Interkulturelle Kinderbücher

Es gibt viele Kinderbücher, die den Anspruch erheben interkulturell zu sein. Der Begriff „interkulturell“ wird generell als positiv empfunden, weshalb ist nicht ganz eindeutig, aber sicher ist, dass sich dahinter der Wille manifestiert, niemanden auszugrenzen und alle Menschen in eine große Gemeinschaft aufzunehmen. Gut, das ist ein netter Gedanke, doch was steckt dahinter? Was ist ein interkulturelles Kinderbuch? Was unterscheidet diese Kinderbücher von anderen?

Das sind drei Fragen, die es nötig machen darüber nachzudenken, was interkulturell eigentlich bedeutet. Der Begriff interkulturell wird momentan inflationär benutzt, seine genaue Bedeutung wird dabei leider selten erläutert. Dementsprechend möchte ich kurz einen Eindruck vermitteln, was er bedeuten kann. Es handelt sich bei dem Begriff, um einen zusammengesetzten, inter ist eine Präposition, die aus dem Lateinischen kommt und zwischen bedeutet. Kultur ist mehr als ein Begriff, sie ist nämlich ein Konzept. Interkulturell wird im Wörterbuch mit verschiedene Kulturen verbindend bzw. umfassend erklärt. Das ist alles sehr schön, aber wirklich weiter sind wir noch nicht, weil wir nicht wissen, was es mit Kultur auf sich hat. Kultur bedeutet nichts, wenn sie alles umfasst und hier ist nicht eindeutig, was Kultur einschließt.

Gehen wir also davon aus, dass Kultur in diesem Kontext eine Zusammenfassung all der verschiedenen Lebensgewohnheiten ist, die wir unbewusst oder bewusst aus unserem sozialen Umfeld übernehmen. Das bedeutet, Kultur beschreibt eine Konstante, die sich in der Art und Weise, wie wir zivilisiert und erzogen sind, niederschlägt. Damit wird der Begriff interkulturell hinfällig, da er auch Menschen einschließt, die in mehreren Kulturen gleichzeitig aufwachsen bzw. leben.

Als interkulturelle Kinderbücher werden allgemein Bücher bezeichnet, die beispielsweise das Leben der Menschen in anderen Teilen der Erde, Schicksale von Minderheiten oder das Zusammenleben verschiedener Kulturen fiktional oder realistisch erzählen und darstellen. Es ist also klar, dass noch lange nicht klar ist, was interkulturell Kinderbücher genau sind.

Was ist mit ethnographischen Büchern, gibt es da eine Abgrenzung zu interkulturellen Kinderbüchern? Können Bücher mit rassistischem Inhalt auch als interkulturell bezeichnet werden? Sind zweisprachige oder mehrsprachige Kinder- und Jugendbücher interkulturelle Bücher?

Vermutlich muss man alle diese Bücher als interkulturelle Bücher bezeichnen, weil sie sich alle mit Kultur und Eigenschaften wie auch Charakteristika von Kulturen auseinandersetzen. Jedes Buch, das Kultur zum Thema macht, muss als Interkulturell bezeichnet werden, weil es den Vergleich mit oder zu anderen Kulturen immer ermöglicht. Natürlich gibt es Bücher wie zweisprachige Kinder- und Jugendbücher, die diesen Effekt forcieren. Das hebt sie sicher heraus, aber das macht zweisprachige oder bilinguale Kinder- und Jugendbücher nicht interkultureller.

Der Name Buchstabenspiel

Hallo Ihr Lieben,

da ist Euer Buchstabenspiel wieder. Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum ich Buchstabenspiel heiße? Diesen Namen hat mir ein Freund gegeben, weil ich gerne mit der Sprache spiele. Ihr fragt Euch jetzt sicher, wie man mit Sprache spielen kann, aber es ist möglich.

Sprache ist eine Ausdrucksmöglichkeit mit unzähligen Möglichkeiten, überlegt doch einfach mal wie viele Wörter ihr kennt, die alle „aus“ enthalten. Das sind wirklich sehr viele, macht doch einfach mal aus Spaß eine Liste und schreibt mir, wie viele Wörter Ihr mit „aus“ gefunden habt. Oder versucht es mal mit „und.“ Es gibt fast noch mehr Worte, die „und“ enthalten, ein Beispiel gefällig? Na klar, aber gerne doch: Der Hund ist rund, aber gesund. Ich hörte die Kund aus seinem Mund… versucht doch mal hier weiter zu machen. Ich freue mich schon zu sehen, wer die meisten kennt oder gefunden hat.

Hier möchte ich Euch noch ein Beispiel geben, damit Ihr versteht, was ich meine. Also, noch mal kurz zur Wiederholung, mit Buchstaben ändern sich die Worte und mit den Worten ändern sich die Bedeutungen, da wird aus dem Haus eine Maus, die Maus hat eine Laus und die Maus mit der Laus muss raus aus dem Haus. Das ist nur ein kleines Beispiel, was sich mit nur einem Buchstaben ändert. Könnt ihr auch solche Sätze bilden? Es ist wirklich ein Spiel mit den Buchstaben.

Falls Ihr Euch jetzt wundert, wie ich dazu gekommen bin mit Buchstaben zu spielen, das ist schnell erzählt, ich habe ein schönes Buch gelesen und da ist mir aufgefallen, dass die Protagonisten und Helden der Bücher ganz anders sprechen als ich, sie sagen Dinge, die ich verstanden habe, aber sie haben diese Dinge ganz anders ausgedrückt. Da habe ich mal begonnen zu gucken, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, um ein und dieselbe Sache zu sagen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich immer viele Bücher lese, um diese Möglichkeiten aufzustöbern und ich versuche sie auch selbst zu erfinden. Dieses Spiel kann ich in fast allen Sprachen spielen, denn es gibt auch Sprachen, die keine Buchstaben haben oder solche, die Vokale durch Zeichen ersetzen, aber das ist eine andere Geschichte.

Jetzt wisst Ihr, warum ich Buchstabenspiel heiße.

Also bis bald. Euer Buchstabenspiel.

Fremdsprachenerwerb ist Manipulation der Sprache (II.)

Es hat zu jeder Zeit Fremdsprachen gegeben wie es auch Menschen gegeben hat, die mehrere Sprachen problemlos sprachen. Das hat sich nie geändert und wird sich vermutlich nie ändern. Sprache unterscheidet Menschen oder bringt sie zusammen. In vielen Städten dieser Welt gibt es einen Irish Pub, er ist mit Sicherheit eine Anlaufstelle für alle englischsprachigen Personen und Ausländer wie auch Weltbürger auf der Reise.

Latein ist heute eine tote Sprache, aber sie war lange Zeit die Sprache des Klerus, der Gelehrten und der Herrschenden. Ähnlich war es mit Französisch, das lange eine Kultur- bzw. Hochsprache einer gewissen Gesellschaftsschicht darstellte. Heute ist vermutlich Englisch diejenige Sprache, welche die Menschen verbindet bzw. unterscheidet. Es gehört einfach dazu Englisch zu sprechen. Wer in Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus oder Politik Einfluss haben möchte, kommt ohne Englisch nicht aus. Es gibt zwar in den verschiedenen Sprachen Tendenzen, die versuchen Sprachwandel und den Einfluss anderer Sprachen in der eigenen möglichst klein zu halten, wie es in Frankreich und auch in Spanien den Versuch gibt das Englische zu unterdrücken bzw. englische Termini durch eigene zu ersetzen, aber das verhindert den Kontakt und den wechselseitigen Einfluss nicht. In der Linguistik spricht man in diesem Zusammenhang von Substrat-, Adstrat- und Suprastratsprachen. Je nach dem, ob eine Sprache einer anderen zugrunde liegt, neben ihr existiert oder auf sie gestülpt ist, variiert ihr Einfluss.

Sprache, Kommunikation und bewusstes Abstrahieren sind Eigenschaften, die dem Menschen eigen sind. Keine existierende Sprache kommt aus dem Nichts, oder anders ausgedrückt keine Sprache kommt ohne den Einfluss von anderen Sprachen bzw. Kulturen aus. Durch Völkerwanderungen, Kriege, Handel, Reisen, Nachbarschaft und vieles mehr gab es zu jeder Zeit Kontakt zwischen den verschiedenen Sprachen als auch ihren Kulturen. Das hat Spuren hinterlassen. Keine Sprache existiert ohne Aspekte anderer Sprachen, wie Worte und Strukturen zu reflektieren. Im Deutschen gibt es eine große Zahl von Worten, die aus dem Lateinischen, Griechischen, Französischen oder Englischen abgeleitet oder direkt übernommen worden sind. Es gibt noch viele weitere Einflüsse, auf die ich hier jedoch nicht eingehen möchte, da sie den Rahmen sprengen und vom Thema Fremdsprachenerwerb ablenken würden.

Fremdsprachenerwerb und Zweisprachigkeit bilden kein unlösbares Problem, es erfordert jedoch kontinuierliche Übung und Austausch. Es gibt dank des ständigen Kontaktes zwischen den verschiedenen Sprachen viele Worte, die in verschiedenen Sprachen gleich oder zumindest sehr ähnlich sind. Das erleichtert den Fremdsprachenerwerb.

Der Fremdsprachenerwerb verändert jedoch nicht nur die Sprache an sich, sondern vor allen Dingen den Menschen selbst. So verändert der Fremdsprachenerwerb auch den Bezug einer Person zu seiner Muttersprache. Durch das Bewusstwerden der Sprachunterschiede zwischen der Ausgangs- oder Muttersprache zur Fremdsprache achtet man stärker auf den Gebrauch der eigenen Sprache, sodass Strukturen, die man vermutlich seit Jahren unbewusst benutzt plötzlich hinterfragt werden. Das kann wiederum zu einem stärkeren oder schwächeren Gebrauch gewisser Worte, Strukturen usw. führen. Der Mensch nutzt die ihm zur Verfügung stehenden Sprachen, indem er sie zu seinen Nutzen manipuliert.

Fremdsprachenerwerb ist Manipulation des Denkens (I.)

Wenn jemand davon spricht eine Sprache zu lernen, dann ist das ein großes Vorhaben, denn eine Fremdsprache oder eine fremde Sprache zu lernen, bedeutet weit mehr als das Memorieren von Worten und Vokabeln. Eine Sprache besteht aus verschiedenen zum Teil sehr komplexen Systemen, die ineinandergreifen und die jeweilige Kultur in ihrer Entwicklung bis zum aktuellen Zeitpunkt wiederspiegeln.

Was heißt das für das Erlernen bzw. Aneignen von fremden Sprachen? Das heißt, wie oben bereits festgestellt worden ist, dass ein wörtliches Übersetzen von einer Sprache in eine andere kaum möglich ist. Da die obige Feststellung nicht sehr erklärend ist, möchte ich nun näher auf die Probleme beim Fremdsprachenerwerb eingehen. Sprache ist ein abstraktes Gebilde, das aus arbiträren Übereinkünften basiert. Das heißt, es wurde irgendwann von irgendwem willkürlich festgelegt, dass man, zum Beispiel, um eine Aussage zu treffen einen Satz formulieren müsse, der Subjekt, Prädikat und Objekt bestehe soll. Darüberhinaus wurden viele weitere Übereinkünfte getroffen, um sicherzustellen, dass die getroffenen Aussagen eine gewisse Allgemeingültigkeit haben, oder anders ausgedrückt, dass die Aussage auch wirklich verstanden werden kann.

Bei den Absprachen wird einerseits der Gebrauch bzw. die konkrete Anwendung der Sprache entscheidend und andererseits wird versucht eine Logik darzustellen. Um ein sehr plakatives Beispiel zu geben, möchte ich die Genuszuschreibung im Französischen heranziehen. In der französischen Sprache wird zwischen zwei Geschlechtern unterschieden, dem Maskulinen und dem Femininen. Wenn man nun diejenigen Substantive betrachtet, die feminin sind fällt auf, dass von diesen tendenziell mehr eine negative Bedeutung haben als maskuline Substantive, vergleiche zum Beispiel „la guerre – der Krieg, la peste – die Pest, la maladie – die Krankheit.“ Dieses Beispiel zeigt, dass Weiblichkeit mit etwas Negativem konnotiert ist oder zumindest lange Zeit war. Nichts desto trotz spiegelt sich darin ein gewisses Frauenbild, aber es geht noch weiter, denn indem ein bestimmtes Bild von der Frau gezeichnet wird, wird auch etwas über das oder die anderen Geschlechter ausgesagt. Das heißt, Maskulinum bzw. Männlichkeit wird als gut im Vergleich zur Frau wahrgenommen. Das sagt etwas über die Gesellschaft aus, es handelt sich dementsprechend allem Anschein nach um eine patriarchalische Gesellschaftsordnung. Das wiederum zeigt, welche Position und Chancen die verschiedenen Personen in der Gesellschaft haben.

Dieses eine Beispiel zeigt, wie Denken und Kultur durch Sprache festgeschrieben ist und auch, dass diese Festschreibungen nicht zwingend Sprachlernenden anderer Kulturen logisch oder autoplausibel erscheinen müssen. Natürlich gibt es in den verschiedenen Kulturen Konstanten, allein dadurch, dass es seit der Existenz von Menschen Austausch zwischen ihnen gegeben hat, aber das bedeutet eben noch nicht, dass man sich verstehet. Kulturelle Unterschiede manifestieren sich in vielen kleinen Dingen des Alltags und das macht es so schwer für viele Menschen fremde Sprachen wirklich zu erlernen. Man denke nur daran, wie oft es zu Missverständnissen zwischen Menschen kommt, welche die gleiche Sprache sprechen. Da möchte man sich lieber nicht vorstellen, wie schwer es sein muss mittels einer Fremdsprache zu kommunizieren. Damit möchte ich niemanden abschrecken oder davon abhalten eine Fremdsprache zu lernen, sondern ihn vielmehr auffordern seine Aufmerksamkeit auf die geschilderte Kultur zu richten, damit der Fremdsprachenerwerb erfolgreich wird.

Zweisprachige Bücher für Kinder und Jugendliche

Zweisprachige oder mehrsprachige Kinderbücher und Jugendbücher sind in den letzten Jahren verstärkt auf den Markt gekommen und drängen immer weiter in den Vordergrund, doch für wen werden sie gemacht und welches Ziel wird mit ihnen verfolgt?

Nun, zunächst muss festgestellt werden, dass Zweisprachigkeit ganz unterschiedlich aussehen kann. Einerseits gibt es in Deutschland einige Kinder und Jugendliche, die eine andere Muttersprache als Deutsch sprechen, für sie ist Deutsch die erste Fremdsprache. Zudem gibt es bei uns auch viele Kinder und Jugendliche, die mit zwei Muttersprachen aufwachsen, zum Beispiel, wenn Vater oder Mutter aus einem anderen Land wie Spanien oder fast jedem anderen Land kommt. Andererseits wächst in den letzten Jahren auch die Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die regelmäßig Kontakte zu einer anderen oder fremden Sprache haben, sei es, weil sie in einen entsprechenden Kindergarten oder eine bilinguale Schule besuchen oder sei es, weil sie eine andere derartige Einrichtung besuchen.

Für all diese Kinder und Jugendliche sind zweisprachige Kinderbücher und Jugendbücher ideal, weil damit ihre Sprachkompetenzen gefördert, abgeglichen oder ausgebaut und vertieft werden kann. Spracherwerb ist ein komplexer Prozess, der in jedem Fall eine Herausforderung für den Lernenden darstellt. Zweisprachige Bücher können helfen, die Herausforderung anzunehmen, aber auch diese zu meistern. Heute wird viel über Sprachkompetenzen gesprochen und als wesentliches Ziel der frühkindlichen Pädagogik formuliert. So ist zum Beispiel bei zweisprachig aufwachsenden Kindern und Jugendlichen eine gleichmäßige Entwicklung beider Sprachen mit Hilfe von zweisprachigen Büchern erzielbar, denn oft bleibt sonst eine der Sprachen stärker als die jeweils andere.

In diesem Zusammenhang sind zweisprachige Kinderbücher und Jugendbücher eine große Hilfe. Für jeden und besonders für Kinder und Jugendliche ist es sehr schwer eine Fremdsprache oder Zweitsprache zu erlernen, wenn die Muttersprache nicht gut beherrscht wird. Das heißt, wenn die Ausgangssprache nur rudimentär gesprochen wird, wird auch die Fremdsprache nicht über ein gewisses Niveau hinaus erlernt werden können bzw. nur mit einem extremen Aufwand. Aber auch Kinder und Jugendliche, die zweisprachig aufwachsen haben oft eine aktive bzw. stärkere Sprache und eine schwächere. All diese Probleme sind vielen Autoren zweisprachiger Kinderbücher und Jugendbücher bekannt. Das heißt, die Bücher gehen auf diese Schwierigkeiten ein und bieten einen Lösungsansatz. Die Bücher richten sich folglich an ebendiese Kinder und Jugendliche mit eben diesen Schwierigkeiten, um sie zu unterstützen.

Zweisprachige oder mehrsprachige Kinderbücher und Jugendbücher wollen bei der Sprachentwicklung unterstützen. Der Lernende kann sich dank zweisprachiger Bücher gezielt mit zwei Sprachen auseinandersetzen, er kann Strukturen, Vokabular, Bedeutungen, Anwendungen und Symbole am konkreten Beispiel vergleichen und somit sein Wissen gezielt erweitern und vertiefen. Außerdem findet die Auseinandersetzung auf einer visuellen Basis statt, was bei zweisprachig aufwachsenden Kindern oft vernachlässigt wird, weil sie in der Schule hauptsächlich mit einer Sprache konfrontiert sind, die dann zur Schriftsprache wird. Die Sprachkompetenz wächst dank der zweisprachigen Bücher fast spielerisch. Zweisprachige Kinderbücher und Jugendbücher sind dementsprechend eine hervorragende Ergänzung zum gezielten Sprach-, Zweit- und Fremdsprachenerwerb.

Zweisprachige und fremdsprachliche Kinderbücher

Hallo Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch kurz den Unterschied zwischen zweisprachigen und fremdsprachlichen Kinder- und Jugendbüchern erläutern. Eigentlich ist das gar nicht schwer zu verstehen, aber eine Definition kann Euch doch helfen, besser zu verstehen, worum es geht. Also, ich werde mit den fremdsprachlichen Kinder- und Jugendbüchern beginnen und mit den zweisprachigen Kinder- und Jugendbüchern enden.

Fremdsprachliche Kinder- und Jugendbücher sind Bücher in einer Fremdsprache, die sich an Kinder und Jugendliche richten. Das kann, zum Beispiel, ein Buch sein, das aus dem Deutschen ins Englische, Französische oder Spanische übersetzt worden ist. Es ist aber auch möglich, dass es sich um ein Buch handelt, das ein Spanier, Franzose, Engländer oder Amerikaner für Kinder in seiner Muttersprache geschrieben hat.

Zweisprachige Kinder- und Jugendbücher sind Bücher, die einen Text in zwei Sprachen enthalten, das heißt, dass ein Buch in der Sprache des Autors enthalten ist und in der Übersetzung in eine Fremdsprache. Die Übersetzungen sind dann ganz nah am Text gehalten und Ihr könnt die Texte genau vergleichen. Das ist ein Vorteil.

Aber ganz gleich ob Ihr ein Buch in einer Fremdsprache oder in Eurer Muttersprache lest, lesen wird Euch helfen besser mit Sprache-n umzugehen. Lest die Bücher, die Ihr mögt.

Beim nächsten Mal werde ich Euch wieder ein Kinder- oder Jugendbuch vorstellen.

Bis bald. Liebe Grüße! Euer Buchstabenspiel

Deutsch oder Englisch

Momentan wird in den Medien viel über Schüler mit Wissensdefiziten geredet, parallel wird diskutiert, ob in Deutschland Deutsch oder Englisch Wissenschaftssprache sein sollte. Die Meinungen gehen wie so oft auseinander.

Klar ist, dass es einen Trend gibt, der Englisch zur Universalsprache zu werden lassen scheint, damit ist der Weg zur Wissenschaftssprache natürlich geöffnet. Das heißt natürlich noch lange nicht, dass dieser Trend gut ist. Dennoch kann und darf man sich diesem Trend nicht ganz entziehen, weil man sich sonst ganz schnell zum Außenseiter abstempelt, das sollte nicht sein.

Wer in der Wissenschaft erfolgreich sein möchte, muss auch Englisch können. Ob es natürlich sinnvoll ist, die Wissenschaften nur auf Englisch zu betreiben ist zweifelhaft. Latein war lange eine Wissenschaftssprache und hat die Wissenschaften somit auf einen kleinen Personenkreis beschränkt. Das solltet nicht Sinn und Zweck der Wissenschaften sein. Klar, es werden nie alle an den Wissenschaften interessiert sein, aber die Möglichkeiten in der Muttersprache zu denken sind wesentlich ausgeprägter, als in den Fremdsprachen. Eine Fremdsprache hat immer Grenzen.

Besonders für die kommenden Generationen ist es entscheidend an dem als Standard anerkannten Wissen zu partizipieren und möglichst wenigen Grenzen entgegenwirken zu müssen. Deshalb ist es wichtig, dass schon früh mit dem Fremdsprachenerwerb begonnen wird. Denn nur wer teilhat, kann in der Gesellschaft auch erfolgreich sein. Englisch wird als Standard betrachtet, also muss es Ziel sein, die Sprache gut zu beherrschen.

Um in einer Fremdsprache erfolgreich zu sein, ist es jedoch zunächst nötig die Muttersprache zu beherrschen, denn wer schon in der Muttersprache unsicher ist, dem wird auch eine Fremdsprache Schwierigkeiten bereiten. Um Schwierigkeiten vorzubeugen oder entgegen zu wirken, reicht es nicht eine Schule zu besuchen. Schulen dienen zwar der Bildung, aber sie können nicht den Teil der Ausbildung übernehmen, den Familien den Kindern mit auf den Weg geben sollten. Das heißt, der Muttersprachenerwerb sollte nach Möglichkeit beim Eintritt in die Schule möglichst weit gediehen sein. Natürlich entwickelt sich die Sprachfähigkeit von Kindern, genauso wie der von Erwachsenen, kontinuierlich weiter. Dieser Prozess endet im Idealfall nie ganz.

Kinder erlernen Fremdsprachen und ihre Muttersprache leichter als Menschen, die schon älter sind. Diesen Altersvorteil kann und sollte man nutzen, um den Kindern einen möglichst guten Start in ihre Zukunft zu ermöglichen, dabei spielt die Sprache eine entscheidende Rolle und damit ist die Muttersprache genauso gemeint wie die Fremdsprachen. Wer für Fremdsprachen plädiert, muss zwangsläufig auch für die Muttersprache sein, denn sonst kann das Ziel nur die Verdrängung der Muttersprache als ganzes sein.

Heute ist Welttag des Buches!

Heute, am 23. April, wird wie jedes Jahr der Welttag des Buches begangen. Eingeführt hat diesen weltweiten Feiertag die UNESCO 1995, um Lesen, Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und für die Rechte der Autoren.

Warum gerade der 23. April gewählt wurde? Der 23. April ist der Georgstag. Am Tag des Heiligen Georg werden traditionsgemäß in Katalonien Bücher und Rosen verschenkt. Natürlich fiel die Wahl nicht nur wegen einem katholischen Heiligen auf diesen Tag, sondern auch, weil der 23. April einerseits auch der Geburts- und Todestag von William Shakespeare und andererseits die Todestage von Miguel de Cervantes und Josep Pla angesiedelt werden sowie der Geburtstag des isländischen Literaturnobelpreisträgers Halladór Laxness auf diesen Tag fällt.

Was passiert in Deutschland an diesem Tag? Nun, ganz allgemein wird der Tag genutzt, um an Bücher, Lesen und Autoren zu erinnern und über sie zu diskutieren, das heißt, über den Stellenwert dieser drei Aspekte im öffentlichen Leben und der Gesellschaft. Daneben gibt es unter anderem vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Stiftung Lesen Schüleraktionen, wie zum Beispiel, „Ich schenke dir eine Geschichte.“ Lehrkräfte können in diesem Kontext Büchergutscheine für die 4. und 5. Klassen erhalten, um sie am 23. April an ihre Schüler zu verteilen. Gegen Vorlage dieses Gutscheins erhalten die Schüler bei ausgewählten Buchhandlungen ihr Exemplar des Welttagbuches „Ich schenke dir eine Geschichte.“ An diesem Tag wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels aber auch Geld gesammelt, zum Beispiel, um die Lese- und Schulförderung in Afrika zu unterstützen.

In den verschiedenen Ländern der Welt wird der Weltbuchttag ganz unterschiedlich gefeiert. Katalonien ist ja schon zu Beginn genannt worden, aber eins soll noch hinzugefügt werden. Der Tag des Heiligen Georg ist der Tag der Verliebten, deshalb bekommen Frauen und Mädchen oft Rosen und verschenken Bücher, aber viele katalanische Unternehmen verschenken als Zeichen ihrer Wertschätzung Buchgutscheine an ihre Angestellten. Das ist ein sehr schöner Zug, den man meines Erachtens auch in anderen Ländern einführen sollte.

Haben Sie heute ein Buch gekauft oder verschenkt?

Fremdsprachen und fremde Länder

Hallo Ihr Lieben,

da bin ich wieder. Ich habe eine Reise gemacht. Wohin es ging, möchtet Ihr wissen. Na, das will ich Euch gerne erzählen. Ich war in Sevilla unterwegs. Da wird gerade die Feria gefeiert. Die Feria de Abril in Sevilla ist eine berühmte Feier, die jedes Jahr stattfindet und eine ganze Woche dauert. Ihr müsst Euch das wie ein großes Volksfest vorstellen. Es ist ein bisschen wie das Oktoberfest in München.

Es gibt viele Casetas, also Zelte, in denen gefeiert wird. Die Frauen tragen Flamencokleider und es werden Sevillanas getanzt. Es gibt natürlich auch reichlich Essen und Trinken. Rebujito wird getrunken und Fisch gegessen. Von dem Rebujito solltet Ihr besser nichts trinken, das ist nämlich alkoholhaltig. Außerhalb der Zelte ist auch viel los, am Tag sind viele Pferde und Pferdekutschen unterwegs. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass das ein großer Spaß war.

Die Menschen Sevilla sprechen Spanisch und zum Glück spreche ich Spanisch. Es gibt in Spanien noch viele Menschen, die keine Fremdsprachen sprechen, da ist es gut selbst eine Fremdsprache zu sprechen. Denn was kann man machen, wenn man die Menschen nicht versteht? Das geht doch nicht.

Habt Ihr auch schon mal eine Reise ins Ausland gemacht? Wie habt Ihr Euch dort verständigt? Schreibt mir, ich bin neugierig.

Ein schönes Wochenende wünscht Euch Euer Buchstabenspiel!