Süßigkeiten du Schokolade. Dementsprechend heißt die Serie: Mariechen und die Süßigkeiten. Momentan gibt es erst zwei Geschichten über Mariechen, in der ersten Geschichte wird Mariechen, ihre Familie und ihre Leidenschaft die Süßigkeiten vorgestellt. Im zweiten Buch geht Mariechen in eine Konditorei und bäckt dort eine Geburtstagstorte für ihre Mutti. Diese Geschichte hat den Titel: Mariechen in der Konditorei. Ich bin schon gespannt, was Mariechen as nächstes erleben wird.

Mariechen und die Süßigkeiten

Aber bis dahin, will ich Euch noch ein wenig von den zweisprachigen Büchern erzählen, die es schon gibt.

Die Bücher zu Mariechen richtet sich an Sprach und Leseanfänger, also Kinder im Grundschulalter, die schon eine Fremdsprache lernen. Die Geschichte ist relativ kurz und leicht zu verstehen. Aber nicht dass Ihr jetzt denkt, dass es langweilig ist, nein, das ganz sicher nicht. Mariechen lebt in einem Dorf in Süddeutschland, das Dorf gibt es wirklich, es heißt Gundelsheim und hat auch eine sehr bekannte Konditorei. Ob es Mariechen wirklich gibt, das ist schwer zu sagen, aber möglich wäre es, vielleicht findet Ihr das ja heraus.

Was mir besonders gut an diesem zweisprachigen Kinderbuch gefallen hat, in jedem der Bücher gibt es ein Rezept, dass Ihr ganz einfach nachkochen oder nachmachen könnt. Das heißt, Ihr habt doppelt Spaß an diesen Büchern.

Bücher machen Spaß! Euer Buchstabenspiel.

Zweisprachige Bücher für Kinder und Jugendliche

Zweisprachige oder mehrsprachige Kinderbücher und Jugendbücher sind in den letzten Jahren verstärkt auf den Markt gekommen und drängen immer weiter in den Vordergrund, doch für wen werden sie gemacht und welches Ziel wird mit ihnen verfolgt?

Nun, zunächst muss festgestellt werden, dass Zweisprachigkeit ganz unterschiedlich aussehen kann. Einerseits gibt es in Deutschland einige Kinder und Jugendliche, die eine andere Muttersprache als Deutsch sprechen, für sie ist Deutsch die erste Fremdsprache. Zudem gibt es bei uns auch viele Kinder und Jugendliche, die mit zwei Muttersprachen aufwachsen, zum Beispiel, wenn Vater oder Mutter aus einem anderen Land wie Spanien oder fast jedem anderen Land kommt. Andererseits wächst in den letzten Jahren auch die Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die regelmäßig Kontakte zu einer anderen oder fremden Sprache haben, sei es, weil sie in einen entsprechenden Kindergarten oder eine bilinguale Schule besuchen oder sei es, weil sie eine andere derartige Einrichtung besuchen.

Für all diese Kinder und Jugendliche sind zweisprachige Kinderbücher und Jugendbücher ideal, weil damit ihre Sprachkompetenzen gefördert, abgeglichen oder ausgebaut und vertieft werden kann. Spracherwerb ist ein komplexer Prozess, der in jedem Fall eine Herausforderung für den Lernenden darstellt. Zweisprachige Bücher können helfen, die Herausforderung anzunehmen, aber auch diese zu meistern. Heute wird viel über Sprachkompetenzen gesprochen und als wesentliches Ziel der frühkindlichen Pädagogik formuliert. So ist zum Beispiel bei zweisprachig aufwachsenden Kindern und Jugendlichen eine gleichmäßige Entwicklung beider Sprachen mit Hilfe von zweisprachigen Büchern erzielbar, denn oft bleibt sonst eine der Sprachen stärker als die jeweils andere.

In diesem Zusammenhang sind zweisprachige Kinderbücher und Jugendbücher eine große Hilfe. Für jeden und besonders für Kinder und Jugendliche ist es sehr schwer eine Fremdsprache oder Zweitsprache zu erlernen, wenn die Muttersprache nicht gut beherrscht wird. Das heißt, wenn die Ausgangssprache nur rudimentär gesprochen wird, wird auch die Fremdsprache nicht über ein gewisses Niveau hinaus erlernt werden können bzw. nur mit einem extremen Aufwand. Aber auch Kinder und Jugendliche, die zweisprachig aufwachsen haben oft eine aktive bzw. stärkere Sprache und eine schwächere. All diese Probleme sind vielen Autoren zweisprachiger Kinderbücher und Jugendbücher bekannt. Das heißt, die Bücher gehen auf diese Schwierigkeiten ein und bieten einen Lösungsansatz. Die Bücher richten sich folglich an ebendiese Kinder und Jugendliche mit eben diesen Schwierigkeiten, um sie zu unterstützen.

Zweisprachige oder mehrsprachige Kinderbücher und Jugendbücher wollen bei der Sprachentwicklung unterstützen. Der Lernende kann sich dank zweisprachiger Bücher gezielt mit zwei Sprachen auseinandersetzen, er kann Strukturen, Vokabular, Bedeutungen, Anwendungen und Symbole am konkreten Beispiel vergleichen und somit sein Wissen gezielt erweitern und vertiefen. Außerdem findet die Auseinandersetzung auf einer visuellen Basis statt, was bei zweisprachig aufwachsenden Kindern oft vernachlässigt wird, weil sie in der Schule hauptsächlich mit einer Sprache konfrontiert sind, die dann zur Schriftsprache wird. Die Sprachkompetenz wächst dank der zweisprachigen Bücher fast spielerisch. Zweisprachige Kinderbücher und Jugendbücher sind dementsprechend eine hervorragende Ergänzung zum gezielten Sprach-, Zweit- und Fremdsprachenerwerb.

Zweisprachige und fremdsprachliche Kinderbücher

Hallo Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch kurz den Unterschied zwischen zweisprachigen und fremdsprachlichen Kinder- und Jugendbüchern erläutern. Eigentlich ist das gar nicht schwer zu verstehen, aber eine Definition kann Euch doch helfen, besser zu verstehen, worum es geht. Also, ich werde mit den fremdsprachlichen Kinder- und Jugendbüchern beginnen und mit den zweisprachigen Kinder- und Jugendbüchern enden.

Fremdsprachliche Kinder- und Jugendbücher sind Bücher in einer Fremdsprache, die sich an Kinder und Jugendliche richten. Das kann, zum Beispiel, ein Buch sein, das aus dem Deutschen ins Englische, Französische oder Spanische übersetzt worden ist. Es ist aber auch möglich, dass es sich um ein Buch handelt, das ein Spanier, Franzose, Engländer oder Amerikaner für Kinder in seiner Muttersprache geschrieben hat.

Zweisprachige Kinder- und Jugendbücher sind Bücher, die einen Text in zwei Sprachen enthalten, das heißt, dass ein Buch in der Sprache des Autors enthalten ist und in der Übersetzung in eine Fremdsprache. Die Übersetzungen sind dann ganz nah am Text gehalten und Ihr könnt die Texte genau vergleichen. Das ist ein Vorteil.

Aber ganz gleich ob Ihr ein Buch in einer Fremdsprache oder in Eurer Muttersprache lest, lesen wird Euch helfen besser mit Sprache-n umzugehen. Lest die Bücher, die Ihr mögt.

Beim nächsten Mal werde ich Euch wieder ein Kinder- oder Jugendbuch vorstellen.

Bis bald. Liebe Grüße! Euer Buchstabenspiel