Fremde Sprache und Ferien

Die Ferienzeit bricht in Deutschland an und damit werden die lieben Kleinen mal wieder sechs Wochen zu hause sein und nichts lernen. Stimmt? Das muss nicht stimmen. Sprachen sind Systeme aus Worten und Bedeutungen, jeder, der sich auf welche Art auch immer damit auseinandersetzt trainiert. Eine schöne Möglichkeit Kinder und Jugendliche zu motivieren sich mit schulischen Themen auseinanderzusetzen bzw. zu ihre Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten auch während der Ferienzeit zu üben, sind Bücher.

Bücher bieten viel mehr Möglichkeiten als man allgemein annimmt. Bücher können bewusst und unbewusst zum Spracherwerb, zur Vertiefung bestimmter Themen, seinen es historische, geographisch, biographische, gesellschaftliche oder welche auch immer, eingesetzt werden. Nehmen Sie zum Beispiel die Reihe zweisprachiger Kinderbücher der Autorin D.S. Schönfeld David, der kleine Ritter aus Hassmersheim: Der Protagonist ist David, ein typischer Junge von 8 Jahren, er lebt in einem Dorf wie vielen, nichts desto trotz unterscheidet er sich von seinen Altersgenossen und Klassenkameraden. Warum, nun er liebt Ritter und um genau zu sein, den Götz von Berlichingen. Das ist eine reale historische Persönlichkeit aus der Gegend.

Von zweisprachigen oder bilingualen Kinder- und Jugendbüchern ausgehend, ist bezüglich dieser Bücherreihe festzustellen, dass Kinder im Alter des Protagonisten oder auch etwas ältere, sich mittels des Protagonisten mit der Sprache und der Fremdsprache auseinandersetzen, genauso wie sie für Geschichte und viele thematisierte Bereiche sensibilisiert werden. Es wird jedem Kind leichter fallen, eine Geschichte zu lesen, als vor einem Lehrbuch zu sitzen und Vokabeln zu lernen oder stumpf einzelne Sätze zu lesen und zu wiederholen. Der klare Kontext und die Erzählform bilden eine Verbindung, die es Kindern erleichtert sich mit schulischen Themen auseinanderzusetzen.

Damit soll nicht gesagt werden, dass eine bewusste Auseinandersetzung verkehrt sei, ganz im Gegenteil. Das mit Sicherheit nicht, dennoch, Ferien sollten auch immer als solche erkennbar sein. Kinder, die nicht erfahren, dass Lernen verschiedene Formen haben kann, werden vermutlich weniger erfolgreich sein und in den Ferien nichts tun wollen. Dabei macht es Spaß Bücher zu lesen auch in den Ferien großen Spaß.

Bildung und Gleichheit

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu, das wird wieder genutzt, um auf verschiedene Tatsachen und auch Probleme bezüglich der Schul-Aus-Bildung zu thematisieren. Es wäre verkehrt zu sagen, dass alles negativ und schlecht sei, trotzdem besteht mit Sicherheit Verbesserungsbedarf, wie es auch Möglichkeiten gibt die Ausbildung der Schüler zu verbessern.

Kritik und im Besonderen konstruktive Kritik sind richtig und wichtig, damit sich etwas ändert. Was jedoch müßig ist, ist die ständige Klage, dass die soziale Herkunft über den Schulerfolg entscheide. Die Schlussfolgerung wäre, dass es keine Chancengleichheit gibt. Dazu werden eine Reihe von Begriffen genannt, die mehr verwirren und von der Realität ablenken, wie zum Beispiel, Arbeiterkinder und Gleichheit bzw. Chancengleichheit.

Es mag als Tatsache sicher stimmen, dass die soziale Herkunft ein Indiz für die schulischen Erfolge sein kann. Aber das heißt nicht, dass schulischer Erfolg unmöglich ist und schon gar nicht, dass er verhindert wird. Das deutsche Schulsystem versucht, zum Beispiel, durch die Dreiteilung jeden Schüler best möglich zu fördern und auf deren Bedürfnisse zu reagieren. Damit soll auch der sozialen Herkunft Rechnung gezollt werden. Die soziale Realität ändert sich aber stetig, was ein perfektes Schulsystem zur Utopie werden lässt.

Was die Chancengleichheit betrifft, die wird zu Recht gefordert, aber sollte nicht damit verwechselt werden, dass bestimmte Personengruppen eine Sonderbehandlung fordern können. Jeder Mensch ist ein Individuum, darauf sind wir in der westlichen Kultur stolz. Dementsprechend unterscheiden wir uns voneinander und das heißt, dass wir eben nicht gleich sind. Gleichheit und Chancengleichheit ihrerseits bedeuten zunächst, dass an jeden die gleichen An-Forderungen gestellt werden und dann, dass mit dem gleichen Maß gemessen wird, und dann auch, dass jedem die gleiche Förderung zugute kommt. Das heißt aber nicht, dass bestimmte Personen oder Gruppen eine andere Behandlung bekommen oder bekommen müssen! Das kann ihnen gewährt werden, ist dann aber eine Benachteiligung derer, die dies nicht erhalten. Von Gleichheit und Chancengleichheit kann man in diesem Zusammenhang sicher nicht sprechen. Richtig wäre es dies als Fördersystem für die Schwächeren zu bezeichnen.

Heute ist es leider oft so, dass Förderungen und Sonderleistungen gefordert, ohne dass dies als eine Extraleistung gesehen würde, sondern als Recht oder Pflicht der Anderen. Im deutschen Sprachgebrauch nennt man das Undankbarkeit.

In einem Interview im Deutschland Radio Kultur hat der Erziehungshistoriker Heinz-Elmar Tenorth bezüglich der Chancenungleichheit auf Grund von sozialer Herkunft am Donnerstag den 24. Juni 2010 gesagt: „(…) Das erste ist, und das wird ja häufig als der besondere Skandal empfunden: Lehrer beurteilen bei der Übergangsempfehlung von der Grundschule auf die höhere Schule die Chancen von Arbeiterkindern häufig ganz realistisch als weniger gut und geben dann weniger häufig und weniger leicht eine Empfehlung für den Übergang aus. (…) Das ist ein Grund – ein Lehrerurteil. Ein zweiter Grund ist tatsächlich, dass die Aspirationen, also die Erwartungen, die Kinder aus solchen Familien haben und die die Eltern aus solchen Familien haben, häufig gar nicht so weit gehen, dass sie eine Gymnasialkarriere wählen. (…) – zum Teil ja durchaus realistisch. Der dritte Grund, der dabei eine Rolle spielt, besteht auch darin, dass man häufig in den höheren Schulen auf thematische und inhaltliche Vorkenntnisse setzt, die in diesen Milieus wenig verbreitet sind. Und so kommen neben pädagogisch professionellen, institutionellen und milieuhaften Gründen ganz viele zusammen, die dann schließlich diesen schlechten Wert ergeben, den wir kennen.“

Tenorth gibt drei Gründe an und bewertet sie als zutreffend und gerechtfertigt, die Lehrer beurteilen die Chancen richtig, die Eltern und Schüler wollen gar nicht mehr und sie können auch nicht mehr. Zudem bestätigt er, dass allen Kindern durchaus alle Türen offen stehen.

Wo ist also das Problem der sozialen Herkunft? Das hat er umgangen, denn die Arbeiterkinder, wenn es sie überhaupt noch gibt, was stark zu bezweifeln ist, sind und haben kein Problem. Was er nicht sagt, ist dass das Problem Schüler sind, die ein Bildungsangebot angeboten bekommen, es aber nicht annehmen oder annehmen können und somit aus dem System fallen, weil sie als Folge nicht die geforderten Leistungen zu erbringen vermögen. Diese Schüler sind das Problem und haben ein Problem, das behoben werden muss.

Richtig ist sicher, dass der Erfolg eines Schülers auf verschiedene Aspekte zurückzuführen ist, das heißt, die Voraussetzungen des Schülers – Familie und Milieu sind sicher entscheidend, die Bildungseinrichtung bzw. Schule und Lehrer als auch der Wille des Schülers. Diese Aspekte können beeinflusst werden oder verschwimmen, aber sie können nicht aufgehoben werden.

Ein Schüler, der keinen Sinn in dem sieht, was er tun soll, wird weniger erfolgreich sein, als ein motivierter Schüler. Wer vom Elternhaus vermittelt bekommt, dass Leistung erbracht werden muss und nicht von anderen erbracht werden kann, wird sie selbst erbringen und nicht von anderen fordern. Hilfe benötigen alle und das Angebot zu gewährleisten, ist die Pflicht der Schule und Gesellschaft. Bildung ist ein Gemeinschaftswerk von Familie, Gesellschaft und Schule, einer allein kann es nicht stemmen.

Regionalgeschichte und Zweisprachigkeit

Viele Bücher wollen Zweisprachigkeit mit pädagogischen Zielen, wie zum Beispiel Landeskunde oder Regionalgeschichte, verbinden. Doch nur wenigen gelingt dies so überzeugend, wie dem Autor D. S. Felix. David, der kleine Ritter aus Hassmersheim, von D. S. Felix, ist das erste Buch aus der gleichnamigen Reihe, das beim Friedrich Maerker Verlag 2008 zum ersten Mal erschienen ist.

Im ersten Buch, David, der kleine Ritter aus Hassmersheim, wird der Protagonist David, seine Familie sowie dessen Vorliebe für das Mittelalter und den Ritter Götz von Berlichingen vorgestellt. Im zweiten Buch, David – Der Ausflug auf die Burg Hornberg, unternimmt der Protagonist David mit seiner Klasse einen Ausflug auf die nahe gelegene Burg Hornberg. Sie ist eine Burg des Götz von Berlichingen. Hier werden geschichtliche und geografische Besonderheiten der Neckarregion benutzt, um einen Rahmen für die Geschichte zu bilden. Im dritten Buch, David und das Leben auf der Burg Guttenberg, wird eine weitere Burg der Region aus der Sicht eines französischen Schülers vorgestellt. Der Blick von Außen zeigt nicht nur David, sondern auch dem Leser, dass das Besondere oft viel näher liegt als vermutet. Das genaue Hinsehen lohnt sich, es gibt viel zu entdecken und Davids Neugier auf mehr wird geweckt.

Es handelt sich bei den Büchern dieser Reihe um zweisprachige Kinderbücher, die erfolgreich drei Ziele verfolgen. Erstens sollen die Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Türkisch vermittelt bzw. eine Auseinandersetzung mit Sprache erzielt werden. Die Sprachen werden anhand von deutscher Regionalgeschichte vermittelt. Zweitens dient der geschichtliche Rahmen dazu der fiktionalen Geschichte einen realen Bezug zu geben. Die Geschichte spiegelt einen Aspekt des kulturellen Hintergrundes nicht nur der Sprache, sondern auch der Leser wieder. Damit soll als drittes großes Ziel, das Interesse am Lesen und Lernen, gefördert werden. Zudem sind die Geschichten alle kurz gehalten. Das hat den Vorteil, dass noch ungeübte Leser und Anfänger in der Fremdsprache schnelle Erfolge sehen kann, die Spannung und der Spaß an der Lektüre bleiben somit erhalten. Obwohl es sich um fiktionale Geschichten handelt, ist das Vokabular einfach, greift Redewendungen aus dem Alltag sowie des Anfangs des Sprachlernprozesses auf ohne dabei stumpf zu wiederholen. Dadurch wird dem Leser gezeigt, was er im Unterricht schon gelernt hat. Diesen Effekt unterstützen die zweisprachigen Ausgaben, erstens dadurch, dass Zwischenfragen gestellt werden und zweitens auch dadurch, dass einige Vokabeln angegeben werden. Und falls die Leser oder die helfenden Eltern an eine Grenze stoßen, weil die Fremdsprache noch nicht im erforderten beherrscht wird oder einfach nur zu Kontrolle, kann die deutschsprachige Fassung zu Rate gezogen werden. Die Bücher der Reihe David, der kleine Ritter aus Hassmersheim sind alle zweisprachig und in den Fassungen, Deutsch und Englisch, Deutsch und Spanisch, Deutsch und Französisch oder Deutsch und Türkisch, erhältlich.

Die Kombination zweisprachiges Kinderbuch mit Regionalgeschichte, Vokabelangaben und Zwischenfragen ist eine schöne und sinnvolle Ergänzung zum Fremdsprachenunterricht. Sei es um den Unterricht selbst aufzulockern oder um im Selbststudium das Gelernte zu vertiefen und zu üben, David, der kleine Ritter aus Hassmersheim macht Spaß.

Fremdsprachenerwerb und zweisprachige Bücher

Es klingt sicher gut Nachbarn, Freunden oder Kollegen zu erzählen, dass man jetzt eine Fremdsprache lernt oder, dass die Kinder nun schon in der Grundschule bzw. im Kindergarten ihre erste Fremdsprache lernen. Aber was heißt das genau? Was ist das Ziel des Fremdsprachenerwerbs und was haben zweisprachige Bücher damit zu tun? Darüber möchte ich im Folgenden berichten, natürlich kann das nicht alle Aspekte des Fremdsprachenerwerbs oder alle Ziele berücksichtigen.

Was sind also die Ziele von Menschen, die Fremdsprachen lernen? Viele werden sagen, man braucht einfach Fremdsprachen und es sei ja üblich im der Schule zumindest Englisch und Französisch oder Spanisch zu lernen. Andere argumentieren, dass Latein zu einer humanistischen Ausbildung einfach gehört. Mancheiner wird sagen, dass er gerne reist und dass man mit Deutsch nicht weit kommt und ein paar Worte in der Landessprache ein Zeichen der Höflichkeit sei. Wieder andere haben Spaß an Sprache und Sprachen und suchen die Herausforderung. Natürlich gibt es auch diejenigen, die Fremdsprachen in ihrem Beruf benötigen, weil sie, zum Beispiel, mit ausländischen Firmen kommunizieren müssen.

Aber trifft das auch für Kinder zu? Welches Kindergartenkind oder welcher Erstklässler denkt daran wie wichtig der Fremdsprachenerwerb für Urlaub, Beruf oder zwischenmenschliche Kommunikation sein kann? Sicher kaum ein Kind. Im Gegenzug haben Kinder jedoch häufig gerade durch die Zweckfreiheit einen lockereren Umgang mit Fremdsprachen.

Die Gründe sind wie Sie sehen vielfältig, der innere Antrieb ist oft von äußeren Einflüssen motiviert. Verallgemeinernd möchte ich behaupten, dass das ziel des Fremdsprachenerwerbs Kommunikation und Reflektion sind. Damit ist das Ziel das Menschsein zu bestätigen. Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, dass sich durch seine Sprache vom Tier unterscheidet.

Was haben nun Bücher oder gar zweisprachige Bücher mit dem Fremdsprachenerwerb zu tun? Nun, das ist schnell erklärt, Bücher wie auch die zweisprachigen oder bilingualen Bücher haben das Ziel der Kommunikation. Worin in jedem Buch die kommunikative Aussage liegt, sei dahingestellt. Bücher dienen der Kommunikation.

Das zeigt, dass Fremdsprachenerwerb und zweisprachige Bücher sehr gut zusammenpassen. Bücher sind eine wunderbare Art und Weise, Fremdsprachen zu lernen, kommunikative Strategien und Strukturen der Fremdsprache und fremden Kultur zu erkennen und zu erlernen. Wenn Sie also eine Fremdsprache lernen, gleich welchen Alters Sie sind, benutzen Sie auch zweisprachige Bücher.

Das Fenster zur Welt – Kyklop Lupi

Hallo Ihr Lieben,

da bin ich endlich wieder. Ich hatte Euch versprochen in meinem nächsten Beitrag über das Buch „Das Fenster zur Welt – Kyklop Lupi“ der Autorin D.S. Felix zu schreiben. Dieses Versprechen möchte ich jetzt einlösen.

Das Buch ist ein Jugendroman, der wirklich interessant geschrieben ist. Der Held oder wie man auch sagt Protagonist des Buches ist Lupi, wer Lupi ist, wird erst am Ende nach verschiedenen Abenteuern und Erfahrungen klar. Lupi träumt viel und fragt noch viel mehr. Damit wird sich Lupi über sich selbst und seine Existenz bewusst. Traum und Bewusstsein werden in Bezug zur Identität  betrachtet.

Ein wesentlicher Zug des Buches „Das Fenster zur Welt – Kyklop Lupi“ ist, dass es keine chronologische Handlung zu geben scheint, trotzdem hängt alles zusammen und jeder Traum und jede Szene trägt zum Gesamtbild bei. So reist Lupi zum Beispiel in längst vergangene Zeit und erlebt die Vergangenheit. Die einzigen Verbündeten von Lupi sind verschiedenste Schmetterlinge, die zum Beispiel die Reisen in der Zeit ermöglichen.

Seid Ihr jetzt neugierig geworden? Möchtet Ihr das Buch jetzt selbst lesen? Dann guckt einfach mal auf die Homepage vom Friedrich-Maerker-Verlag, dort findet Ihr das Buch „Das Fenster zur Welt – Kyklop Lupi“, wie auch weitere Bücher,  der Autorin D.S. Felix.

Bis bald und eine schöne Zeit wünscht Euch Euer Buchstabenspiel.

Englisch ist überall

Was auch immer man tut, Englisch, englische Worte und Begriffe umgeben uns mehr und mehr, gleichzeitig wird ein Diskurs geführt, der zu erörtern versucht, ob wir mehr oder weniger Englisch brauchen. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder über Zweisprachigkeit bzw. über den notwendigen Fremdsprachenerwerb gesprochen. Doch was ist gesellschaftlich erwünscht und was ist nötig?

Was gewünscht ist, ist internationale Wettbewerbsfähigkeit, die kann nur erreicht werden, wenn die Kommunikation möglich ist. Englischsprachige Menschen sprechen häufig keine Fremdsprachen, aber die verbreitetste Fremdsprache ist Englisch. Das zeigt, dass Englisch als Fremdsprache oder Gemeinsprache zwischen Menschen aus den verschiedensten Ländern anerkannt ist. Dementsprechend müssen wir uns zu einem gewissen Grad beugen.

Das bedeutet aber nicht, dass die englische Sprache Eingang in die deutsche Alltagssprache haben muss. Allerdings müssen wir auch zugeben, dass Sprache kein statisches Etwas ist, sondern ein sich ständig änderndes Gebilde. Sprache unterliegt unterschiedlich starken Einflüssen, die sie ausmachen. Das Englische ist also Teil unserer gesellschaftlichen Realität und wir sollten es nicht strikt verteufeln.

Ein bewusster Umgang ist natürlich trotz allem nötig, denn sonst kann es schnell passieren, dass wir unserer eigenen Sprache und dem richtigen bzw. korrekten Sprachgebrauch nicht mehr mächtig sind. In vielen Bereichen ist es schlicht nötig englische Worte zu benutzen, zum Beispiel, wenn es um Informatik oder Wirtschaft geht, ist diese Fremdsprache schon lange nicht mehr wegzudenken. Diese Worte müssen wie jedes andere Fremdwort, sei es aus dem Französischen, Lateinischen oder Griechischen behandelt werden. Man kann kaum auf Fremdworte verzichten.

Nichts desto trotz gibt es jedoch Bereiche, in denen das Deutsche erhalten geblieben ist und erhalten bleiben muss. Denn es ist ein Fakt, dass ganz gleich wie gut man eine Sprache spricht, nie in beiden Sprachen genauso stark ist, bzw. je nach Thema oder Situation die eine oder andere dominiert. Die meisten Menschen denken in ihrer Muttersprache und das äußert sich dann in den hervorgehenden Ideen und Erfindungen.

Die Muttersprache ist meines Erachtens entscheidend und Fremdsprachen sind wichtig, um den Gebrauch der eigenen Sprache zu verdeutlichen bzw. um zu verstehen. Fremdsprachen können uns also viel helfen, aber die Muttersprache darf dabei nicht vernachlässigt werden. Reflektion und Denken können ohne Sprache nicht gelingen. Wir sind Menschen, weil wir bewusst, vernünftig und logisch denken, die Sprache ist dabei zweitrangig.

Englisch ist sicher nicht meine Muttersprache und absolute Zweisprachigkeit werde ich nicht erreichen, aber ich beherrsche Englisch und weitere Fremdsprachen in einer Form, die die Kommunikation, den Gedankenaustausch und somit die Entwicklung für eine Zukunft ermöglichen. Ich bin für den Gebrauch des Englischen als gemeinsamer Fremdsprache, um, zum Beispiel, Europa zu stärken.

Fremdsprachenerwerb im Kindesalter

Fremdsprachen schon im Kindesalter zu lernen, so heißt es, sei kinderleicht. Es ist sicher richtig, dass Kinder weniger Hemmungen haben, wenn es darum geht unbekannte Dinge zu probieren. Sicher können Kinder auch leicht lernen, aber das liegt nicht an ihrem Alter, sondern an andern Faktoren.

Kinder sind offener, gehen weniger voreingenommen an Unbekanntes heran, sie spielen, versuchen und testen viele Dinge. Viele Kinder lieben es ihnen fremde Worte, Sprachen und Situationen nachzuahmen, was Erwachsene oder Jugendliche aus Scham nicht tun würden. Aber das hat nichts mit der Fähigkeit des Lernens zu tun. Lernen muss erlernt werden auch von Kindern.

Das heißt nicht, dass ich es ablehne, dass Kinder Fremdsprachen lernen, ganz im Gegenteil, lernen ist gut, aber es sollte systematisch sein, damit das Erlernen der Fremdsprache auch für das Lernen in Zukunft einen Lerneffekt hat. Denn mal ehrlich, was gelernt wird, das ist Nebensache bzw. austauschbar. Die Reihenfolge, in der man Informationen oder Wissen und Bildung erfährt, sammelt… ist unerheblich, wichtig ist es die Fähigkeit zu lernen zu erlernen.

Nachahmung ist sicher eine wichtige Methode, die sich nicht nur Kinder, sondern auch Lehrende zu nutzen machen sollten. Natürlich sollte nicht versäumt werden, nach der Nachahmung auch die Anwendung zu trainieren. Denn ohne Anwendung und Übertragung auf andere Situationen ist Nachahmung nur Clownerie. Es gibt noch viele andere Methoden und Hilfsmittel, die, zum Beispiel, den Fremdsprachenerwerb fördern. Es ist ratsam, diese zu testen, denn jeder Mensch hat andere Vorlieben oder Techniken, um zu lernen. Erarbeiten Sie eine persönlich passende Strategie und Ihr Kind wird die  Motivation nicht verlieren.

Motivation ist eine wichtige Vorraussetzung beim Fremdsprachenerwerb wie beim Lernen allgemein. Eine sehr oft gut angenommene Möglichkeit den Fremdsprachenerwerb zu unterstützen sind zweisprachige Kinderbücher und Jugendbücher, weil sie mehrere Sinne gleichzeitig ansprechen. Das heißt zum Beispiel, dass Kinder die Worte, Sätze und Strukturen sehen, aber dennoch reichlich Freiheit zum Imaginieren haben, während sie lesen. Zweisprachige Kinderbücher können sie während der Lektüre unterbrechen, beispielsweise um die Texte direkt zu vergleichen. Das ist wie ein Rätsel und macht vielen Kindern großen Spaß und gibt ihnen Selbstvertrauen wie auch Bestätigung in der Fremdsprache.

So lernen Kinder nicht nur eine Fremdsprache, sondern auch zu lernen und damit haben sie die besten Vorraussetzungen auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Bücher machen Spaß und Lernen auch.

Interkulturelle Kinderbücher

Es gibt viele Kinderbücher, die den Anspruch erheben interkulturell zu sein. Der Begriff „interkulturell“ wird generell als positiv empfunden, weshalb ist nicht ganz eindeutig, aber sicher ist, dass sich dahinter der Wille manifestiert, niemanden auszugrenzen und alle Menschen in eine große Gemeinschaft aufzunehmen. Gut, das ist ein netter Gedanke, doch was steckt dahinter? Was ist ein interkulturelles Kinderbuch? Was unterscheidet diese Kinderbücher von anderen?

Das sind drei Fragen, die es nötig machen darüber nachzudenken, was interkulturell eigentlich bedeutet. Der Begriff interkulturell wird momentan inflationär benutzt, seine genaue Bedeutung wird dabei leider selten erläutert. Dementsprechend möchte ich kurz einen Eindruck vermitteln, was er bedeuten kann. Es handelt sich bei dem Begriff, um einen zusammengesetzten, inter ist eine Präposition, die aus dem Lateinischen kommt und zwischen bedeutet. Kultur ist mehr als ein Begriff, sie ist nämlich ein Konzept. Interkulturell wird im Wörterbuch mit verschiedene Kulturen verbindend bzw. umfassend erklärt. Das ist alles sehr schön, aber wirklich weiter sind wir noch nicht, weil wir nicht wissen, was es mit Kultur auf sich hat. Kultur bedeutet nichts, wenn sie alles umfasst und hier ist nicht eindeutig, was Kultur einschließt.

Gehen wir also davon aus, dass Kultur in diesem Kontext eine Zusammenfassung all der verschiedenen Lebensgewohnheiten ist, die wir unbewusst oder bewusst aus unserem sozialen Umfeld übernehmen. Das bedeutet, Kultur beschreibt eine Konstante, die sich in der Art und Weise, wie wir zivilisiert und erzogen sind, niederschlägt. Damit wird der Begriff interkulturell hinfällig, da er auch Menschen einschließt, die in mehreren Kulturen gleichzeitig aufwachsen bzw. leben.

Als interkulturelle Kinderbücher werden allgemein Bücher bezeichnet, die beispielsweise das Leben der Menschen in anderen Teilen der Erde, Schicksale von Minderheiten oder das Zusammenleben verschiedener Kulturen fiktional oder realistisch erzählen und darstellen. Es ist also klar, dass noch lange nicht klar ist, was interkulturell Kinderbücher genau sind.

Was ist mit ethnographischen Büchern, gibt es da eine Abgrenzung zu interkulturellen Kinderbüchern? Können Bücher mit rassistischem Inhalt auch als interkulturell bezeichnet werden? Sind zweisprachige oder mehrsprachige Kinder- und Jugendbücher interkulturelle Bücher?

Vermutlich muss man alle diese Bücher als interkulturelle Bücher bezeichnen, weil sie sich alle mit Kultur und Eigenschaften wie auch Charakteristika von Kulturen auseinandersetzen. Jedes Buch, das Kultur zum Thema macht, muss als Interkulturell bezeichnet werden, weil es den Vergleich mit oder zu anderen Kulturen immer ermöglicht. Natürlich gibt es Bücher wie zweisprachige Kinder- und Jugendbücher, die diesen Effekt forcieren. Das hebt sie sicher heraus, aber das macht zweisprachige oder bilinguale Kinder- und Jugendbücher nicht interkultureller.

Der Name Buchstabenspiel

Hallo Ihr Lieben,

da ist Euer Buchstabenspiel wieder. Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum ich Buchstabenspiel heiße? Diesen Namen hat mir ein Freund gegeben, weil ich gerne mit der Sprache spiele. Ihr fragt Euch jetzt sicher, wie man mit Sprache spielen kann, aber es ist möglich.

Sprache ist eine Ausdrucksmöglichkeit mit unzähligen Möglichkeiten, überlegt doch einfach mal wie viele Wörter ihr kennt, die alle „aus“ enthalten. Das sind wirklich sehr viele, macht doch einfach mal aus Spaß eine Liste und schreibt mir, wie viele Wörter Ihr mit „aus“ gefunden habt. Oder versucht es mal mit „und.“ Es gibt fast noch mehr Worte, die „und“ enthalten, ein Beispiel gefällig? Na klar, aber gerne doch: Der Hund ist rund, aber gesund. Ich hörte die Kund aus seinem Mund… versucht doch mal hier weiter zu machen. Ich freue mich schon zu sehen, wer die meisten kennt oder gefunden hat.

Hier möchte ich Euch noch ein Beispiel geben, damit Ihr versteht, was ich meine. Also, noch mal kurz zur Wiederholung, mit Buchstaben ändern sich die Worte und mit den Worten ändern sich die Bedeutungen, da wird aus dem Haus eine Maus, die Maus hat eine Laus und die Maus mit der Laus muss raus aus dem Haus. Das ist nur ein kleines Beispiel, was sich mit nur einem Buchstaben ändert. Könnt ihr auch solche Sätze bilden? Es ist wirklich ein Spiel mit den Buchstaben.

Falls Ihr Euch jetzt wundert, wie ich dazu gekommen bin mit Buchstaben zu spielen, das ist schnell erzählt, ich habe ein schönes Buch gelesen und da ist mir aufgefallen, dass die Protagonisten und Helden der Bücher ganz anders sprechen als ich, sie sagen Dinge, die ich verstanden habe, aber sie haben diese Dinge ganz anders ausgedrückt. Da habe ich mal begonnen zu gucken, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, um ein und dieselbe Sache zu sagen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich immer viele Bücher lese, um diese Möglichkeiten aufzustöbern und ich versuche sie auch selbst zu erfinden. Dieses Spiel kann ich in fast allen Sprachen spielen, denn es gibt auch Sprachen, die keine Buchstaben haben oder solche, die Vokale durch Zeichen ersetzen, aber das ist eine andere Geschichte.

Jetzt wisst Ihr, warum ich Buchstabenspiel heiße.

Also bis bald. Euer Buchstabenspiel.

Fremdsprachenerwerb ist Manipulation der Sprache (II.)

Es hat zu jeder Zeit Fremdsprachen gegeben wie es auch Menschen gegeben hat, die mehrere Sprachen problemlos sprachen. Das hat sich nie geändert und wird sich vermutlich nie ändern. Sprache unterscheidet Menschen oder bringt sie zusammen. In vielen Städten dieser Welt gibt es einen Irish Pub, er ist mit Sicherheit eine Anlaufstelle für alle englischsprachigen Personen und Ausländer wie auch Weltbürger auf der Reise.

Latein ist heute eine tote Sprache, aber sie war lange Zeit die Sprache des Klerus, der Gelehrten und der Herrschenden. Ähnlich war es mit Französisch, das lange eine Kultur- bzw. Hochsprache einer gewissen Gesellschaftsschicht darstellte. Heute ist vermutlich Englisch diejenige Sprache, welche die Menschen verbindet bzw. unterscheidet. Es gehört einfach dazu Englisch zu sprechen. Wer in Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus oder Politik Einfluss haben möchte, kommt ohne Englisch nicht aus. Es gibt zwar in den verschiedenen Sprachen Tendenzen, die versuchen Sprachwandel und den Einfluss anderer Sprachen in der eigenen möglichst klein zu halten, wie es in Frankreich und auch in Spanien den Versuch gibt das Englische zu unterdrücken bzw. englische Termini durch eigene zu ersetzen, aber das verhindert den Kontakt und den wechselseitigen Einfluss nicht. In der Linguistik spricht man in diesem Zusammenhang von Substrat-, Adstrat- und Suprastratsprachen. Je nach dem, ob eine Sprache einer anderen zugrunde liegt, neben ihr existiert oder auf sie gestülpt ist, variiert ihr Einfluss.

Sprache, Kommunikation und bewusstes Abstrahieren sind Eigenschaften, die dem Menschen eigen sind. Keine existierende Sprache kommt aus dem Nichts, oder anders ausgedrückt keine Sprache kommt ohne den Einfluss von anderen Sprachen bzw. Kulturen aus. Durch Völkerwanderungen, Kriege, Handel, Reisen, Nachbarschaft und vieles mehr gab es zu jeder Zeit Kontakt zwischen den verschiedenen Sprachen als auch ihren Kulturen. Das hat Spuren hinterlassen. Keine Sprache existiert ohne Aspekte anderer Sprachen, wie Worte und Strukturen zu reflektieren. Im Deutschen gibt es eine große Zahl von Worten, die aus dem Lateinischen, Griechischen, Französischen oder Englischen abgeleitet oder direkt übernommen worden sind. Es gibt noch viele weitere Einflüsse, auf die ich hier jedoch nicht eingehen möchte, da sie den Rahmen sprengen und vom Thema Fremdsprachenerwerb ablenken würden.

Fremdsprachenerwerb und Zweisprachigkeit bilden kein unlösbares Problem, es erfordert jedoch kontinuierliche Übung und Austausch. Es gibt dank des ständigen Kontaktes zwischen den verschiedenen Sprachen viele Worte, die in verschiedenen Sprachen gleich oder zumindest sehr ähnlich sind. Das erleichtert den Fremdsprachenerwerb.

Der Fremdsprachenerwerb verändert jedoch nicht nur die Sprache an sich, sondern vor allen Dingen den Menschen selbst. So verändert der Fremdsprachenerwerb auch den Bezug einer Person zu seiner Muttersprache. Durch das Bewusstwerden der Sprachunterschiede zwischen der Ausgangs- oder Muttersprache zur Fremdsprache achtet man stärker auf den Gebrauch der eigenen Sprache, sodass Strukturen, die man vermutlich seit Jahren unbewusst benutzt plötzlich hinterfragt werden. Das kann wiederum zu einem stärkeren oder schwächeren Gebrauch gewisser Worte, Strukturen usw. führen. Der Mensch nutzt die ihm zur Verfügung stehenden Sprachen, indem er sie zu seinen Nutzen manipuliert.